Sie sind hier:

Trump-Drohung auf NATO-Gipfel - Merkel: "Trendwende längst erreicht"

Datum:

Die deutschen Verteidigungsausgaben wachsen längst, kontert die Bundeskanzlerin Tiraden von Donald Trump. Der hatte während des NATO-Gipfels mit US-Alleingängen gedroht.

Angela Merkel
Angela Merkel kontert Drohungen des US-Präsidenten: Die deutschen Verteidigungsausgaben würden längst wachsen.
Quelle: reuters

Wegen Drohungen des US-Präsidenten war während des NATO-Gipfel ein Brüssel extra eine Sondersitzung einberufen worden. Trump hatte vehement eine sofortige Erhöhung der Verteidigungsausgaben auf zwei Prozent des BIP gefordert und andernfalls mit US-Alleingängen gedroht.

Merkel betonte im Anschluss an die Sondersitzung, Deutschland wisse, dass es mehr für Verteidigung leisten müsse. "Die Trendwende ist längst eingeleitet", sagte sie. Alle europäischen NATO-Mitglieder seien sich einig über die veränderte Sicherheitslage.

Trump will Ausgaben von vier Prozent ds BIP

Donald Trump fordere von den Bündnispartnern, ihre Verteidigungsausgaben sofort auf zwei Prozent ihres Bruttoinlandsproduktes zu erhöhen, berichtete ZDF-Korrespondent Stefan Leifert aus Brüssel. Ab 2025 fordert der US-Präsident sogar Militärausgaben in Höhe von vier Prozent, twitterte Leifert.

Wenn die Bündnispartner seinen Forderungen nicht nachkämen, würden die Amerikaner "ihr eigenes Ding machen", soll Trump nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa gesagt haben. Nach Trumps Äußerungen kamen die 29 Bündnispartner zu einer Sondersitzung zusammen.

Ob Trump die Drohung ernst meint und was er für den Fall einer Nichterfüllung seiner Forderung konkret plant, blieb zunächst offen. Theoretisch denkbar wäre zum Beispiel eine Reduzierung des Nato-Engagements der USA, im drastischsten Fall aber sogar auch ein Bruch mit der NATO.

Deutschland verweigerte weitreichende Zusagen

Beim Gipfel hatte sich zuvor vor allem Deutschland geweigert, weitreichende Zusagen zur Erhöhung der Verteidigungsausgaben zu machen. Die Bundesregierung will die Quote bis 2024 lediglich auf 1,5 Prozent des BIP erhöhen. Sie verweist dabei darauf, dass sich die NATO-Staaten 2014 lediglich darauf geeinigt haben, sich bis 2024 in Richtung der zwei Prozent zu bewegen.

Dies hält der US-Präsident für völlig unzureichend. Trump beklagt eine unfaire Lastenteilung und attackiert seit Monaten vor allem Deutschland. Nach den jüngsten Prognosen der NATO werden 2018 neben den USA lediglich Griechenland, Großbritannien, Polen, Rumänien sowie die drei baltischen Staaten Litauen, Lettland und Estland das Zwei-Prozent-Ziel erreichen. Deutschland liegt trotz deutlich steigender Verteidigungsausgaben derzeit bei etwa 1,24 Prozent.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Die Website verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Angebot zu präsentieren. Nähere Informationen und die Möglichkeit, die Verwendung von Cookies einzuschränken finden Sie hier.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.