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US-Präsident - Trumps Kampf gegen ein Enthüllungsbuch

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US-Präsident Trump wehrt sich mit aller Macht gegen die Veröffentlichung eines brisanten Enthüllungsbuches über ihn. Daran beteiligt ist auch sein Ex-Berater Steve Bannon.

Nach der Bannon-Kritik an der Russland-Affäre wirft US-Präsident Trump seinem Ex-Chefstrategen Steve Bannon vor, den Verstand verloren zu haben.

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Donald Trumps Anwälte forderten den Autoren Michael Wolff und dessen Verleger am Donnerstag auf, das für Dienstag geplante Erscheinen des Buches "Fire and Fury: Inside the Trump White House" (Feuer und Wut: In Trumps Weißem Haus) zu stoppen. Darin geht es unter anderem um die Russland-Kontakte von Trumps Wahlkampfteam.

Mit Cheeseburger vorm Fernseher

Die Darstellungen in den am Mittwoch bekannt gewordenen Buchauszügen seien "falsch" und "ohne Grundlage", machten die Anwälte in ihrem Schreiben an Wolff und dessen Verleger Steve Rubin geltend. Wegen dieser "Verleumdungen" müsse die Veröffentlichung sofort gestoppt werden. Trumps Sprecherin Sarah Sanders hatte zuvor erklärt, die Vorabauszüge seien voll mit "falschen und irreführenden Darstellungen von Personen, die keinen Zugang oder Einfluss im Weißen Haus haben".

Das Buch basiert laut Wolff unter anderem auf Interviews mit Trump und dessen führenden Mitarbeitern. Er schildert etwa, dass der US-Präsident abends oft mit einem Cheeseburger vor drei laufenden Fernsehern sitze und sich in Telefonaten mit einigen wenigen Freunden etwa über die Ruchlosigkeit der Medien und fehlende Loyalität seiner Mitarbeiter beschwere. Weiter heißt es, Trump und sein engstes Umfeld hätten bis zuletzt nicht an einen Sieg bei der Präsidentschaftswahl geglaubt.

Bannon wirft Trumps Sohn "unpatriotisches Verhalten" vor

In dem Buch geht es auch um brisante Russland-Kontakte von Trumps Wahlkampfteam. Trumps früherer ultrarechter Chefstratege Steve Bannon wird mit dem Vorwurf zitiert, Trumps ältester Sohn Donald Trump junior habe sich mit einem Treffen im Juni 2016 mit der russischen Anwältin Natalia Weselnizkaja "verräterisch" und "unpatriotisch" verhalten.

"Die drei führenden Leute in der Kampagne dachten, es sei eine gute Idee, sich im 25. Stock im Konferenzraum des Trump Tower mit einer ausländischen Regierung zu treffen - ohne Anwälte", wird Bannon in dem Buch zitiert. Bei dem Gespräch ging es um möglicherweise kompromittierendes Material über Trumps Rivalin Hillary Clinton. An der Begegnung im New Yorker Trump Tower hatten auch Trumps Schwiegersohn Jared Kushner und der damalige Wahlkampfleiter Paul Manafort teilgenommen.

"Der Präsident ist ein großer Mann"

Trump machte seinem Ärger über seinen ehemaligen Chefstrategen am Mittwoch mit deutlichen Wotren Luft und sagte, Bannon habe "nicht nur seinen Job verloren, sondern auch seinen Verstand". Bannon erklärte sich dennoch Trump gegenüber loyal. "Der Präsident ist ein großer Mann", sagte er dem Radiosender Sirius XM. "Ich unterstützte ihn tagein, tagaus."

Bannon war im August 2016 für Trumps Wahlkampf verpflichtet worden. Er verschaffte dem Immobilienmilliardär zahlreiche Wählerstimmen aus dem ultranationalistischen Lager. Nachdem er sich mit zahlreichen Trump-Mitarbeitern angelegt hatte, musste er das Weiße Haus im August 2017 verlassen.

Unterlassungserklärung gefordert

Trumps Anwalt Charles Harder forderte von Bannon laut US-Medien eine Unterlassungserklärung. Der frühere Chefstratege habe mit seinen Gesprächen mit Wolff eine Vertraulichkeitsvereinbarung verletzt und sich mit "abfälligen" Äußerungen über Trump und seine Familie zudem der Verleumdung schuldig gemacht.

Der US-Präsident steht wegen mutmaßlich illegaler Russland-Kontakte seines Wahlkampfteams unter Druck. Mit der Affäre befasst sich unter anderem der vom Justizministerium eingesetzte Sonderermittler Robert Mueller. Die Ermittlungen führten bereits zu einer Anklage gegen Manafort. Trumps zeitweiligem Wahlkampfleiter wird Geldwäsche im Zusammenhang mit seiner Lobbyistentätigkeit für prorussische Kräfte in der Ukraine vorgeworfen. Manafort verklagte mittlerweile seinerseits Mueller und das US-Justizministerium. Er wirft dem Ministerium vor, dem Sonderermittler zu viele Vollmachten erteilt zu haben.

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