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"Wir sehen uns an der Wahlurne" - Eklat zwischen Trump und Pelosi im Weißen Haus

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Das Verhältnis zwischen Donald Trump und Nancy Pelosi ist nicht das beste - das weiß in Washington jeder. Doch jetzt kam es - wegen der Syrien-Politik - im Weißen Haus zum Eklat.

US-Präsident Donald Trump und seine demokratische Gegenspielerin Nancy Pelosi sind einmal mehr aufs Schärfste aneinandergeraten. Ein gemeinsames Treffen, bei dem es um den Konflikt in Nordsyrien ging, wurde vorzeitig abgebrochen.

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Er nannte sie eine "drittklassige" Politikerin. Und sie sagte, er sei einfach ausgeflippt. Bei einem Treffen von US-Präsident Donald Trump und der ranghöchsten Demokratin Nancy Pelosi ging es im Weißen Haus dem Vernehmen nach hoch her, am Ende kam es zum Eklat.

Schimpfkanonaden und Wutanfälle bei Sitzungen zwischen Trump und Kongressanführern - dies gilt inzwischen schon als ein vertrautes Ritual, das am Mittwoch nur um eine neue Anekdote für die politischen Geschichtsbücher ergänzt wurde. Doch diesmal spielte sich die Konfrontation vor der Kulisse fortschreitender Ermittlungen im Repräsentantenhaus zu einem möglichen Amtsenthebungsverfahren gegen Trump ab. Mit Pelosi kam also die Top-Politikerin der Demokraten ins Weiße Haus, die Trumps politische Zukunft mitentscheiden könnte.

Thema: Lage in Syrien

Die Regierung hatte die Kongressspitzen einbestellt, um über die Lage in Syrien zu beraten. Kurz zuvor hatte das Repräsentantenhaus sich mit 354 zu 60 Stimmen überwältigend klar gegen Trumps Befehl ausgesprochen, die US-Truppen aus dem Norden des Bürgerkriegslands abzuziehen.

Dies bedeutete, dass auch viele Republikaner mit den Demokraten stimmten und ihrem Präsidenten so eine seltene Ohrfeige verpassten. Ihnen stößt sauer auf, dass Trump mit der Rückzugsorder eine türkische Militäroffensive gegen syrische Kurdenmilizen möglich gemacht hat, die jahrelang an der Seite der USA gegen die Terrormiliz Islamischer Staat kämpften.

Selbstlob für "fiesen" Brief

Das Treffen im Weißen Haus habe Trump mit reichlich Selbstlob für seinen "fiesen" Brief an den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan eröffnet, berichtete ein Demokrat. In dem Schreiben warnte er Erdogan mit Ausrufezeichen davor, die Kurden "abzuschlachten". Trumps Auftaktmonolog bezeichnete der Demokrat als langatmig und bombastisch.

Pelosi erwähnte dann aber das jüngste Votum in der Parlamentskammer. Und Chuck Schumer, demokratischer Minderheitsführer im Senat, fing an, dem Präsidenten gegenüber eine Aussage von Ex-Pentagonchef James Mattis zu zitieren. Sie handelte davon, wie notwendig es sei, US-Truppen in Syrien zu belassen, um ein Erstarken des IS zu verhindern.

Dokumentation eines Schlagabtauschs

Trump habe Schumer aber das Wort abgeschnitten und Mattis als den "am meisten überschätzten General der Welt" tituliert. "Wissen Sie, warum? Er war nicht taff genug", schob Trump hinterher. "Ich habe den IS eingefangen."

Pelosi erklärte Trump, dass Russland schon immer danach strebe, im Nahen Osten Fuß zu fassen. Nun habe Moskau dies durch den US-Rückzug aus Nordsyrien erreicht, berichtete ein ranghoher Demokrat über die Unterredung. Pelosi fügte demnach hinzu: "Mit Ihnen führen alle Straßen zu Putin."

Dann ging es los: "Ich hasse den IS mehr, als Sie es tun", sagte Trump der Frontfrau der Demokraten. Pelosi antwortete: "Sie wissen das nicht."

Schumer schaltete sich an einem Punkt mit einer Frage an Trump ein: "Ist es Ihr Plan, sich auf die Syrer und Türken zu verlassen?" Trump entgegnete: "Unser Plan ist es, das amerikanische Volk sicher zu halten." Worauf Pelosi sagte: "Das ist kein Plan, das ist ein Ziel."

Trump wandte sich Pelosi zu und beklagte sich über die "rote Linie", die sein Vorgänger Barack Obama einst im Umgang mit der syrischen Führung zog. Nach Angaben Schumers bezeichnete er Pelosi dann als "eine drittklassige Politikerin".

Dem für vornehme Manieren bekannten Fraktionschef der Demokraten im Repräsentantenhaus, Steny Hoyer, schwoll nun offenbar der Kamm. "Das ist nicht nützlich", warf er ein. Hoyer und Pelosi erhoben sich und verließen den Raum. Trump rief ihnen noch einen Abschiedsgruß hinterher: "Auf Wiedersehen, wir sehen uns an den Urnen."

Pelosi: Beleidung rhetorisch vermasselt

In der Zufahrt zum Weißen Haus sagte Pelosi vor Reportern, dass Trump drinnen eine Art "Ausraster" gehabt habe. Sie habe gehen müssen, weil der Präsident nicht in der Lage gewesen sei, die Realität der Situation zu durchblicken. Später legte Pelosi noch Wert darauf, klarzustellen, dass Trump sogar seine Beleidigung rhetorisch vermasselt habe. Statt der wohl von ihm beabsichtigten Zuschreibung "third rate" (drittklassig) habe er "third-grade" (dritte Klasse) gesagt.

Trump betonte wiederum später auf Twitter, dass Pelosi sich einen "totalen Ausraster" geleistet habe. Sie sei "eine sehr kranke Person!" Er twitterte auch Fotos vom Besprechungszimmer. "Glaubt ihr, dass sie mich mögen!", schreibt er zu einem Bild, auf dem Pelosi und Schumer angeödet und mürrisch wirken. In einem anderen Foto stellte er Pelosi als "nervöse Nancy" dar, die sich nicht unter Kontrolle habe. Das Bild zeigt die Top-Demokratin mit ausgestrecktem Finger vor Trump stehen, um sie herum sitzen andere Kongressspitzen und hohe Militärs. Pelosi stellte es als Hintergrundfoto auf ihre Twitterseite.

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