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Kämpfe in Nordsyrien halten an - US-Vizepräsident Pence reist in die Türkei

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Die Kämpfe im türkisch-syrischen Grenzgebiet halten unvermindert an. Nun will sich US-Vize Pence in der Türkei für eine Feuerpause einsetzen. Trump droht mit neuen Sanktionen.

US-Vizepräsident Mike Pence reist in Kürze in die Türkei, um für eine Waffenruhe zwischen der türkischen Armee und den kurdischen Kämpfern im Nachbarland Syrien zu werben. Pence werde "in den kommenden 24 Stunden" aufbrechen, sagte am Dienstag ein hochrangiger US-Vertreter, der nicht namentlich genannt werden wollte. Vordringlichstes Ziel der US-Regierung sei es, eine Waffenruhe zu erreichen und "die Lage unter Kontrolle" zu bringen. Pence soll von Trumps Nationalem Sicherheitsberater Robert O'Brien und vom US-Gesandten für Syrien, James Jeffrey, begleitet werden.

USA: Weitere Sanktionen möglich

Gleichzeitig drohen die USA der Türkei angesichts der anhaltenden Militärschläge mit weiteren Sanktionen. Der Plan sei es, den Druck zu erhöhen und die Türkei zu einer Feuerpause zu bewegen. Zudem sollten die Bodentruppen nicht weiter vorrücken. Ein Vertreter der US-Regierung erklärte, zusätzliche Sanktionen könnten beschlossen werden. US-Präsident Donald Trump hat bereits Gespräche über ein Handelsabkommen auf Eis gelegt und Zölle auf türkischen Stahl auf 50 Prozent angehoben.

Russland verteidigt Vorstoß syrischer Truppen

In Abu Dhabi verteidigte der russische Beauftragte für Syrien, Alexander Lawrentiew, den Vorstoß syrischer Truppen in die von Kurden beherrschten Regionen nach dem Abzug amerikanischer Soldaten. Die Kurden hätten dies erlaubt, auch der Einzug in der Stadt Manbidsch sei abgesprochen gewesen. Lawrentiew erklärte, die Türkei habe nicht das Recht auf eine dauerhafte Stationierung ihrer Truppen in Nordsyrien. Zulässig sei zudem nur ein Vorstoß auf syrisches Gebiet in einer Tiefe von fünf bis zehn Kilometern.

Die Türkei hatte Mitte vergangener Woche ihre lange angekündigte Militäroffensive gegen die Kurdenmiliz YPG in Nordsyrien begonnen. Die US-Regierung verhängte daraufhin Sanktionen gegen die Türkei. Trump drohte, die Wirtschaft des Landes "umgehend zu zerstören, wenn die türkische Führung ihren gefährlichen und zerstörerischen Weg fortsetzt".

Allerdings hatte Trump mit dem Abzug von US-Soldaten aus der Region selbst den Weg für die Offensive freigemacht. Der Abzug ihrer Verbündeten wurde von den Kurden als Verrat empfunden, nachdem sie jahrelang mit den USA gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) gekämpft hatten.

Erdogan zeigt Kritikern weiter die kalte Schulter

Wir werden weiter alle terroristischen Gruppen bekämpfen, inklusive IS, ob die Welt zustimmt, unsere Bemühungen zu unterstützen, oder nicht.
Fahrettin Altun, Kommunikationsdirektor im türkischen Präsidialamt

Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan ließ die USA am Dienstag wissen, dass er sich dem Druck aus Washington nicht beugen werde. "Wir werden weiter alle terroristischen Gruppen bekämpfen, inklusive IS, ob die Welt zustimmt, unsere Bemühungen zu unterstützen, oder nicht", sagte der Kommunikationsdirektor im türkischen Präsidialamt, Fahrettin Altun, der Nachrichtenagentur AFP.

Westliche Länder befürchten unter anderem, dass die türkische Offensive in Syrien ein Wiedererstarken der IS-Miliz zur Folge haben könnte. Der hochrangige US-Regierungsvertreter betonte am Dienstag, dass es seit Beginn der Offensive aber "keinen größeren erfolgreichen Ausbruch" von IS-Kämpfern gegeben habe, die von kurdischen Kämpfern gefangengenommen worden waren. Damit widersprach er US-Verteidigungsminister Mark Esper. Dieser hatte der Türkei am Montag vorgeworfen, ihre Offensive habe es "vielen gefährlichen IS-Gefangenen" ermöglicht, freizukommen.

Kämpfe in der wichtigen Grenzstadt Ras al-Ain (Archivbild vom 15.10.2019)

Türkische Militäroffensive -
Erbitterte Kämpfe in Nordsyrien
 

Die USA fordern einen Stopp der türkischen Offensive in Nordsyrien und verhängen Sanktionen. Doch türkische Truppen liefern sich weiter erbitterte Kämpfe mit der Kurdenmiliz YPG.

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