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Nach Trumps Raketen-Drohung - Russland erteilt Twitter-Diplomatie Absage

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Kühl, aber besorgt hat Russland auf Trumps Raketen-Drohung per Tweet reagiert. Präsident Putin hofft auf einen Sieg der Vernunft.

Nach dem mutmaßlichen Giftgasangriff in Syrien droht der Konflikt zu eskalieren. US-Präsident Trump kündigte als Vergeltung einen direkten Raketenangriff auf Syrien an.

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Das ohnehin belastete Verhältnis zwischen Washington und Moskau kühlt weiter drastisch ab. US-Präsident Donald Trump kündigte - per Tweet - einen Raketenangriff auf Syrien an und warnte Russland vor einer Unterstützung von Machthaber Baschar al-Assad: Die Raketen "werden kommen", schrieb Trump auf Twitter. Das russische Präsidialamt erteilte daraufhin der Trump'schen - so wörtlich - "Twitter-Diplomatie" eine Absage. Man bevorzuge einen seriösen Ansatz, meldete die Nachrichtenagentur Interfax.

Schließlich äußerte sich auch der Kreml-Chef selbst. "Wir hoffen, dass sich der gesunde Menschenverstand durchsetzt", sagte Putin in Moskau. Russland werde alle seine Verpflichtungen nach dem Völkerrecht respektieren und konstruktive Beziehungen zu seinen Partnern im Ausland aufbauen. Die Situation in der Welt bezeichnete Russlands Präsident aber als besorgniserregend. Das russische Militär erklärte, Aktivitäten US-amerikanischer Marine-Einheiten im Golf zu registrieren. Moskau beobachte die Situation um Syrien herum genau.

Trump reagiert nach Trumps Art

Der Grund für die aktuellen diplomatischen Misstöne: Die USA machen Syriens Präsident Baschar al-Assad für den mutmaßlichen Giftgasangriff auf die Rebellen-Stadt Duma in der Region Ost-Gutha bei Damaskus verantwortlich und ziehen einen Vergeltungsangriff in Erwägung. Russland als wichtigster Verbündeter Assads warnt vor einem solchen Schritt und hat inzwischen mehrfach betont, ein Giftgasangriff habe gar nicht stattgefunden. Zudem werde Russland jede US-amerikanische Rakete über syrischem Hoheitsgebiet abfangen, hatte Moskaus Botschafters im Libanon erklärt.

Trump reagierte darauf, wie er das gerne macht - nämlich per Tweet: "Mach dich bereit, Russland, denn sie werden kommen, hübsch und neu und 'intelligent!'" Russland solle nicht Partner eines mit Gas tötenden Tieres sein, das sein Volk töten und dies genießen würde.

Die Beziehungen zu Russland sieht Trump auf einem absoluten Tiefpunkt: Das Verhältnis sei "schlechter als es je war, den Kalten Krieg eingeschlossen", so Trump in einem weiteren Tweet. Dabei sei Russland auf wirtschaftliche Hilfe der Vereinigten Staaten angewiesen, die diese "sehr einfach" leisten könnten.

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Assads Truppen räumen Stützpunkte

Derweil räumen in Syrien Assads Truppen in Erwartung eines US-Luftschlages offenbar große Flugplätze und Stützpunkte. Dies berichtet die oppositionsnahe syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London.

Fest mit einem Angriff der Amerikaner rechnet auch der USA-Experte der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP), Josef Braml. "Ich wäre überrascht, wenn es zu keinem Militärschlag käme", sagte er am Mittwoch.

Trump gehe es dabei aber gar nicht um Russland, sondern um Iran und die von Iran unterstützten Kämpfer in Syrien: "Aus Sicht der Iraner würde ich das sehr ernst nehmen." Gegen Russland seien Trumps militärische Optionen begrenzt. "Eine militärische Konfrontation zwischen den USA und Russland ist sicher nicht gewollt von Trump", sagte Braml.

Teheran ist der vielleicht treueste Unterstützer des Assad-Regimes; Iraner kämpfen an der Seite syrischer Soldaten. Braml rechnet deshalb auch damit, dass Trump im Mai das Atomabkommen mit Iran aufkündigen werde. Je mehr Trump innenpolitisch unter Druck gerate, desto höher sei die Kriegsgefahr.

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