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Presseschau zu Trumps Rede - Amerikas Größe - mit Schönheitsfehlern

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Überraschend zahm klingt der US-Präsident bei seiner Rede zur Lage der Nation. Beobachter kaufen ihm das nicht ab. Von "Schönfärberei" ist die Rede. Ein Blick in die US-Presse.

Zeitungskästen in Washington
Die US-Presse spart nach Trumps Rede zur Lage der Nation nicht an Spott und Lästerei.
Quelle: reuters

"Es war der Abend des Teleprompter-Trump, nicht der des Twitter-Trump", schreibt die Kommentatorin der Zeitung "USA Today". Zur besten Sendezeit hat der US-Präsident um 21 Uhr vor beiden Kammern des Kongresses gesprochen. Statt nach scharfen Tönen, klang der Präsident ungewohnt versöhnlich. "Wir müssen die Politik der Rache, des Widerstands und der Vergeltung beenden und stattdessen auf Kooperation und Kompromiss setzten", sagte Trump gleich zu Anfang seiner Rede. "Alles Schönfärberei", meint Aaron Blake von der "Washington Post". "Die Spaltung hat Trump selbst in den vergangenen dreieinhalb Jahren verschärft mit seinem unnachgiebigen, kompromisslosen Verhalten."

"USA Today": "Trumps Präsidentschaft läuft gegen eine Wand"

Tatsächlich kam der Präsident in seiner Rede sehr schnell auf sein umstrittenes Kernthema Einwanderung zu sprechen. Von Einheit und Überparteilichkeit war keine Rede mehr, als er von einem "Ansturm illegaler Einwanderer auf unsere südliche Grenze" sprach. Aus den Reihen der Demokraten war lautes Stöhnen zu hören. "Mauern funktionieren und Mauern retten Leben", sagt Trump. "Und ich werde eine Mauer bauen." Hinter ihm saß die Sprecherin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, mit versteinertem Gesicht. "Trumps Präsidentschaft, könnte man sagen, läuft gegen eine Wand", lästerte die Kommentatorin der "USA Today".

Trump lobt Amerikas Größe

Den längsten Regierungs-Showdown in der Geschichte der USA erwähnte Trump übrigens nicht. Dabei waren er und seine Forderung nach einer Grenzmauer dafür verantwortlich, dass 35 Tage lang große Teile des Regierungsapparats stillgelegt werden mussten. Statt dessen beschwor er in seiner eine Stunde und dreiundzwanzig Minuten dauernden Rede Amerikas Größe, er zählte - immer wieder unterbrochen vom Applaus der Abgeordneten - historische Missionen wie die Mondlandung und den Kampf der Amerikaner in Europa während des Zweiten Weltkriegs auf.

Er lobte die Erfolge seiner Regierung und hob insbesondere das enorme Wirtschaftswachstum hervor. "Die Lage der Nation ist stark", so Trump. Das sehen viele Beobachter anders. "Die Lage der Nation ist verbogen und betrügerisch", meint Jonathan Cahit vom "New York Magazine".

"Falsche Behauptungen"

"Viele seiner Behauptungen waren schlicht und ergreifend falsch oder zweifelhaft", kommentiert die "Huffington Post". Die "New York Times" und die "Washington Post" überprüften noch während Trump sprach Zahlen und Fakten, die er zitierte. "Seit seiner Amtsübernahme hat er 4.235 Mal die Unwahrheit gesagt."

Was hat Trump genau gesagt? Sehen Sie hier die komplette Rede des US-Präsidenten:

In seiner Rede zur Lage der Nation forderte US-Präsident Trump den Kongress zur parteiübergreifenden Zusammenarbeit auf. Die Politik der „Rache und Vergeltung“ müsse zugunsten von „Kooperation und Kompromiss“ überwunden werden.

Beitragslänge:
99 min
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