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Ukraine-Affäre - Trump will Whistleblower treffen

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US-Präsident Trump will den Whistleblower in der Ukraine-Affäre treffen und droht mit "großen Konsequenzen". Der Geheimdienstmitarbeiter soll "sehr bald" im Kongress aussagen.

Donald Trump am 28.09.2019 in Washington (USA)
Donald Trump steht in der Ukraine-Affäre unter Druck.
Quelle: Reuters

US-Präsident Donald Trump hat ein Treffen mit dem anonymen Geheimdienstmitarbeiter gefordert, der die Ukraine-Affäre ins Rollen gebracht hat. Trump schrieb bei Twitter, wie jeder US-Bürger habe auch er das Recht, seinen "Ankläger" zu treffen. Der Whistleblower habe eine "perfekte Unterhaltung" mit dem Präsidenten der Ukraine, Wolodymyr Selenskyj, auf "völlig ungenaue und betrügerische Weise" dargestellt und zudem "Informationen aus zweiter & dritter Hand" präsentiert. Auch wolle er die Person treffen, die in "hohem Maße falsche Informationen" an den Whistleblower weitergegeben habe. "Hat diese Person den US-Präsidenten ausspioniert? Große Konsequenzen!", twitterte Trump.

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Derweil äußerten die Anwälte des Whistleblowers Sorgen um die Sicherheit ihres Mandaten. "Wir erwarten, dass die Situation sich verschlechtert und noch gefährlicher wird", schreiben sie in einem Brief an den geschäftsführenden US-Geheimdienstdirektor Joseph Maguire, wie der Sender CBS berichtete. Es müssten alle erforderlichen Maßnahmen getroffen werden, um die Sicherheit des Geheimdienstmitarbeiters zu gewährleisten.

Informant soll "sehr bald" aussagen

Der Informant soll nun vor dem Kongress aussagen. Der Vorsitzende des Geheimdienstausschusses im Repräsentantenhaus, der Demokrat Adam Schiff, sagte im Sender NBC, dies dürfte "sehr bald" geschehen. Schiff betonte, dabei müsse die Identität des Geheimdienstmitarbeiters geschützt werden.

Trump hatte den Informanten kürzlich mit einem "Spion" verglichen. Präsidentenberater Stephen Miller bezeichnete den Geheimdienstmitarbeiter am Sonntag im Sender Fox News als "Saboteur, der eine demokratisch gewählte Regierung zu untergraben versucht".

Trump ist wegen der Enthüllungen über sein Telefonat mit Selenskyj massiv unter Druck geraten. Der US-Präsident steht im Verdacht des Amtsmissbrauchs, weil er in dem Telefonat Ermittlungen gegen den demokratischen Präsidentschaftsbewerber Joe Biden und dessen Sohn Hunter forderte. Der anonyme Geheimdienstmitarbeiter reichte deswegen eine interne Beschwerde ein.

Mehrheit für Amtsenthebungsverfahren

Die Demokraten haben eine offizielle Untersuchung zu einem möglichen Amtsenthebungsverfahren gegen den Präsidenten eingeleitet. Laut einer neuen Umfrage für den Sender CBS befürworten inzwischen 55 Prozent der US-Bürger eine solche Untersuchung. Bei den Anhängern der Demokraten sind es neun von zehn.

Rudy Giuliani
Rudy Giuliani, Ex-Bürgermeister von New York, ist als Trump-Verteidiger derzeit dauerpräsent.
Quelle: Reuters

Die demokratische Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, rief Trump am Sonntag auf, sich an seinen Amtseid zu halten und "die Wahrheit" zu sagen. "Machen Sie es nicht noch schlimmer, als es bereits ist."

Derweil forderte Bidens Wahlkampfteam Fernsehsender auf, Trumps persönlichen Anwalt Rudy Giuliani nicht mehr als Gesprächsgast einzuladen. Der frühere Bürgermeister von New York habe bewiesen, dass er lüge, um seine Darstellung zu verbreiten, heißt es laut "New York Times" in einem Brief des Biden-Teams an mehrere Sender. Giuliani ist in den vergangenen Tagen im US-Fernsehen dauerpräsent und verteidigt Trump. Er hat in der Ukraine-Affäre offenbar eine zentrale Rolle gespielt.

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