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Millionen neue Jobs - Trumps Wirtschaftswunderland

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2,4 Millionen neue Jobs, eine Arbeitslosenquote von gerade mal 4,1 Prozent, die Börse auf Rekordkurs: Die US-Wirtschaft boomt - dank seiner Politik, erklärt Präsident Donald Trump.

US-Konjunkturmotor brummt
US-Konjunkturmotor brummt Quelle: ap

"Seit der Wahl haben wir 2,4 Millionen neue Jobs geschaffen, nach Jahren der Stagnation steigen endlich wieder die Löhne, die Arbeitslosenzahlen für Schwarze und Latinos sind so niedrig wie nie zuvor in der Geschichte, die Börsenkurse brechen einen Rekord nach dem anderen und wir haben die größte Steuerreform in der amerikanischen Geschichte beschlossen."

Die Erfolge, die Präsident Trump in seiner Rede zur Lage der Nation diese Woche aufzählte, klangen wie ein Märchen aus dem Wirtschaftswunderland. "Wir können alles erreichen. Es gab nie eine bessere Zeit, den amerikanischen Traum zu verwirklichen", so Trump. "Das ist doch alles Unsinn", schimpft dagegen Robert Reich, politischer Kommentator und ehemaliger Arbeitsminister unter Bill Clinton. Vieles, was Trump als seinen Erfolg verkauft, seien in Wahrheit langfristige Trends und Folgen von wirtschaftspolitischen Entscheidungen von Präsident Barack Obama. Und manches sei schlicht falsch. "Laut Arbeitsmarktstatistik wurden nicht 2,4 sondern 1,8 Millionen Jobs geschaffen, seit Trump im Amt ist. Und die größte Steuerreform in der Geschichte hat nicht Trump, sondern Präsident Reagan 1981 eingeführt."

Kaum dunkle Wolken am Wirtschaftshimmel

Viele Wirtschafts-Experten geben dem Präsidenten trotzdem Recht: "Wenn man seine Meinung über Donald Trump bei Seite lässt, muss man ehrlicherweise zugeben: Der Wirtschaft könnte es nach einem Jahr der Regierung Trump nicht besser gehen", sagt Stephen Moore von der konservativen Hertitage Foundation. "Apple plant, 250 Milliarden Dollar in den USA zu investieren und 20.000 neue Jobs zu schaffen. Chrysler hat angekündigt, eine Fabrik von Mexiko nach Michigan zu verlagern. Nachdem Jobs jahrelang outgesourct wurden, schaffen Firmen wieder Arbeitsplätze in Amerika. Im Moment sind kaum dunkle Wolken am Horizont."

Das sieht auch die Mehrheit der Amerikaner so. Laut einer Gallup-Umfrage sind 58 Prozent der Befragten zufrieden mit der Wirtschaftsentwicklung im ersten Jahr der Regierung Trump. "Wir haben jede Menge zu feiern, wir sind optimistisch, Kunden-Bestellungen gehen nach oben, wir wachsen", jubelt Steve Straub. Für den Mittelständler aus Ohio war 2017 das beste Jahr in der 20-jährigen Unternehmensgeschichte. Präsident Trump hatte Straub nach Washington eingeladen. Während der Rede zur Lage der Nation saß er als lebender Beweis für Trumps Wirtschaftswunder auf der Ehrentribüne im Kapitol. Die Botschaft: Traditionelle mittelständische Betriebe wie die Metallverarbeitung Straubs haben wieder Zukunft in Amerika.

Keine Zukunft für die Industrie von gestern

"Langfristig wird es aber wohl kaum Perspektiven für solche Jobs geben", dämpft US-Ökonom Noah Smith die Euphorie. Seit 1990 ist die Zahl der Jobs in der verarbeitenden Industrie in den USA von 17,8 auf 12,5 Millionen zurückgegangen. Der Grund: Viele Tätigkeiten werden nicht mehr von Menschen, sondern von Maschinen erledigt. Und: "Keine Steuersenkung der Welt wird es schaffen, Lohnkosten in den USA auf den Stand von Äthiopien, Indonesien oder Bangladesch zu bringen."

"Der Präsident scheint nicht zu verstehen, dass die Industrien der Zukunft nicht mehr die sind, die er aus seiner Kindheit kennt", sagt Smith. "Amerika kann keine Zeitreise in die 1950er Jahre machen. Langfristig müssen die Menschen sich nach neuen Jobs umsehen, als Krankenpfleger, Bauarbeiter oder Bierbrauer."

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