Sie sind hier:

Trump will Kim doch treffen - "Wir werden verhandeln"

Datum:

Vor gut einer Woche verwies der US-Präsident noch auf Nordkoreas "ungeheuren Groll und offene Feindseligkeit". Nun ist der Streit offenbar beigelegt - Trump will Kim doch treffen.

Der Gipfel soll in Singapur stattfinden

Beitragslänge:
2 min
Datum:

Der zwischenzeitlich abgesagte Gipfel zwischen US-Präsident Donald Trump und dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un soll nun doch wie ursprünglich geplant stattfinden. Die Begegnung am 12. Juni in Singapur werde ein Anfang sein, erklärte Trump in Washington. Er empfing zuvor im Weißen Haus den nordkoreanischen Gesandten Kim Yong Chol. Südkorea begrüßte Trumps Entscheidung, das Spitzentreffen mit Nordkoreas Staatschef wieder aufleben zu lassen.

Vorerst keine neuen Sanktionen

"Wir werden verhandeln", sagte Trump nach dem Gespräch mit dem Gesandten Kim Yong Chol. Wahrscheinlich werde aber mehr als ein Treffen notwendig sein. Am Ende werde jedoch ein positives Ergebnis stehen. Das Gespräch mit Kim Yong Chol, dem ranghöchsten Besucher aus Nordkorea im Weißen Haus seit 18 Jahren, habe länger gedauert als erwartet, erklärte Trump. Es sei sehr gut verlaufen.

Im Anschluss an das Treffen mit Kim Yong Chol teilte Trump mit, er sehe vorerst von zusätzlichen Strafmaßnahmen gegen Pjöngjang ab. Er habe "Hunderte neue Sanktionen" parat, wolle sie allerdings erst verhängen, "falls die Gespräche scheitern." Auch den Begriff des "maximalen Drucks" wolle er nicht mehr verwenden, ergänzte Trump mit Blick auf die harschen Wirtschaftssanktionen, mit denen sein Land Nordkorea wegen dessen Atom- und Raketentests belegt hat. An bereits bestehenden Strafmaßnahmen ändere sich aber nichts, bis Pjöngjang Schritte hin zur Denuklearisierung unternehme, betonte Trump. Er freue sich aber auf den Tag, an dem er Nordkorea von den Sanktionen befreien könne.

Parteivize überreicht Brief

Kim Yong Chol überbrachte Trump auch einen Brief von Staatschef Kim Jong Un. Doch sagte der US-Präsident zunächst, er habe das Schreiben noch nicht gelesen. Kim Yong Chol erklärte, das könne Trump später tun. "Vielleicht erlebe ich eine Überraschung, Leute", sagte Trump mit Blick auf den Inhalt des Schreibens. Wenige Minuten später sprach er dann von "einem sehr interessanten Brief". Am Abend bestätigte Vize-Regierungssprecher Hogan Gidley, dass der US-Präsident den Brief gelesen habe. Über dessen Inhalt wurden aber keine Angaben gemacht.

Trumps Gespräch mit Kim Young Chol im Oval Office dauerte mehr als eine Stunde und diente der Vorbereitung des Gipfeltreffens in Singapur. Danach stellten sich beide auf dem Rasen vor dem Weißen Haus für Fotos auf. Kim Yong Chol ist ein enger Vertrauter von Staatschef Kim Jong Un und aktuell Vizevorsitzender des Zentralkomitees der kommunistischen Arbeiterpartei. Der 72-Jährige kam bereits am Mittwoch bei einem Essen mit US-Außenminister Mike Pompeo zusammen.

Trump will Abrüstung

Trump hatte den geplanten Gipfel vergangene Woche mit Verweis auf die nordkoreanische Rhetorik wieder abgesagt. Schon einen Tag später erklärte er aber, dass solch ein Treffen nach wie vor möglich sei. Seitdem arbeiteten drei US-Teams in den USA, in Singapur und der entmilitarisierten Zone zwischen Nord- und Südkorea daran, den Gipfel doch noch möglich zu machen. Gewährsleute im Weißen Haus bezeichneten die widersprüchlichen Verlautbarungen zum Treffen von Trump und Kim als Ausdruck von Bemühungen, die Entschlossenheit des jeweils anderen zu testen.

Wie ein Abkommen zwischen Nordkorea und den USA aussehen könnte, ist nach wie vor unklar. Es gilt als unwahrscheinlich, dass Kim Jong Un wie von Washington gefordert einer vollständigen atomaren Abrüstung zustimmen wird. Trump erklärte am Freitag, er glaube, dass Kim das Vorhaben billigen werde.

Südkorea zufrieden

In Seoul zeigte sich Regierungssprecher Kim Eui Kyeom zufrieden über die Annäherung von Washington und Pjöngjang. Der "Pfad hin zu einem Gipfel von Nordkorea und den USA ist breiter und stärker geworden", erklärte er. Südkorea blicke dem "historischen Treffen in Singapur mit Spannung, aber auch mit Geduld" freudig entgegen. Südkoreas Präsident Moon Jae In hatte Kim Jong Un in den vergangenen Wochen zwei Mal getroffen und eindringlich für die Umsetzung des Gipfels mit Trump geworben.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Die Website verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Angebot zu präsentieren. Nähere Informationen und die Möglichkeit, die Verwendung von Cookies einzuschränken finden Sie hier.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.