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Gesundheitsstudie - Jedes siebte Kind hat Übergewicht

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Ungesunde Ernährung, zu wenig Bewegung: Rund 15 Prozent der deutschen Kinder haben laut einer Studie Übergewicht. Ein wichtiger Grund bleibt noch immer die soziale Herkunft.

In Deutschland leben rund 13 Millionen Kinder und Jugendliche. Laut aktueller Studie des Robert-Koch-Instituts ist davon jedes siebte Kind übergewichtig, teilweise sogar adipös. Gründe dafür sind falsche Ernährung, aber auch ein Mangel an Bewegung.

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Rund jedes siebte Kind in Deutschland hat Übergewicht. Das geht aus einer am Donnerstag vorgestellten Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen des Robert-Koch-Instituts hervor. Mit 15,4 Prozent der Jugendlichen sei der Anteil in den letzten zehn Jahren zwar nicht gestiegen, er habe sich aber "auf hohem Niveau stabilisiert", so die Studie.

Soziale Faktoren entscheidend

Unterschiede zwischen den Geschlechtern können laut der aktuellen Daten nicht ausgemacht werden. Vielmehr haben soziale Faktoren Gewicht. "Es hängt in erster Linie davon ab, in welchen sozialen Verhältnissen, in welchen Bildungsverhältnissen die Kinder leben", so Prof. Lothar Wieler, Präsident des Robert-Koch-Instituts, im ZDF-Morgenmagazin. Bei Kindern mit niedrigem sozioökonomischen Status war der Anteil mit Adipositas rund viermal so hoch wie bei solchen mit hohem Status.

Auch wenn das von Bundesregierung und Weltgesundheitsorganisation (WHO) herausgegebene Ziel, den Anteil der Übergewichtigen nicht weiter steigen zu lassen, erreicht wurde: Die Studie warnt davor, jetzt deswegen mit Maßnahmen nachzulassen. Wichtig ist für Wieler, dass die Kinder früh in Kindergärten geschickt werden, wo sie mit anderen spielen können und zu richtiger Ernährung aufgefordert werden. "Die Verhältnisse der Kinder kann man nur beeinflussen, wenn sie in der Schule oder im Kindergarten sind", sagte Wieler. "Die Umgebung, in der sich die Kinder befinden, muss sich ändern." Dann könne man auch Erfolge erzielen.

Zu wenig Bewegung

Ein weiteres Problem liegt bei der mangelnden Bewegung der Kinder und Jugendlichen. Die WHO empfiehlt mindestens eine Stunde körperlicher Aktivität an Tag. Laut der Studie erfüllen das allerdings nur 22,4 Prozent der Mädchen und 29,4 Prozent der Jungen. Je älter die Beteiligten waren, desto seltener erreichten sie dieses Ziel. Die Autoren der Studie fordern darum eine stärkere Förderung durch die Politik. So sollten die Fuß- und Radwege ausgebaut und mehr kinder- und jugendgerechte Freizeitanlagen eingerichtet werden.

Deutliche Erfolge konnten dafür bei der Zahl der Raucher vermeldet werden. Seit die Studie 2003 erstmals durchgeführt wurde, ist der Anteil der Raucher unter den 11- bis 17-Jährigen von 21,4 auf 7,2 Prozent gesunken. Das führen die Autoren auf die verstärkte Präventionspolitik mit Werbeverboten und Steuererhöhungen zurück. Allerdings weisen sie darauf hin, dass Deutschland in diesen Punkten im europäischen Vergleich immer noch zurückliege.

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