Sie sind hier:

Handelsstreit - Trump lässt Strafzölle auf Autos prüfen

Datum:

Die deutsche Autoindustrie muss zittern: US-Präsident Trump erwägt Strafzölle auf importierte Fahrzeuge - und das in Höhe von bis zu 25 Prozent.

Die US-Regierung von Präsident Trump prüft die Einführung von Einfuhrzöllen auf im Ausland gebaute Autos. Die Zölle würden besonders deutsche und andere europäische Hersteller treffen.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Donald Trump forderte Handelsminister Wilbur Ross auf, mögliche Strafzölle auf Autos und Lkw zu prüfen, wie das Weiße Haus mitteilte. Trump bezeichnete die Automobil- und Zulieferindustrie als Herzstück und wesentlich für die wirtschaftliche Stärke der Nation. Daher solle Ross untersuchen, ob die Einfuhr von Fahrzeugen und Autoteilen die nationale Sicherheit gefährde.

Aus dem Umfeld des Weißen Hauses verlautete, der Präsident habe neue Strafzölle in Höhe von 20 bis 25 Prozent vorgeschlagen. Unter dem Argument, Aluminium- und Stahleinfuhren bedrohten die nationale Sicherheit, hatte Trump bereits im März Strafzölle in Höhe von zehn und 25 Prozent verhängt. Bis zum 1. Juni ist die EU derzeit noch von diesen Zöllen ausgenommen.

Trump will US-Autoindustrie stärken

Fast die Hälfte aller in den Vereinigten Staaten verkauften Autos kommt aus dem Ausland. Viele von ihnen werden in Produktionsstätten in Kanada und Mexiko gebaut. Bei einem Treffen mit amerikanischen Autobauern hatte Trump jüngst versprochen, die Fahrzeugherstellung wieder mehr in die USA zu verlagern. Auto-Importe aus der Europäischen Union kritisierte er und drohte bereits damit, eine "Steuer" auf die entsprechenden Einfuhren erheben zu wollen.

Handelsminister Ross informierte auch Verteidigungsminister James Mattis, wie aus einer Mitteilung des Handelsministeriums hervorgeht. "Es gibt Hinweise darauf, dass Importe aus dem Ausland jahrzehntelang unsere heimische Autoindustrie ausgehöhlt haben", wird Ross in der Mitteilung zitiert. Die Frage sei, ob die Importe die Binnenwirtschaft und damit auch die Nationale Sicherheit beträfen. Ist dem so, haben Strafzölle eine größere Chance, ein mögliches Klageverfahren bei der Welthandelsorganisation WTO zu überstehen.

Die USA haben 2017 nach einer offiziellen US-Statistik 8,3 Millionen Autos importiert im Wert von 192 Milliarden Dollar. Davon kamen 2,4 Millionen aus Mexiko, 1,8 Millionen aus Kanada, 1,7 Millionen aus Japan und 500.000 aus Deutschland. Für Volkswagen, Daimler und BMW sind die USA zudem der zweitgrößte Exportmarkt nach China. Die USA exportierten ihrerseits knapp zwei Millionen Autos im Wert von 57 Milliarden Dollar ins Ausland. Der EU-Importzoll auf US-Autos liegt bei 10 Prozent, während der US-Zoll auf europäische Autos nur 2,5 Prozent beträgt.

Druck auf Mexiko und Kanada aufbauen?

Die Anordnung zur Prüfung kommt zu einer Zeit, in der die Freihandelsgespräche mit Kanada und Mexiko auf Eis liegen. Gerade beim Thema Autoproduktion gibt es eine Hängepartie. Die Überprüfung könnte daher als Versuch gewertet werden, in den Verhandlungen mit den zwei Nachbarländern Einfluss geltend zu machen. US-Finanzminister Steven Mnuchin hatte zuletzt gesagt, die Neuverhandlung des Freihandelspakts NAFTA könne sich eventuell ins kommende Jahr ziehen.

Wenige Stunden vor der Ankündigung, Strafzölle prüfen zu lassen, hatte Trump gesagt, es sei sehr schwierig gewesen, mit Kanada und Mexiko zu verhandeln. Er sei nicht zufrieden mit ihren Forderungen. "Aber wir werden gewinnen und wir werden groß gewinnen", sagte er im Weißen Haus. Amerikas Nachbarn seien sehr "verwöhnt", weil in der Sache bislang niemand etwas unternommen habe. Das, was sie einforderten, sei unfair. Die Arbeitnehmer in der US-Autoindustrie würden bald sehr glücklich sein, sagte Trump.

Der Präsident will NAFTA überarbeiten, um neben der inländischen Autobranche auch das Handelsbilanzdefizit mit Kanada und Mexiko zu reduzieren.

Hintergrund: Handelspartner USA

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert

Die Website verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Angebot zu präsentieren. Nähere Informationen und die Möglichkeit, die Verwendung von Cookies einzuschränken finden Sie hier.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.