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Trump nach jüngsten Massakern - "Starke Worte und rhetorisch ein Fortschritt"

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Ungewohnt klar hat US-Präsident Trump Rassismus und weißes Überlegenheitsdenken verurteilt. Dies sei eine Kehrtwende seiner bisherigen Rhetorik, sagt ZDF-Korrespondent Theveßen.

US-Präsident Donald Trump spricht in einer Rede zu den Massakern vom Wochenende von einem "Verbrechen gegen die Menschlichkeit“. Er fordert, "die Glorifizierung von Gewalt in unserer Gesellschaft“ müsse gestoppt werden.

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Nach den jüngsten Massakern in den USA hat Präsident Donald Trump dazu aufgerufen, sich gegen Rassismus und Fanatismus zu stellen. In einer Rede an die Nation stellte er sich ausdrücklich gegen Vorstellungen von einer Überlegenheit der Weißen. "Diese finsteren Ideologien müssen besiegt werden", sagte er. "Für Hass ist kein Platz in Amerika."

Trump verurteilt Rassismus "so klar, wie noch nie"

"Starke Worte und rhetorisch sicher ein großer Fortschritt", sagt ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen zu Trumps Ansprache. "Der Präsident verurteilt Rassismus, Fanatismus und weißes Überlegenheitsdenken so klar, wie noch nie."

Dies stehe allerdings in  starkem Kontrast zu seinen Tweets und Reden der vergangenen Wochen, in denen er andere Menschen verächtlich machte und rassistische Klischees befeuerte, so Theveßen weiter. "Erst wenn er das völlig einstellt, kann man seinen Worten heute glauben."

USA-Korrespondent Elmar Theveßen erklärt zu Trumps Reaktion auf die Massaker vom Wochenende: Er spricht nun von "Terrorismus", "seine Glaubwürdigkeit hängt davon ab", ob er seinen Worten auch Taten folgen lässt.

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Immerhin habe er die Taten nicht nur als Verbrechen gegen die Menschlichkeit, sondern als Terrorismus bezeichnet. "Aber nur, wenn Trump das FBI und das Justizministerium anweist, entsprechend gegen die Verbreiter von Hass- und Gewaltbotschaften vorzugehen, könnte man ihm auch in diesem Punkt glauben."

Die ganze Rede des US-Präsidenten (engl.):

US-Präsident Trump äußert sich zu den Attacken in Texas und Ohio. Er spricht von einem "Verbrechen gegen die Menschlichkeit". Sehen Sie hier Trumps Statement in voller Länge (Englisch).

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Bei zwei Angriffen binnen weniger Stunden waren am Wochenende in den USA insgesamt 30 Menschen erschossen worden. In einem Einkaufszentrum in El Paso an der Grenze zu Mexiko tötete ein 21-jähriger Weißer am Samstagmorgen nach jüngsten Angaben 21 Menschen, Dutzende weitere wurden verletzt. Ermittler vermuten ein rassistisches Motiv hinter der Tat.

13 Stunden später tötete ein 24-jähriger Weißer in Dayton im Bundesstaat Ohio neun Menschen. Er wurde von Einsatzkräften erschossen. Hinweise auf ein rassistisches Motiv des Täters fanden die Ermittler bislang nicht. Sechs der neun Getöteten waren Schwarze.

Trump geht wenig auf Waffengesetze ein

Auf die Frage, wie der Zugang zu Waffen erschwert werden könnte, ging Trump in seiner etwa 20-minütigen Rede kaum ein. Wenige Stunden zuvor hatte er per Twitter zwar geschrieben, stärker den Hintergrund von Waffenkäufern prüfen zu wollen.

Auch auf seinen Vorschlag, ein schärferes Waffenrecht im Gegenzug für die von ihm geforderte Einwanderungsreform zu erlassen, ging er nicht ein. Er sprach sich lediglich für die Einführung eines sogenannten "Red Flag"-Gesetzes aus. Diese Regelung würde es Behörden erlauben, Waffenbesitzern, die sie als Gefahr für sich oder andere einstufen, ihre Waffen abzunehmen.

Den Schwerpunkt seiner Rede legte Trump indes auf psychische Erkrankungen. Er deutete an, diese seien die eigentliche Ursache der zahlreichen Schusswaffenangriffe in den USA. "Psychische Erkrankungen und Hass drücken den Abzug, nicht die Waffe."

"Insofern klingen Trumps Worte heute hohl."

In Sachen Waffengesetze werde sich Trump also nicht an die Spitze der Bewegung setzen, so ZDF-Korrespondent Theveßen. "Es geht ihm bestenfalls darum, dass Waffen nicht in die Hände von offensichtlich Geisteskranken und bekannten Extremisten gelangen." Doch die Täter vom Wochenende gehörten nach allem, was bisher bekannt sei, in keine der beiden Kategorien. "Insofern klingen Trumps Worte heute hohl."

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