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Aus Protest - Industriebosse kehren Trump den Rücken

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US-Präsident Trump brauchte zwei Tage, um klare Worte gegen die rechtsextreme Gewalt in Charlottesville zu finden. Das kommt in der Wirtschaft nicht gut an: Mehrere Konzernchefs verlassen nun das Team, das den Präsidenten in Industriefragen berät.

Nach der Gewalt von Rechtsextremen im Städtchen Charlottesville kam von Donald Trump zunächst keine scharfe Schuldzuweisung. Offenbar wolle er die Rechten unter seinen Anhängern nicht verprellen, hieß ein Vorwurf an ihn – nun reagierte der US-Präsident.

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Der US-Präsident verliert weiter an Rückhalt unter wichtigen Wirtschaftsführern des Landes. Nachdem sich bereits viele Konzernchefs wegen seiner Einwanderungs- und Klimapolitik von ihm abgewendet hatten, zogen jetzt weitere Unternehmenslenker ihre Konsequenzen aus Trumps Reaktion auf rechtsextreme Gewalt in der Stadt Charlottesville. Zuerst quittierte Merck-Chef Kenneth Frazier am Montag seinen Dienst in Trumps Beratergremium, jetzt folgten die Konzernbosse von Intel und Under Armour.

"Stellung gegen Intoleranz und Extremismus beziehen"

Intel-Chef Krzanich schrieb im Firmen-Blog, dass er mit dem Schritt den Blick auf den "ernsthaften Schaden", den das politische Klima anrichte, lenken wolle. "Ich trete zurück, weil ich Fortschritte machen möchte, während viele Leute in Washington mehr damit beschäftigt zu sein scheinen, jeden zu attackieren, der nicht mit ihnen übereinstimmt."

Under-Armour-Chef Kevin Plank teilte auf Twitter mit, dass er "sein Land und seine Firma liebe" und sich nun ganz auf "die inspirierende und vereinende Kraft des Sports" konzentrieren wolle.

Der Afroamerikaner Frazier hatte seinen Rückzug ebenfalls via Twitter begründet: "Ich fühle mich verantwortlich, Stellung gegen Intoleranz und Extremismus zu beziehen." Trump attackierte den Merck-Chef und das Unternehmen auf Twitter scharf. Der Pharma-Manager habe nun mehr Zeit, die Wucherpreise für Medikamente zu senken.

Späte klare Worte

In Charlottesville im Bundesstaat Virginia war es am Wochenende bei einer Kundgebung von Rassisten und Neonazis zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit Gegendemonstranten gekommen. Bei einer Attacke eines mutmaßlichen Rechtsextremisten mit einem Auto starb eine 32-jährige Frau, 19 Menschen wurden verletzt.

Zunächst sprach Trump von "Gewalt von vielen Seiten", ohne Rassisten explizit beim Namen zu nennen. Es hagelte Kritik. Erst am Montag sagte er, Gruppen wie der Ku-Klux-Klan, Neonazis und weiße Rassisten seien abstoßend. Sie hätten keinen Platz in den USA, betonte er und erklärte: "Rassismus ist böse."

In den vergangenen Monaten hatten sich bereits mehrere Top-Manager aus dem Beraterstab Trumps zurückgezogen. So legte Tesla-Chef Elon Musk sein Amt nieder, nachdem Trump den Ausstieg aus dem Pariser Klimaabkommen angekündigt hatte. Ex-Uber-Chef Travis Kalanick schied im Protest gegen die Einwanderungspolitik aus.

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