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Ein Jahr nach Putschversuch - Türkei entlässt wieder Tausende Staatsdiener

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Kurz vor dem Jahrestag des Putschversuchs entlassen die türkischen Behörden weitere Tausende Beschäftigte des öffentlichen Dienstes - darunter Polizisten, Mitarbeiter in Ministerien und Hochschullehrer.

Was wirklich geschehen ist, in der Nacht vom 15. Juli 2016 ist noch immer nicht hundertprozentig geklärt. Was die Folgen sind, ist bekannt: 115.000 Menschen wurden bislang aus ihren Arbeitsverhältnissen entlassen, 55.000 Menschen verhaftet. Auch die …

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Betroffen seien mehr als 7.000 Polizisten, Soldaten und Ministeriumsmitarbeiter, meldeten mehrere Medien unter Berufung auf ein am Freitag veröffentlichtes Dekret. Die Zeitung "Hürriyet" berichtete, 7.348 Menschen seien entlassen worden, darunter gut 2.300 Polizisten.

Kurdische Aktivisten und Gülen-Anhänger

Nach Regierungsangaben wurden mehr als 142.000 Staatsbedienstete entlassen oder suspendiert - darunter Lehrer, Richter, Soldaten und Polizisten. Mehr als 50.000 Menschen wurden demnach in Untersuchungshaft gesperrt.

Betroffen sind vor allem mutmaßliche Anhänger des islamischen Predigers Fethullah Gülen, dessen Bewegung von der Regierung in Ankara für den Putschversuch verantwortlich gemacht wird. Aber auch kurdische Aktivisten, Oppositionsanhänger und Regierungskritiker wurden entlassen.

Gülen: Hexenjagd

Gülen selbst erhob zum Jahrestag des Putschversuchs schwere Vorwürfe gegen die Regierung in Ankara. Er verurteile den "verachtenswerten Putsch" ebenso wie die anschließende "Hexenjagd", heißt es in einer Mitteilung, die der im US-Exil lebende Kleriker verbreiten ließ. "Das vergangene Jahr war schlimm für mich. Hunderttausende unschuldige Türken werden bestraft, weil die Regierung entscheidet, dass sie irgendwie mit mir 'verbunden' sind." Gülen forderte eine unabhängige internationale Untersuchung des gescheiterten Militärputsches vom 15. Juli 2016, bei dem 249 Menschen getötet wurden.

Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan indes kündigte an, dass die Regierung den Ausnahmezustand in das zweite Jahr hinein verlängern wolle. Der derzeit bis zum kommenden Mittwoch geltende Ausnahmezustand ermöglicht es dem Präsidenten, per Dekret zu regieren. Eine Zustimmung des Parlaments gilt als sicher, weil Erdogans AKP dort über eine absolute Mehrheit verfügt.

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