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Kaschmir-Krise - Trump mahnt Indien und Pakistan zum Dialog

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Der jahrzehntealte Kaschmirkonflikt ist wieder eskaliert. Die Atommächte Indien und Pakistan stehen sich unversöhnlich gegenüber. Nun ruft US-Präsident Trump zum Dialog auf.

Muslime protestieren am 16. August 2019 in Srinagar
Muslime protestieren am 16. August 2019 in Srinagar
Quelle: ap

US-Präsident Donald Trump hat an Pakistans Premierminister Imran Khan appelliert, in der gefährlich eskalierten Kaschmir-Krise das Gespräch mit Indien zu suchen. Das Weiße Haus teilte mit, in einem Telefonat mit Khan habe Trump betont, Indien und Pakistan müssten die Spannungen durch Dialog reduzieren. Bei einem Besuch Khans im Weißen Haus im Juli hatte Trump angeboten, im Kaschmir-Konflikt zwischen den beiden südasiatischen Erzfeinden zu vermitteln. Indien lehnte das ab.

Drei Kriege zwischen Indien und Pakistan seit 1947

Indien und Pakistan haben seit ihrer Unabhängigkeit von britischer Kolonialherrschaft im Jahr 1947 drei Kriege geführt, zwei davon um die geteilte Region Kaschmir. Beide Atommächte beherrschen jeweils einen Teil von Kaschmir, ein weiterer Teil gehört zu China. Indiens Regierung hatte dem Bundesstaat Jammu und Kaschmir Anfang voriger Woche den Teilautonomiestatus entzogen und damit die jüngste Eskalation in der Dauerfehde mit Pakistan ausgelöst. Die Bevölkerung wurde vorher nicht informiert.

Zurzeit kontrollieren Zehntausende Soldaten das Himalaya-Gebiet, um Proteste gegen das Vorgehen der Regierung zu verhindern. Seit knapp zwei Wochen gilt eine Ausgangssperre, Internet und Telefone wurden blockiert. Im indischen Teil von Kaschmir hat die Regierung in Neu Delhi die Telekommunikationsblockade inzwischen teilweise aufgehoben. Im vorwiegend muslimisch bewohnten Kaschmir-Tal um die Stadt Srinagar seien am Samstag 17 Festnetzzentralen wieder in Betrieb gegangen, teilte Regierungssprecher Rohit Kansal mit. Allerdings sind dort Mobilfunk und Internet weiter blockiert, während sie in anderen Teilen des Bundesstaates Jammu und Kaschmir wieder funktionierten. Das Kaschmir-Tal gilt als Hauptstätte muslimischer Proteste, die eine Abspaltung vom hinduistisch geprägten Indien zum Ziel haben.

Premierminister Narendra Modi will mit der Aufhebung des Sonderstatus' das Kaschmir-Gebiet stärker in das mehrheitlich hinduistische Indien integrieren. Bisher hatte die - hauptsächlich von Muslimen bewohnte - Region unter anderem eine eigene Verfassung und weitgehende politische Kompetenzen. Viele Kaschmirer sind gegen die Neuregelung.

Ausgangssperre soll aufgehoben werden

Die indische Regierung will die Ausgangssperre in den kommenden Tagen aufheben. Das sagte ein Staatsanwalt, der die Regierung vertritt, dem Obersten Gericht des Landes, wie der Fernsehsender NDTV berichtete. Zudem hatten die Behörden im Kaschmir-Tal am Freitag nach knapp zwei Wochen erstmals wieder geöffnet. In Schulen soll ab kommender Woche wieder Unterricht stattfinden.

Karte: Indien mit der Region Kaschmir und Pakistan
Karte: Indien mit der Region Kaschmir und Pakistan
Quelle: ZDF

China gab am Freitag der Regierung in Neu Delhi die Schuld an den neu aufgeflammten Spannungen in der Kaschmir-Region. "Was betont werden sollte ist, dass Indiens Handlungen auch Chinas Souveränität infrage gestellt und ein bilaterales Abkommen verletzt haben", sagte der chinesische UN-Botschafter Zhang Jun nach einer Sitzung des Sicherheitsrates des Vereinten Nationen in New York, die hinter verschlossenen Türen stattfand. Zhang Jun sagte, Frieden und Stabilität in der Grenzregion seien gefährdet. China sei "ernsthaft besorgt" über die Entwicklung. Vor allem Pakistan und Indien sollten gemeinsam eine friedliche Einigung finden.

Soldat an Kontrolllinie getötet

China hatte das Treffen des Sicherheitsrates in Gang gesetzt, nachdem Pakistan das mächtigste UN-Gremium angesichts des "gefährdeten Weltfriedens"" um eine Sitzung gebeten hatte. Pakistan begrüßte das Treffen in New York. Die Stimmen der Menschen in Kaschmir seien weltweit gehört worden. Der indische UN-Botschafter Syed Akbaruddin betonte dagegen, dass es sich um eine interne Angelegenheit handele, die nichts mit den Nachbarstaaten zu tun habe. Indien sei dem Frieden und der Stabilität in der Region verpflichtet.

Die pakistanische Armee teilte am Freitag mit, in Kaschmir sei ein weiterer pakistanischer Soldat durch Beschuss aus Indien über die sogenannte Kontrolllinie hinweg getötet worden. Bereits am Donnerstag waren nach Angaben aus Islamabad drei pakistanische Soldaten sowie zwei Zivilisten in der Region bei Beschuss aus Indien getötet worden. Die Kontrolllinie ist die faktische Grenze zwischen Indien und Pakistan in der umstrittenen Region. Scharmützel kommen entlang der Kontrolllinie immer wieder vor. Sie häufen sich, wenn sich die Spannungen zwischen den verfeindeten Nachbarstaaten zuspitzen.

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