Sie sind hier:

Reaktion auf Drohnen-Abschuss - Trump: US-Militär war bereit, gegen den Iran zuzuschlagen

Datum:

Den Abschuss einer US-Drohne wollten die USA mit einem Militärschlag gegen den Iran beantworten. Präsident Trump brach die Aktion wegen der befürchteten Todesopfer kurz vorher ab.

Das US-Militär sei bereit gewesen, zuzuschlagen, sagte US-Präsident Trump auf Twitter. Zehn Minuten vor dem geplanten Einschlag habe er die Aktion aber abgeblasen. Die Streitkräfte seien zum Angriff auf drei verschiedene Ziele bereit gewesen, "als ich gefragt habe, wie viele sterben werden. '150 Menschen, Sir', war die Antwort eines Generals. Zehn Minuten vor dem Schlag habe ich ihn gestoppt." Die Zahl der Todesopfer sei ihm im Vergleich zu einer abgeschossenen Drohne "unverhältnismäßig" erschienen, sagte Trump.

Zehn Minuten vor dem Schlag habe ich ihn gestoppt.
US-Präsident Donald Trump

Trump machte keine Angaben dazu, welche Ziele angegriffen werden sollten. Der US-Präsident schrieb weiter: "Ich habe keine Eile." Das US-Militär sei einsatzbereit "und mit Abstand das beste in der Welt". Die Wirtschaftssanktionen gegen den Iran zeigten Wirkung. Er betonte: "Der Iran kann NIE Atomwaffen haben." Trump verteidigte erneut seinen einseitigen Ausstieg aus dem internationalen Atomabkommen mit dem Iran und kritisierte seinen Amtsvorgänger Barack Obama dafür, den Vertrag mit Teheran abgeschlossen zu haben.

Die "New York Times" berichtete, Ziel des US-Militärschlags hätten Radarstationen und Raketenbatterien im Iran sein sollen. Die US-Militärplanungen verstärkten die Sorge, dass der Konflikt zwischen den USA und dem Iran in einem neuen Golfkrieg münden könnte.

Ein Klick für den Datenschutz

Erst wenn Sie hier klicken, werden Bilder und andere Daten von Drittanbietern nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server (Facebook, Google, Instagram, Twitter, etc.) übertragen. Über den Datenschutz dieser Anbieter können Sie sich auf den jeweiligen Seiten informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in einem 'ZDF-Cookie'. Diese Zustimmung können Sie in den Einstellungen unter 'Mein ZDF' jederzeit widerrufen. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran hatten sich in der Nacht zum Donnerstag dramatisch zugespitzt, nachdem der Iran eine amerikanische Aufklärungsdrohne abgeschossen hatte. Über den genauen Abschussort machen der Iran und die USA unterschiedliche Angaben. Die US-Regierung spricht davon, dass das unbemannte Flugzeug über internationalen Gewässern getroffen worden sei. Der Iran will Beweise dafür haben, dass die Drohne über iranischem Hoheitsgebiet geflogen sei. Es geht um wenige Kilometer. Außerdem gibt der Iran an, dass die USA mehrfach vor dem Abschuss der Drohne gewarnt worden seien.

US-"Global Hawk"-Drohne

Konflikt zwischen Iran und USA -
US-Drohne abgeschossen - Trump: "Sehr großer Fehler"
 

Neuer Zwischenfall zwischen dem Iran und den USA: Die Revolutionsgarden melden den Abschuss einer US-Drohne. Trump warnt: "Der Iran hat einen sehr großen Fehler gemacht."

Flugverbot für zivile Maschinen

Die US-Flugaufsichtsbehörde FAA erteilte für in den USA registrierte Flugzeuge indes ein Flugverbot für Teile des Persischen Golfs und des Golfs von Oman. Von der Maßnahme betroffen sei das Teheraner Fluginformationsgebiet, in dem das Land Zugriff auf Daten zum Flugverkehr hat. Es gebe "erhöhte militärische Aktivitäten und verstärkte politische Spannungen in der Region, die ein unfreiwilliges Risiko" für den zivilen Luftverkehr der USA darstellten, hieß es von der FAA. Sie hatte kommerzielle Fluggesellschaften bereits gewarnt, ihre Maschinen könnten von Teheran für Militärflugzeuge gehalten werden.

Auch andere Fluggesellschaften wie KLM, Qantas und die Lufthansa ergriffen Vorsichtsmaßnahmen. Bereits am Donnerstag sei entschieden worden, die Straße von Hormus im Persischen Golf zu umfliegen, sagte ein Lufthansa-Sprecher. Am Freitag habe man nun beschlossen, den Bereich auszuweiten. Teile des iranischen Luftraums würden aber noch überflogen und auch die Landeshauptstadt Teheran werde angesteuert. Die Straße von Hormus ist eine Meerenge, die den Persischen Golf im Westen mit dem Golf von Oman verbindet.

Am Donnerstag hatte die iranische Revolutionsgarde eine US-Drohne des Typs RQ-4A Global Hawk über dem Golf von Oman abgeschossen. Das unbemannte Flugzeug hat eine größere Spannweite als eine Boeing 737 und kostet über 100 Millionen Dollar. Teheran und Washington machten unterschiedliche Angaben über den genauen Abschussort. Laut dem Iran geschah der Abschuss in iranischem Luftraum vor der Küste des Landes. Die USA dagegen beteuerten, die Drohne sei über internationalen Gewässern unterwegs gewesen. Washington sprach von einem "Angriff". Teheran warf den USA "Spionage" vor.

Trump: Möglicherweise ein dummer Fehler auf iranischer Seite

Am Donnerstag hatte Trump auf die Frage nach einer Antwort der USA auf den Drohnenabschuss geantwortet: "Sie werden es bald herausfinden." Der Iran habe einen "sehr großen Fehler" gemacht, sagte Trump über den Abschuss, schloss aber auch nicht aus, dass es sich um einen Fehler eines iranischen Befehlshabers gehandelt haben könnte und keine beabsichtigte Eskalation der Spannungen. Er halte es für möglich, dass auf iranischer Seite jemand "leichtfertig und dumm" gewesen sei, sagte Trump.

Im Kapitol versuchten führende Politiker eine Eskalation zu verhindern. Einige Abgeordnete bestanden darauf, das Weiße Haus müsse den Kongress konsultieren, bevor Vergeltungsmaßnahmen getroffen würden. Außenminister Mike Pompeo und der nationale Sicherheitsberater John Bolton sprachen sich für scharfe Reaktionen aus. Adam Schiff, der Vorsitzende des Geheimdienstausschusses des Repräsentantenhauses, sagte, "der Präsident hat definitiv zugehört", als Kongressführer ihn bei dem Treffen drängten, vorsichtig zu sein und die ohnehin angespannte Situation nicht zum Eskalieren zu bringen.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.