Was Cohens Aussage für Trump bedeutet

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Ex-Anwalt des US-Präsidenten - Was Cohens Aussage für Trump bedeutet

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Mit Spannung wurde die öffentliche Aussage von Trumps früherem Anwalt Michael Cohen erwartet. Der nutzt seinen Auftritt vor dem Kongress für eine Abrechnung mit dem Ex-Chef.

Michael Cohen am 27.02.2019 in Washington
Michael Cohen
Quelle: AP

Der Ex-Anwalt von Donald Trump, Michael Cohen, hat den US-Präsidenten in einer öffentlichen Anhörung schwer belastet. Bei seiner Aussage am Mittwoch vor dem Kontrollausschuss im US-Repräsentantenhaus bezeichnete Cohen seinen früheren Chef als Betrüger und Rassisten. Er warf ihm diverse Vergehen vor - zum Teil moralischer Natur, zum Teil aber auch rechtlicher Art, die Trump irgendwann womöglich in Schwierigkeiten bringen könnten. Trump nannte Cohen noch kurz vor der Anhörung einen Lügner.

Cohen zeigt sich reumütig

Cohen hat mehr als ein Jahrzehnt für Trump gearbeitet und ist eine zentrale Figur in mehreren Affären um den Präsidenten. Der 52-Jährige wurde oft als Trumps "Ausputzer" beschrieben, bis es zum Bruch zwischen beiden kam. Vor dem Kongress gab sich Cohen demütig und äußerte Reue - dafür, dass er für Trump gearbeitet, für ihn gelogen und der Bevölkerung lange die Wahrheit über Trump vorenthalten habe.

Im vergangenen Jahr hatte sich Cohen vor Gericht wegen mehrerer Vergehen schuldig bekannt: unter anderem wegen einer Falschaussage vor dem Kongress und wegen Verstößen gegen Gesetze zur Wahlkampffinanzierung - durch Schweigegeldzahlungen im Auftrag von Trump. Im Dezember war er wegen dieser Delikte zu drei Jahren Haft verurteilt worden und soll seine Strafe im Mai antreten.

Er lügt, um seine Gefängniszeit zu verringern.
Donald Trump auf Twitter

Kritiker werteten Cohens Auftritt als Versuch, sich reinzuwaschen und von seinen eigenen Fehltritten abzulenken. Die Republikaner in dem Ausschuss hielten Cohen seine Verfehlungen vor und mühten sich, ihn als unglaubwürdigen Zeugen abzutun. Auch Trump griff Cohen am Mittwoch vorab aus der Ferne an: "Er lügt, um seine Gefängniszeit zu verringern", schrieb Trump auf Twitter. Der Präsident ist derzeit in Vietnam für ein Gipfeltreffen mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un.

Der demokratische Ausschussvorsitzende Elijah Cummings kündigte an, das Gremium werde den Vorwürfen weiter nachgehen. "Das ist nicht das Ende eines Prozesses, sondern der Anfang", sagte er nach der Sitzung. Einige von Cohens Aussagen sind für den Präsidenten schlicht unangenehm und hochgradig unschmeichelhaft, andere bringen ihn durchaus in Erklärungsnot.

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