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TV-Duell der US-Demokraten - Kampfansage an Donald Trump

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Wer wird Kandidat der Demokraten bei der US-Präsidentschaftswahl 2020? In einer ersten TV-Debatte messen sich zehn Bewerber, die Amtsinhaber Trump herausfordern wollen.

TV-Debatte der Demokraten, aufgenommen am 26.06.2019 in Miami, Florida, USA
Die ersten zehn Kandidaten stellen sich - der Ton war eher höflich.
Quelle: AP

Mit einer Kampfansage an Amtsinhaber Donald Trump haben sich die Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur der US-Demokraten ihren ersten Schlagabtausch im Fernsehen geliefert. Zehn Anwärter auf die Kandidatur der Oppositionspartei warben am Mittwochabend (Ortszeit) in Miami im Bundesstaat Florida beim ersten Fernsehduell der Demokraten darum, Trump im November 2020 herausfordern zu dürfen. Bislang haben 25 Politiker ihren Hut bei den Demokraten in den Ring geworfen - mehr Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur hatte die Partei nie.

Die demokratische Präsidentschaftskandidatin Elizabeth Warren gestikuliert während der ersten TV-Dabatte der US-Demokraten, aufgenommen am 26.06.2019 in Miami, Florida, USA
Cory Booker und Elizabeth Warren
Quelle: dpa

Weil das Bewerberfeld so groß ist, werden am Donnerstag bei einem zweiten TV-Duell zehn weitere Kandidaten auftreten. Die linke Senatorin Elizabeth Warren - die Umfragen zufolge am Mittwochabend vorne lag - warb bei ihrem Auftritt für "strukturelle Änderungen in unserer Regierung, in unserer Wirtschaft und in unserem Land". Sie kritisierte, die Wirtschaft funktioniere nur noch für eine immer kleinere Schicht, "aber nicht für den Rest von uns, der zusieht, wie der Klimawandel auf uns zusteuert".

Neben Warren stellten sich unter anderem der Ex-Abgeordnete Beto O'Rourke aus Texas, die Kongressabgeordnete Tulsi Gabbard, New Jerseys Senator Cory Booker, der New Yorker Bürgermeister Bill de Blasio und der Ex-Parlamentarier John Delaney aus Maryland den Fragen der Moderatoren.

Scharfe Kritik an Trump

Die Bewerber sprachen sich übereinstimmend für Reformen im Gesundheitssektor und bei der Migrationsgesetzgebung aus. Außenpolitisch betonten sie, im Konflikt mit dem Iran nach einer diplomatischen Lösung suchen zu wollen. Die Kongressabgeordnete und Irak-Veteranin Tulsi Gabbard warnte, ein Krieg mit dem Iran "wäre viel verheerender, viel teurer als das, was wir im Irak gesehen haben". Gabbard forderte zudem: "Wir müssen unsere Truppen aus Afghanistan nach Hause holen."

Alle Bewerber äußerten scharfe Kritik an Trump. Auf die Frage der Moderatoren nach der größten geopolitischen Gefahr für die USA antwortete der Gouverneur des Bundesstaats Washington, Jay Inslee: "Die größte Bedrohung für die Vereinigten Staaten ist Donald Trump." Andere Bewerber nannten den Klimawandel, China oder Russland.

Streitthema Migration

Heftige Kritik gab es für die restriktive Migrationspolitik Trumps. Der frühere Minister für Wohnungsbau und Stadtentwicklung, Julian Castro, sagte, als Präsident würde er sicherstellen, dass Menschen ihre Rechte an der Grenze nicht verlieren würden. Die USA dürften ihre Werte nicht der Grenzsicherheit opfern. Der frühere texanische Abgeordnete Beto O'Rourke sagte, wäre er Präsident, würden Flüchtlingsfamilien nicht eingesperrt.

Das Foto der Leichen eines jungen Vaters aus El Salvador und dessen knapp zwei Jahre alter Tochter am Ufer des Grenzflusses Rio Grande beschäftigte die Debattenteilnehmer ebenfalls. Alle Kandidaten machten Trump und dessen Politik für den Tod von Migranten bei der illegalen Einreise in die USA verantwortlich. "Das Bild von Oscar und seiner Tochter Valeria zu sehen, ist herzzerreißend", sagte Castro über das Foto von dem toten Salvadorianer und dessen Kind. "Es sollte uns auch alle wütend machen."

Trumps Reaktion auf die Debatte

Um sich für das Fernsehduell zu qualifizieren, mussten die Bewerber in drei Umfragen mindestens ein Prozent Unterstützung erhalten oder Spenden von insgesamt 65.000 Förderern aus 20 US-Bundesstaaten nachweisen. Am Donnerstag treffen unter anderem Ex-Vizepräsident Joe Biden und der unabhängige Senator Bernie Sanders aufeinander.
Umfragen zufolge liegt Biden im Bewerberfeld der Demokraten bislang deutlich vorne, gefolgt von Sanders und Warren.

Biden hatte Trump bei der Verkündung seiner Bewerbung eine "existenzielle Bedrohung" für die USA genannt. Trump verspottet den Stellvertreter seines Amtsvorgängers Barack Obama regelmäßig als "schläfrigen Joe Biden".

Trump hatte seinen Wahlkampf für eine Wiederwahl 2020 offiziell am vergangenen Dienstag eröffnet - ebenfalls in Florida. Trump warnte dabei eindringlich vor einem Wahlsieg der Demokraten, die Amerika angeblich zu einem sozialistischen Staat machen wollten. Der Präsident hatte vorab angekündigt, die Diskussion auf dem Weg nach Asien zu verfolgen. Kurz nach deren Start setzte er seinen ersten, kurzen Tweet ab: "LANGWEILIG".

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