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Unter Auflagen - Türkei: Festgenommener Deutscher frei

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In der Türkei ist auch der zweite, kürzlich festgenommene Deutsche wieder frei - unter Auflagen. Die Festnahme des Paares vor einer Woche in Antalya hatte die deutsch-türkischen Beziehungen weiter belastet.

Auch am Tag nach der Festnahme zweier Deutscher verweigert die Türkei der Bundesregierung den Kontakt zu den Gefangenen. Außenminister Gabriel droht mit wirtschaftlichen Konsequenzen. Die Türkei hingegen könnte gar ein Tauschgeschäft anstreben.

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Der Betroffene sei heute aus dem Polizeigewahrsam entlassen worden, erfuhr das ZDF vom Auswärtigen Amt in Berlin. "Unser Konsulat in Antalya steht mit ihm in engem Kontakt und betreut ihn weiterhin konsularisch. Gegen den Betroffenen ist eine Ausreisesperre verhängt worden", hieß es.

Die Polizei hatte den Mann am vergangenen Donnerstag am Flughafen der südtürkischen Stadt Antalya festgesetzt. Seine mit ihm festgenommene Frau war bereits zuvor freigekommen und nach Deutschland ausgereist.

Forderung nach Abbruch der EU-Beitrittsgespräche

Die Festnahme der beiden Deutschen hatte die ohnehin angespannten Beziehungen der Türkei und Deutschlands weiter belastet. Das Auswärtige Amt verschärfte daraufhin seine Reisehinweise für die Türkei. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihr Herausforderer Martin Schulz (SPD) kündigten bei ihrem TV-Duell am Sonntag an, sich für die Aussetzung oder den Abbruch der EU-Beitrittsgespräche mit der Türkei einzusetzen.

Bei den beiden inhaftierten Deutschen handelt es sich laut Medienberichten um ein türkischstämmiges Unternehmerpaar aus Rheinland-Pfalz. Sie sollen unter dem Verdacht festgenommen worden sein, zur verbotenen Bewegung des islamischen Predigers Fethullah Gülen zu gehören, die von Ankara für den gescheiterten Militärputsch vom 15. Juli 2016 verantwortlich gemacht wird.

Laut der "Süddeutschen Zeitung" schwärzte ein anonymer Tippgeber sie bei den türkischen Behörden an und teilte auch ihre Ankunftszeit in Antalya mit. Demnach war das Paar zuvor regelmäßig in die Türkei gereist und erst vor wenigen Wochen im Land gewesen. In der Türkei sind seit dem Putschversuch mehr als 50.000 Menschen aufgrund oft vager Hinweise inhaftiert worden.

Ankara weist deutsche Kritik zurück

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu hatte die deutsche Kritik an den Festnahmen der "Putschisten" scharf zurückgewiesen und der Bundesregierung Einmischung in türkische Angelegenheiten vorgeworfen, da die Festgenommenen auch Türken seien. Laut den deutschen Medienberichten haben die Betroffenen aber ausschließlich die deutsche Staatsbürgerschaft.

In der Türkei sind seit dem Putschversuch immer wieder EU-Bürger inhaftiert worden. Nach Freilassung des Deutschen in Antalya befinden sich derzeit noch zehn deutsche oder deutsch-türkische Staatsbürger aus mutmaßlich politischen Gründen in Haft. Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) wirft Erdogan vor, die Häftlinge als "Geiseln" zu halten.

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