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Rückblick auf Singapur-Gipfel 2018 - Was sich seit dem letzten Treffen getan hat

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US-Präsident Trump und Nordkoreas Machthaber Kim kommen zum zweiten Gipfel zusammen. In Singapur 2018 hatten sie Vereinbarungen getroffen. Was ist davon geblieben? Ein Überblick.

Singapur: Kim Jong Un und Donald Trump
Kim Jong Un (links) und Donald Trump 2018 in Singapur.
Quelle: ap

Nach fünf Stunden dauernden Verhandlungen in Singapur unterschrieben Trump und Kim eine zweiseitige Absichtserklärung. Mit der Realisierung ihrer beiden wichtigsten Ziele ist man bisher aber nicht viel weitergekommen:

1. Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel

Was wurde beschlossen?

Was zwischen Trump und Kim beschlossen wurde, ist bis heute nicht belegt - und wird wohl das Hauptthema ihres zweiten Treffens sein. Kim stimmte beim Gipfeltreffen im Juni 2018 zwar der Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel zu. Aber:

  • Was das aber genau zu bedeuten hat, wurde weder von Seiten der USA noch von Nordkorea konkretisiert.
  • Wie die nukleare Abrüstung ablaufen soll, bis wann sie abgeschlossen sein soll und wie die Gegenleistungen der USA aussehen, wurde damals nicht konkret benannt und ist bis heute unklar.

Erst am vergangenen Sonntag stellte Trump klar, Nordkorea könne sich mit der atomaren Abrüstung Zeit lassen: "Ich will nur keine Tests. Solange es keine Tests gibt, sind wir zufrieden".

Pjöngjang fordert zudem, dass die Sanktionen gegen das Land aufgehoben werden. Zudem will Kim einen Abzug der US-Truppen aus Südkorea. "Die vollständige Aufgabe der nuklearen Bewaffnung Nordkoreas bleibt anzustreben, ist aber auf absehbare Zeit unrealistisch", sagt Professor Patrick Köllner. Er ist Vizepräsident des German Institute of Global and Area Studies (GIGA) und hat zu den Ergebnissen des Singapurer Gipfels geforscht.

Was ist aus den Beschlüssen geworden?

Nach dem Treffen im Juni 2018 hatte Donald Trump die nukleare Bedrohung durch Nordkorea für beendet erklärt. Seit über einem Jahr hat es in Nordkorea keine Atom- und Raketentests mehr gegeben. Außerdem wurden auf Kims Anweisung die Eingänge zum unterirdischen Atomtestgelände Punggye-ri gesprengt.

Eine Archivaufnahme des Atomtestgeländes Punggye-ri.
Auf Kims Anweisung wurden die Eingänge zum unterirdischen Atomtestgelände Punggye-ri gesprengt. (Archivbild)
Quelle: Uncredited/©2018 DigitalGlobe, a Maxar company/AP/dpa

Kurz nach dem Singapur Gipfel gab es in den USA bereits erste Zweifel, ob Nordkorea sein Atomprogramm wirklich beendet. Die Sanktionen gegen das Land wurden nicht aufgehoben - sondern sogar verlängert.

Nordkorea bot seinerseits an, den Nuklearkomplex in Yongbyon schließen zu wollen, wenn sich die USA bewegen. GIGA-Experte Patrick Köllner zufolge könnte dies ein zentraler Schritt für die Denuklearisierung sein. Er werde wahrscheinlich auch in Hanoi zur Verhandlung stehen. "Der Komplex neigt sich bereits dem Ende seines Lebens zu. Deswegen sollte dieser Schritt den Nordkoreanern nicht allzu schwer fallen" glaubt Köllner.

Fazit:

  • Keine Atom- und Raketentests seitens Nordkorea über einem Jahr.
  • Aber: Zweifel, ob das Land wirklich atomar abgerüstet hat.
  • Und: Die US-Sanktionen gegen das Land bestehen weiter.

2. Aussetzen der Militärmanöver von USA und Südkorea

Was wurde beschlossen?

In der Absichtserklärung von Singapur war die Rede davon, dass Nordkorea und die USA sich für die "dauerhafte und stabile Friedensordnung auf der koreanischen Halbinsel" einsetzen wollen. Präsident Trump erklärte damals, dass die gemeinsamen traditionellen Militärmanöver mit Südkorea ausgesetzt werden. Nordkorea hatte sie stets als Provokation aufgefasst.

Nach dem Singapur-Gipfel hatte man eine "Freeze for Freeze"-Vereinbarung erreicht: Während Nordkorea keine Atom- und Raketentests mehr durchführen würde, setzten die USA die Militärübungen aus.

USA und Südkorea führen Anfang April ihre Militärmanöver durch.
USA und Südkorea führen Anfang April ihre Militärmanöver durch - einer der Streitpunke zwischen den Nordkorea und den USA. (Archiv)
Quelle: Hong Gi-Won/Yonhap/dpa

Was ist daraus geworden?

Die USA hielten sich bisher an die Abmachung. Die großen Militärübungen wurden seit dem Gipfel in Singapur nicht noch einmal durchgeführt. Stattdessen fand Anfang November 2018 eine kleinere Seeübung beider Länder in der südkoreanischen Hafenstadt Pohang statt. Nordkorea zeigte sich daüber ungehalten und testet erneut eine "High-Tech Waffe". Es soll sich laut Berichten der Agentur AP nicht um einen Atom- oder Raketentest gehandelt haben.

Erwartungen und Spekulationen vor dem Hanoi-Gipfel

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