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Hansestadt Hamburg - Peter Tschentscher soll Bürgermeister werden

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Hamburgs Finanzsenator Peter Tschentscher soll neuer Erster Bürgermeister werden. Das bestätigte Noch-Bürgermeister Olaf Scholz - der als Finanzminister nach Berlin wechselt.

Archiv: Peter Tschentscher
Olaf Scholz' Nachfolger? Peter Tschentscher wird offenbar Hamburger Bürgermeister. Quelle: dpa

Die siebenjährige Ära von Bürgermeister Olaf Scholz geht zu Ende - nun soll in Hamburg völlig überraschend die Stunde von Peter Tschentscher schlagen. Der bisherige Finanzsenator soll künftig die Hansestadt an der Spitze des rot-grünen Senats regieren. Sein Nachfolger wiederum soll beim großen Stühlerücken der SPD der bisherige Bürgerschaftsfraktionschef Andreas Dressel werden, der zuvor als Topfavorit auf die Scholz-Nachfolge gegolten hatte.

Scholz hatte nach einer wochenlangen Hängepartie seinen Wechsel als Vizekanzler und Finanzminister in die Bundespolitik verkündet und den Weg für den sieben Jahre jüngeren Tschentscher freigemacht.

CDU-Landeschef: "Das Ganze wird zunehmend zur Posse"

Die FDP-Fraktionsvorsitzenden Anna von Treuenfels-Frowein und Michael Kruse erklärten, das neue Konstrukt wirke wie eine Notlösung. "Diese Personalrochade verspricht alles andere als den notwendigen politischen Neuanfang, den Hamburg so dringend braucht."

Die Personalien kamen für die meisten Rathausbeobachter überraschend, galt SPD-Fraktionschef Dressel doch vielen als designierter Scholz-Nachfolger. Nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung hatte Dressel offenbar Bedenken geäußert, weil seine familiäre Situation mit drei kleinen Kindern einen derartigen Job schlecht zulasse. Dressel selbst bestätigte dies zunächst nicht.

Nach einem Bericht der Online-Ausgabe des "Hamburger Abendblatts" hatten Dressel und die ebenfalls gehandelte Sozialsenatorin Melanie Leonhard mit Blick auf die Scholz-Nachfolge abgewinkt. CDU-Landeschef Roland Heintze sagte: "Das Ganze wird zunehmend zur Posse. Die SPD hat offensichtlich Schwierigkeiten den Posten zu besetzen."

Scholz: "War mir eine große Ehre"

Tschentscher gilt als versierter Finanzexperte, der gemeinsam mit Scholz dafür Sorge trug, dass der rot-grüne Senat seinem Ziel der "Schwarzen Null" stetig näherkam. Als Sprecher der Finanzressortchefs der SPD-geführten Länder hat sein Wort auch bundesweit Gewicht, derzeit hat er den Vorsitz der Finanzministerkonferenz inne. Der 52-Jährige gilt als ruhiger, detailversessener Politiker und ähnelt darin dem Noch-Amtsinhaber Scholz.

Vor seinem baldigen Abschied bezeichnete Scholz seine Amtszeit in der Hansestadt als die "spannendsten und auch schönsten Jahre" seines bisherigen politischen Lebens. "Es war mir eine große Ehre, meine Kraft und meine politische Energie für Sie einsetzen zu dürfen", hieß es in einem im Internet veröffentlichten Schreiben an die Hamburger.

Scholz zog eine positive Bilanz der siebenjährigen Regierungsarbeit: "Das Feld ist bestellt. Die Stadt ist auf einem guten Weg." Er sei zuversichtlich, dass seine Nachfolger "diesen erfolgreichen Weg weitergehen werden". In einer jüngsten Umfrage stürzte die SPD aber auf 28 Prozent ab - für die in Hamburg traditionell starke SPD wäre es das schlechteste Ergebnis ihrer Geschichte.

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