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Dörfer eingekesselt - viele Tote - Waldbrand in Portugal: "Beispiellose Situation"

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Bei einem verheerenden Waldbrand in Portugal ist die Zahl der Toten gestiegen. Mindestens 57 Menschen wurden getötet, teilte die Regierung mit. Die meisten Opfer starben auf der Flucht vor dem Waldbrand im Zentrum des Landes in ihren Autos, als das Feuer ihnen den Weg abschnitt.

Pedrógão Grande gilt unter Naturliebhabern in Portugal als Geheimtipp. Jetzt stehen die Wälder in Flammen. Über 30 Menschen sind tot. Portugals Ministerpräsident spricht von der schlimmsten Tragödie seit Jahrzehnten.

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Er sei schockiert vom "Ausmaß der Tragödie" im Kreis Pedrógão Grande knapp 200 Kilometer nordöstlich von Lissabon, sagte Ministerpräsident António Costa am frühen Sonntagmorgen.

Präsident: "Beispiellose Situation"

Es gebe einige Dörfer, die "von den Flammen völlig eingekesselt" seien, sagte der Bürgermeister von Pedrógão Grande, Valdemar Alves, der Zeitung "Público". Präsident Marcelo Rebelo de Sousa traf nach Mitternacht in Pedrógão Grande ein und sagte nach einer langen Umarmung mit Alves sichtlich mitgenommen: "Das ist eine beispiellose Situation."

Nach Angaben des portugiesischen Innenministeriums waren viele der später tot geborgenen Menschen mit ihren Fahrzeugen auf der Flucht, als sie von den Flammen eingeschlossen wurden. Drei der Opfer seien nach ersten Erkenntnissen in der Nähe eines Friedhofes an Rauchvergiftungen gestorben.

Polizei: Blitzschlag löst Waldbrand aus

Der Polizei zufolge hat ein Blitzschlag den Waldbrand ausgelöst. Am Samstagnachmittag habe sich über dem betroffenen Gebiet ein Gewitter entladen, ohne dass es dabei regnete, sagte der Direktor der Kriminalpolizei, José Almeida Rodrigues. "Alles deutet ganz klar auf natürliche Ursachen hin. Wir haben in Zusammenarbeit mit der Nationalgarde sogar den Baum gefunden, der von einem Blitz getroffen wurde." Bürgermeister Alves hatte zuvor gesagt, er sei überzeugt, dass es sich um Brandstiftung handele.

Einen ähnlich schlimmen Waldbrand - was die Opferzahl betrifft - hatte es in Portugal zuletzt vor einem halben Jahrhundert gegeben. 1966 starben bei einem siebentägigen Feuer in Sintra in der Nähe von Lissabon 25 Menschen, allesamt Angehörige des Militärs.

750 Feuerwehrmänner im Einsatz

18 Verletzte werden in Krankenhäusern behandelt, wie der Staatssekretär im Innenministerium, Jorge Gomes, mitteilte. Fünf Menschen, darunter vier Feuerwehrmänner, seien schwer verletzt, hieß es. In einigen Gebieten fiel der Strom aus. Feuerwehrfahrzeuge wurden von den Flammen zerstört, mehrere Familien mussten ihre Häuser verlassen.

Das Feuer sei an vier Fronten aktiv und werde von rund 750 Feuerwehrmännern mit rund 200 Einsatzfahrzeugen und zwei Flugzeugen bekämpft, teilte der Zivilschutz mit. Die Flammen griffen auf die Nachbarkreise Figueiró dos Vinhos, Castanheira de Pera und Gois über. Starke Winde erschwerten die Löscharbeiten, hieß es. Spanien kündigte die Entsendung von zwei Canadair-Löschflugzeugen an. Außerdem rückte noch in der Nacht Verstärkung aus verschiedenen Teilen des Landes an.

Insgesamt elf Waldbrände im Land

Das Feuer in Pedrógão Grande war am Wochenende allerdings nicht das einzige, das die Feuerwehr Portugals auf Trab hielt. Nach Mitteilung des Zivilschutzes gab es unter anderem auch aufgrund einer Hitzewelle mit Temperaturen von über 35 Grad insgesamt elf Waldbrände, die von mehr als 1.500 Einsatzkräften bekämpft wurden.

Der Kreis Pedrógão Grande hat auf 128 Quadratkilometer Fläche lediglich rund 4.000 Einwohner, die sich in erster Linie der Land-, aber auch der Textilwirtschaft widmen. Die nahezu unberührte Natur mit Lagunen und Stauseen zieht seit Jahren immer mehr Wanderer und Wassersportler an.

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