ZDFheute

120 Stunden Pause: Waffenruhe für Nordsyrien

Sie sind hier:

USA und Türkei einigen sich - 120 Stunden Pause: Waffenruhe für Nordsyrien

Datum:

Türkei und USA haben sich auf eine vorübergehende Waffenruhe in Nordsyrien geeinigt. Hält sie dauerhaft, fallen die US-Sanktionen weg. Die Kurden wollen die Pause akzeptieren.

Nach Verhandlungen zwischen US-Vizepräsident Pence und Präsident Erdogan soll eine fünftägige Waffenruhe kommen. Kurdische Kämpfer der Syrischen Demokratischen Front sollen sich aus der angestrebten Sicherheitszone im Norden Syriens zurückziehen können.

Beitragslänge:
2 min
Datum:

Noch am Tag zuvor hatte der türkische Präsident Erdogan betont, eine Waffenruhe in Nordsyrien komme nicht infrage. Doch jetzt, nach stundenlangen Verhandlungen mit US-Vizepräsident Pence, ging es ganz schnell: Die Türkei stoppt ihre Offensive für eine bestimmte Zeit.

Offensive endet erst bei Kurden-Abzug

Ankara werde den Militäreinsatz gegen die Kurdenmilizen 120 Stunden lang stoppen, sagte US-Vizepräsident Mike Pence in einer Pressekonferenz in Ankara am Donnerstagabend. Ziel sei, dass die Kämpfer der YPG-Miliz abziehen können. Diese Phase habe bereits begonnen. Nach dem vollständigen Abzug der Kurdenmilizen solle die Offensive ganz beendet werden.

Im Gegenzug wollen die USA dann - das heißt, wenn die Waffenruhe dauerhaft ist - ihre Sanktionen gegen die Türkei wieder aufheben, sagte Pence und betonte, vorerst würden keine weiteren Strafmaßnahmen gegen Ankara verhängt. Die USA hatten zu Wochenanfang wegen der Offensive Sanktionen gegen türkische Minister und Ministerien verhängt sowie die Anhebung von Strafzöllen auf Stahlimporte aus der Türkei und den Abbruch von Gesprächen über ein Handelsabkommen angekündigt. Zunächst hatten die Sanktionen aber keine Wirkung gezeigt.

Thomas Gill berichtet aus dem türkisch-syrischen Grenzgebiet, von der ausgehandelten Waffenruhe sei dort noch nichts zu spüren. Donald Trump feiere sich für einen Sieg in einem Krieg, "den er selbst ausgelöst habe", so Ines Trams aus Washington.

Beitragslänge:
4 min
Datum:

Auch die kurdischen Kämpfer im Nordosten Syriens sind bereit, die zwischen den USA und der Türkei ausgehandelte Feuerpause zu akzeptieren. "Wir werden alles tun, damit die Waffenruhe ein Erfolg wird", sagte der Kommandant der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF), Maslum Abdi, am Donnerstagabend dem kurdischen Fernsehsender Ronahi TV.

Trump feiert Erfolg

Eine hochkarätige US-Delegation unter Führung von Pence sowie der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatten das Abkommen in mehrstündigen Verhandlungen erzielt. Präsident Donald Trump twitterte: "Tolle Neuigkeiten aus der Türkei. ... Millionen Leben werden gerettet."

Ein Klick für den Datenschutz

Erst wenn Sie hier klicken, werden Bilder und andere Daten von Drittanbietern nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server (Facebook, Google, Instagram, Twitter, etc.) übertragen. Über den Datenschutz dieser Anbieter können Sie sich auf den jeweiligen Seiten informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in einem 'ZDF-Cookie'. Diese Zustimmung können Sie in den Einstellungen unter 'Mein ZDF' jederzeit widerrufen. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Allerdings will Ankara die Vereinbarung mit den USA nicht als Waffenruhe verstanden wissen. Die Offensive werde nicht gestoppt, sondern "unterbrochen", sagte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu. Wenn die YPG innerhalb von fünf Tagen abgezogen sei, ihre schweren Waffen abgelegt und ihre Stellungen zerstört habe, werde die Offensive aber enden, räumte er ein. Nur zwei legitime Seiten könnten eine Waffenruhe vereinbaren, sagte er zur Erklärung. Die Türkei betrachtet die YPG als Terrororganisation.

Türkei will Sicherheitszone

Die Türkei will jenseits ihrer Südgrenze in einem rund 30 Kilometer breiten Streifen auf syrischem Territorium eine sogenannte Sicherheitszone errichten. Mit seinem "Quelle des Friedens" genannten und seit einer Woche dauernden Angriff will das türkische Militär die YPG aus dem Gebiet vertreiben. Die Türkei betrachtet die YPG als Terrororganisation.

Für die USA waren die Kurdenkämpfer dagegen lange Verbündete im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Der türkische Einsatz war international auf scharfe Kritik gestoßen, teilweise aber erst durch einen US-Truppenabzug aus dem Grenzgebiet ermöglicht worden. Fraglich bleibt, inwieweit sich der syrische Präsident Assad und die Kurden an die Vereinbarung gebunden fühlen - und auch, wer die Zone kontrollieren könnte.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.