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Trump darf Grönland nicht kaufen - Not for sale

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Kaufen und verkaufen - darauf fußen die Erfolge des Unternehmers Trump. Als US-Präsident ist er damit weniger erfolgreich. Sein Ansinnen, Grönland zu erwerben, stößt auf Befremden.

Archiv: Überblick über die Stadt Upernavik im westlichen Grönland
Grönland - Trumps Ziel der Begierde - liegt nicht allzu weit von Russland entfernt. Ob das der Grund für das Ansinnen des US-Präsidenten ist, ist unklar.
Quelle: AP

"Aprilscherz", "lächerlich", "verrückt": Dänische Politiker erteilen einem von US-Präsident Donald Trump ins Spiel gebrachten Kauf Grönlands durch die Vereinigten Staaten eine deutliche Abfuhr. "Das muss ein Aprilscherz sein", schrieb der ehemalige dänische Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen auf Twitter. "Wenn er das wirklich in Betracht zieht, dann ist das der letzte Beweis, dass er verrückt geworden ist", betonte der außenpolitische Sprecher der Dänischen Volkspartei, Sören Espersen, im Gespräch mit dem Sender DR. "Der Gedanke, dass Dänemark 50.000 Bürger an die Vereinigten Staaten verkauft, ist völlig lächerlich."

Und auch Grönland selbst reagierte zwar geschmeichelt, aber ablehnend auf die Berichte. "Wir betrachten das als Ausdruck eines größeren Interesses an Investitionen in unserem Land und an den Möglichkeiten, die wir bieten", schrieb die grönländische Regierung am Freitag auf ihrer Webseite. Aber "natürlich steht Grönland nicht zum Verkauf". Die grönländische Abgeordnete Aaja Chemnitz Larsen twitterte am Freitag: "Nein danke zu Trumps Kaufplänen für Grönland!" Vielmehr müsse eine bessere und gleichberechtigte Partnerschaft mit Dänemark zu einem stärkeren und unabhängigeren Grönland führen.

Trump-Mitarbeiter verunsichert

Das "Wall Street Journal" sowie die "Washington Post" und der Sender CNN hatten zuvor berichtet, Trump habe Berater angewiesen, die Möglichkeit zu prüfen, die zum dänischen Königreich gehörende autonome Arktisinsel zu erwerben. Wie seriös die Absichten seien, sei selbst für seine Mitarbeiter unklar. Es sei etwa diskutiert worden, ob eine solche Offerte überhaupt legal sei, wie eine solche Operation vonstatten gehen könne und wo das Geld dafür herkommen solle.

Fest steht, dass Trump, der als Immobilienunternehmer reich wurde, Anfang September seinen ersten Dänemark-Besuch plant. Es gibt aber keine Hinweise darauf, dass dabei über einen Grönland-Kauf gesprochen werden soll.

Witz oder Schreckensszenario?

Der außenpolitische Sprecher der dänischen Sozialliberalen, Martin Lidegaard, schrieb auf Twitter, bei der Kaufidee handele es sich hoffentlich um einen Witz. Andernfalls sei dies "ein schrecklicher Gedanke mit dem Risiko einer Militarisierung Grönlands".

Grönland mit seinen rund 56.000 Einwohnern ist etwa sechsmal so groß wie Deutschland, ein Großteil der Fläche ist ständig von Eis bedeckt. Geografisch gesehen gehört die größte Insel der Welt zu Nordamerika, politisch aber zu Dänemark. Seit 1979 genießt sie weitgehende Autonomie innerhalb Dänemarks. Auf der Insel zwischen dem Nordatlantik und dem Nordpolarmeer befindet sich der US-Militärflugplatz Thule Air Base.

Karte: Grönland - Russland - USA - Dänemark
Grönland hat den Status eines autonomen Territoriums von Dänemark. Im Zweiten Weltkrieg nutzten die USA die Insel für die Luftbrücke über den Atlantik.
Quelle: ZDF

Die Insel zieht aufgrund ihrer strategischen Lage und ihrer Bodenschätze die Aufmerksamkeit der globalen Großmächte China, Russland und USA auf sich. Im Mai sagte US-Außenminister Mike Pompeo, dass sich Russland in der Arktis aggressiv verhalte und Chinas Aktionen dort ebenfalls genau beobachtet werden müssten.

Martin Lidegaard von der Sozialliberalen Partei und ehemaliger Außenminister Dänemarks sprach von einem "grotesken Vorschlag". "Wir sprechen von echten Menschen, und man kann Grönland nicht einfach wie eine alte Kolonialmacht verkaufen", sagte er. 1917 verkaufte Dänemark die damals dänischen Westindischen Inseln für 25 Millionen Dollar an die Vereinigten Staaten, die sie in United States Virgin Islands umbenannten.

Trump ist nicht der erste Interessent

Neu ist die Idee eines Grönland-Kaufs laut den US-Berichten indes nicht: Nach dem Zweiten Weltkrieg habe der damalige Präsident Harry Truman 1946 Dänemark 100 Millionen Dollar für Grönland geboten. Einen anderen Vorstoß soll es bereits 1867 gegeben haben.

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