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US-Präsident in Südkorea - Trump ruft Nordkorea zu Verhandlungen auf

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US-Präsident Trump ist während eines Besuches in Südkorea von seiner harschen Rhetorik gegenüber Nordkorea abgewichen. Er forderte Machthaber Kim Jong Un zu Verhandlungen auf.

"Sie glauben, dass vielleicht der US-Präsident, weil er ein wenig unbedacht ist, einen militärischen Konflikt auslöst", sagt ZDF-Korrespondent Ulf Röller über die Befürchtungen der südkoreanischen Bevölkerung.

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US-Präsident Donald Trump forderte die nordkoreanische Führung um Machthaber Kim Jong Un am Dienstag auf, "an den Tisch zu kommen", um "ein Geschäft zu machen". Er führte "gute Fortschritte" in der Angelegenheit mit Nordkorea an und fügte hinzu: "Ich sehe gewisse Bewegung". Um welche Fortschritte es sich handelte, sagte Trump nicht. In den vergangenen Monaten hatte Trump noch ganz andere Worte gewählt, wenn es um Nordkorea ging. Kim bezeichnete er als "kleinen Raketenmann", immer wieder deutete er mögliche militärische Interventionen an und erging sich in Kriegsrhetorik. Als sich sein Außenminister Rex Tillerson auf diplomatischem Wege um eine Entspannung in dem Konflikt bemühte, erklärte Trump öffentlich, dass der Chefdiplomat seine Zeit nicht vergeuden solle.

"Es muss gelingen"

Donald Trump besucht Südkorea am 7.11.2017
Donald Trump besucht Südkorea am 7.11.2017 Quelle: epa

Trump war am Dienstag zu einem zweitägigen Staatsbesuch in Südkorea eingetroffen. Er hoffe bei den Gesprächen mit dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In darauf, dass bei dem Thema etwas Ertragreiches ausgearbeitet werden könne, sagte Trump. "Letztlich wird alles gelingen. Weil es immer gelingt. Es muss gelingen", sagte er. Außerdem stehe der Handel auf der Agenda - "eines meiner liebsten Themen", wie Trump sagte.

Trump und Moon trafen sich im Blauen Haus, der südkoreanischen Präsidentenresidenz in der Hauptstadt Seoul. Von neuen Drohungen in Richtung Pjöngjang sah Trump zunächst ab. Moon sagte während des Treffens, er setze darauf, dass Trumps Besuch die Gelegenheit biete, um die Angst der Südkoreaner vor dem nordkoreanischen Atomprogramm zu lindern. Den US-Präsidenten lobte er für seine Führungsrolle beim internationalen Umgang mit Nordkorea. Er hoffe, dass der Südkorea-Besuch Trumps ein "Wendepunkt bei der Lösung der nordkoreanischen Atomangelegenheit" sein werde.

Moon: "Ein historischer Tag"

Moon sagte laut der nationalen Nachrichtenagentur Yonhap beim Essen mit Trump: "Heute ist ein historischer Tag, weil es das erste Mal ist, dass die Präsidenten Südkoreas und der USA gemeinsam auf einer US-Militärbasis zusammenkommen, um ihre Truppen zu ermutigen." Wahre Freunde zeigten sich in schwierigen Zeiten, sagte Moon. "Sie (die USA) sind unsere wahren Freunde, die für uns geblutet haben, als es Südkorea am schlechtesten ging." Er spielte damit auf den Korea-Krieg an. Die Allianz sei ein Eckpfeiler für Frieden und Wohlstand nicht nur auf der Halbinsel, sondern in der ganzen Region. Donald Trump fand bereits im Vorfeld warme Worte für Südkoreas Präsidenten. Am Morgen hatte Trump noch aus Tokio Moon auf Twitter als "feinen Gentleman" bezeichnet. "Wir bekommen das schon hin", fügte er hinzu. Was genau er damit meinte, blieb zunächst offen.

Donald Trump mit Moon Jae-in in Korea am 7.11.2017
Donald Trump mit Moon Jae-in in Korea am 7.11.2017 Quelle: reuters

Moon will einen neuen Krieg auf der koreanischen Halbinsel um jeden Preis vermeiden. Er wolle vor allem mäßigende Worte an den US-Präsidenten richten, berichtet ZDF-Korrespondent Ulf Röller. Bereits vor seiner Ankunft in Südkorea schien Trump deutlich zurückhaltender - die scharfen Kritiken an Nordkoreas Kim Jong Un auf seinem Twitter-Account blieben aus. Auch der Besuch des Militär-Stützpunktes Camp Humphreys zeugt von Rücksicht. Ursprünglich habe Trump die demilitarisierte Zone an der Grenze zu Nordkorea besuchen wollen. Der US-Präsident sei hier auf die Befürchtungen der Südkoreaner eingegangen, so Ulf Röller. Ein Auftritt an der Grenze könnte von Nordkorea als Provokation erachtet werden.

Proteste gegen Trump

Vor dem Hintergrund der Krise um das Atomprogramm Nordkoreas gilt der zweitägige Besuch Trumps in Südkorea als besonders heikle Station seiner Asienreise. Der US-Präsident hatte mehrfach mit Alleingängen gegen Nordkorea gedroht, das unter anderem an der Entwicklung von Interkontinentalraketen arbeitet, die einen Atomsprengkopf bis auf das amerikanische Festland befördern können.

Der Besuch des US-Präsidenten wurde in Seoul durch Proteste begleitet. Die Südkoreaner haben "nicht nur Erwartungen, sie haben vor allem Befürchtungen", berichtet ZDF-Korrespondent Ulf Röller. Die scharfe Rhetorik Trumps gegen Nordkorea mache den Bürgern Angst. Sie befürchten einen militärischen Konflikt, der auch viele südkoreanische Opfer fordern könnte.

Bei seiner Ankunft in Südkorea wurde US-Präsident Trump von Demonstranten begrüßt. Sie fordern "kein Trump, kein Krieg".

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