Trump-Vertrauter Cohen vor dem Kongress

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"Schmutzige Geschäfte" - Trump-Vertrauter Cohen vor dem Kongress

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Michael Cohen war jahrelang Donald Trumps Mann fürs Grobe, sein Anwalt, sein "Ausputzer". Heute sagt er vor laufenden Fernsehkameras vor dem US-Kongress aus.

Cohen wird laut seines Rechtsberaters von Trump bedroht.
Cohen wird laut seines Rechtsberaters von Trump bedroht.
Quelle: Mary Altaffer/AP/dpa

Wer ist Michael Cohen?

Der 52-Jährige Jurist ist seit 2006 Teil des Trump-Teams. Als Vize-Präsident der Trump Organisation, Anwalt und persönlicher Vertrauter berät er Trump geschäftlich und politisch. Mehr als zehn Jahre lang gilt Cohen seinem Boss Donald Trump gegenüber als absolut loyal. "Ich würde mich vor ihn stellen, wenn jemand auf ihn schießt", sagt Cohen in einem Interview. Kurz vor der Wahl 2016 zahlt Cohen Schweigegeld an zwei Frauen, die Affären mit Trump gehabt haben sollen. Außerdem belügt er den Kongress über Bauprojekte Trumps in Russland. Im April 2018 durchsucht das FBI Wohnung und Büros von Cohen und beschlagnahmt umfangreiches Material. Cohen legt ein Schuldgeständnis ab. Er wird wegen des Verstoßes gegen Wahlkampffinanzierungsgesetze, Steuerhinterziehung und Betrug zu drei Jahren Haft verurteilt. Die Strafe soll er am 6. Mai antreten.

Wann tritt Cohen vor dem Kongress auf?

Die Anhörung Cohens vor dem Kongress wurde bereits mehrfach verschoben - zunächst aus gesundheitlichen Gründen, dann weil Präsident Trump die Sicherheit von Michael Cohens Familie bedroht habe, so der Anwalt. In dieser Woche soll es endlich soweit sein. Cohen hat bereits gestern vor dem Geheimdienstausschuss des Senats ausgesagt - hinter verschlossenen Türen. Auch die Anhörung vor dem mehrheitlich mit Demokraten besetzten Geheimdienstausschuss des Repräsentantenhauses am Donnerstag ist nicht öffentlich. Mit Spannung erwartet wird Cohens heutiger Auftritt vor dem House Oversight and Reform Committee. Diese Anhörung ist als einzige öffentlich und wird live im Fernsehen übertragen.

Was wird Cohen aussagen?

Michael Cohen gilt als Schlüsselfigur in den Russland-Ermittlungen von Sonderermittler Robert Mueller. Seit er sich im Sommer 2018 mit Trump überworfen hat, kooperiert er mit Muellers Team. Insgesamt 70 Stunden hat er mit dem Sonderermittler gesprochen. Bei der Kongress-Anhörung wird er zum Thema Russland allerdings nichts sagen. "Wir werden die Mueller-Ermittlungen nicht behindern", betont der Vorsitzende des House Oversight Committees, Elijah Cummings. Stattdessen werden sich die Fragen auf mögliche Zahlungen Trumps im Wahlkampf konzentrieren, auf eventuelle Interessenskonflikte, Verstöße gegen Wahlkampffinanzierungs- oder Steuergesetze. Medienberichten zufolge will Cohen aussagen, dass Präsident Trump sich im Amt kriminell verhalten hat. "Michael wird über Trumps Charakter sprechen. Er wird die schmutzigen Geschäfte beschreiben, die er im Auftrag von Trump durchführte und durch die er selbst zum Straftäter wurde", so Michael Cohens Anwalt, Lanny Davis.

Ist Cohen glaubwürdig?

Michael Cohen hat in der Vergangenheit mehrfach gelogen - unter anderem bei einer Anhörung vor dem Kongress im August 2017. Die Pressesprecherin des Weißen Hauses Sarah Sanders sagte am Dienstag: "Es ist lächerlich, dass man einem überführten Lügner wie Cohen glaubt, und es ist traurig, dass er eine weitere Gelegenheit bekommt, seine Lügen zu verbreiten."

"Er ist heute nicht mehr derselbe Michael Cohen wie damals", behauptet Cohens Anwalt. "Er will seine persönliche Geschichte mit Trump dem amerikanischen Volk erzählen." Mit einer Strafminderung kann der rechtskräftig verurteilte Cohen nicht rechnen. Es scheint ihm vielmehr um eine persönliche Abrechnung mit seinem ehemaligen Boss zu gehen. Ob und wie sehr er Trump schaden kann, hängt auch davon ab, was in dem Bericht von Sonderermittler Robert Mueller steht, der in den kommenden Wochen vorgelegt werden soll.

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