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Trumps Wirtschaftspolitik - Kollateralschäden selbstsüchtiger Politik

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Auf dem G20-Gipfel wird auch Donald Trumps Handelspolitik Thema sein. Sein Credo: "America First". Doch seine Entscheidungen können schnell zu einem "America Last" führen.

Gegenseitige Strafzölle belasten die Wirtschaft von den USA und China gleichermaßen. Der Handelskonflikt schlägt auf das Wirtschaftswachstum und auf die Lebensbedingungen.

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Die Vereinigten Staaten haben seit der Wahl von Donald Trump zum Präsidenten der USA eine Maxime verfolgt: "America First". Doch wenn man genauer hinschaut, sieht man, dass Donald Trump offenbar unbeirrt genau jenen Weg gewählt, der zu "America Last" führen könnte. Denn die Zölle, die Abschottungspolitik gegenüber dem Ausland, kostet. Und zwar die amerikanischen Verbraucher. Einige Beispiele:

  • Stahl aus dem Ausland wird mit 25 Prozent Einfuhrzoll belegt, Aluminium mit zehn Prozent. Die Idee: heimische Stahlwerke zu stärken. Die Auswirkung: Ausländische Spezialstähle sind nicht so schnell zu ersetzen, folglich kaufen Autohersteller weiter europäischen, hochwertigen Stahl ein. Ein Drittel eines Autos bestehen aus solchen Materialien, so wird das amerikanische Auto deutlich teurer. Die Kosten: Einige Milliarden Dollar an entgangenem Wirtschaftswachstum.
  • 253 Milliarden Dollar Gegenwert haben jene Wirtschaftsgüter aus China, die seit dem Sommer mit (neuen) Zöllen belegt werden. China reagierte seinerseits mit Zöllen im Wert von 185 Milliarden Dollar, auf Produkte wie Sojabohnen, Fleischerzeugnisse, Motorfahrzeuge und Jeans. Die USA importieren Güter im Wert von 505 Milliarden Dollar aus China, umgekehrt sind es 130 Milliarden Dollar. Dennoch dürfte Washington die Chinesen mit seinen Zöllen nicht in die Knie zwingen können. Denn deren weltweite Abnehmer gewinnen immer mehr an Gewicht.
  • Auch Europa belegt typisch amerikanische Produkte wie Whiskey, Erdnussbutter, Motorräder und Tabak mit neuen Zöllen. Gesamtwert: 2,8 Milliarden Euro.
  • Da die G20-Staaten für 80 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung stehen, dürfte ein Handelskrieg dieser wichtigen Nationen erhebliche Folgen haben. Experten schätzen das Risiko eines weltwirtschaftlichen Abschwungs von 6,25 Prozent als realistisch ein.
  • Etwa 25 Prozent des globalen Wohlstands entstammen Handelsaktivitäten. Schon einmal in der Geschichte, nämlich in den zwanziger Jahren, wollte US-Präsident Warren G. Harding sein Land aus der Krise holen, indem er Zölle einführte. Die Folge war ein Desaster: Der sich anschließende Zoll-Wettlauf kostete die Welt 25 Prozent des Handelsvolumens, mit entsprechenden Auswirkungen auf Arbeitsplätze und Wohlstand.
  • Würde man den Vorstellungen von Donald Trump folgen, der die industrielle Fertigung vollständig in den USA angesiedelt haben möchte, sähe ein Szenario so aus: Die Fertigung eines iPhone des Herstellers Apple würde den Preis des Geräts eineinhalbmal höher ausfallen lassen. Es würde statt 500 Dollar 750 Dollar kosten - schon allein wegen der Lohnkosten. Entsprechende Umsatzeinbrüche kann man sich ausmalen - während die koreanische Konkurrenz, also der Smartphone-Produzent Samsung, aufholen würde. Bei Apple-Zulieferern in Asien ginge viel Knowhow verloren, Tausende Menschen in China würden arbeitslos. Und zu Hause in den USA würde Apple naturgemäß alles daran setzen, die Automatisierung voranzutreiben. Die Arbeitsmarkteffekte für die USA wären sehr gering. Denn gerade in der Hochtechnologiefertigung übernehmen Roboter bereits jetzt schon viele Produktionsschritte - angesichts der höheren Löhne in Amerika rentiert sich hier der Roboter-Einsatz. In China hingegen tut es das angesichts der geringeren Arbeitslöhne derzeit noch nicht.

Auch die Wirtschaft blickt gespannt auf den Gipfel in Buenos Aires. ZDF-Börsenexpertin Valerie Haller berichtet.

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