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Übermächtige Drogen-Bande - "El Chapo"-Sohn entgeht Festnahme

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Kriegsähnliche Szenen in Culiacán: Sicherheitskräfte brechen einen Einsatz ab - und müssen sich nun vorhalten lassen, einen namhaften Verdächtigen laufen gelassen zu haben.

Straßenkämpfe wegen des Sohnes des früheren Drogenbosses Joaquín „El Chapo“ Guzmán, am 17.10.2019 in Culiacan, Mexiko
Die Festnahme eines Sohnes des früheren Drogenbosses Joaquín "El Chapo" Guzmán in Mexiko ist eskaliert. Die Nationalgarde musste flüchten. In Culiacán kam es zu schweren Straßenkämpfen.
Quelle: Reuters

Mexikanische Sicherheitskräfte haben wegen massiver Gegenwehr einen Einsatz abgebrochen, bei dem sie auf einen Sohn von Joaquin "El Chapo" Guzman gestoßen sind. Der wegen Rauschgifthandels gesuchte Ovidio Guzman Lopez wurde in einem Haus gefunden, aus dem heraus geschossen worden war, wie Sicherheitsminister Alfonso Durazo mitteilte.

Die Soldaten hätten das Feuer zwar erwidert, doch dann seien schwer bewaffnete Bandenmitglieder aufgetaucht. Die 30-köpfige Patrouille habe sich daraufhin zurückgezogen. Augenzeugen berichteten von Szenen wie im Krieg.

Sinaloa-Bande schlägt an mehreren Orten zu

In Videos aus Culiacán waren Vermummte mit schweren Waffen, brennende Fahrzeuge und auf dem Boden kauernde Autofahrer zu sehen. Nach Angaben örtlicher Behörden wurden mindestens neun Menschen verletzt, darunter vier Soldaten und zwei Polizisten. Zudem hätten Mitglieder des Sinaloa-Kartells zahlreiche Insassen der Haftanstalt Aguaruto in Culiacán, der Hauptstadt des Bundesstaates Sinaloa befreit. Es seien 20 bis 30 Gefangene entkommen, von denen einige wieder festgenommen worden seien, sagte der Minister für öffentliche Sicherheit von Sinaloa, Cristóbal Castañeda.

Rauch brennender Autos steigt während einer Schiesserei auf.
Auch viele Anwohner der Stadt Culiacán hätten inmitten des Schusswechsels flüchten müssen, berichtet der mexikanische Sicherheitsminister.
Quelle: Augusto Zurita/AP/dpa

An verschiedenen Orten in der Stadt, die als Wiege des einst von Guzmán angeführten Sinaloa-Drogenkartells gilt, sei es zu heftigen Gewaltausbrüchen und Panik unter den Einwohnern gekommen, sagte Sicherheitsminister Durazo. Auch deswegen habe sich die Nationalgarde zurückgezogen - um die Sicherheit der unbeteiligten Bevölkerung zu garantieren und weitere Gewalt zu verhindern. In Medienberichten wurde der Abbruch des Einsatzes allerdings als Zeichen der Kapitulation vor dem organisierten Verbrechen kritisiert. Auf Anordnung der örtlichen Behörden sollten Schulen und Universitäten am Freitag geschlossen bleiben.

Machtkampf zwischen Söhnen von "El Chapo"

"El Chapo" Guzmán sitzt in den USA im Gefängnis. Er wurde im Juli in New York zu lebenslanger Haft verurteilt, nachdem er in Mexiko gefasst und Anfang 2017 an die Vereinigten Staaten ausgeliefert worden war. Guzmán, der seinen Spitznamen ("Der Kurze") seiner Körpergröße von etwas mehr als 1,60 Meter verdankt, soll mit mehreren Frauen mindestens neun Kinder haben.

Einige seiner Söhne gelten als wichtige Figuren im Machtkampf um die Kontrolle des Sinaloa-Kartells. Mexiko wird seit Jahren von vielen, teilweise brutalen Gewalttaten erschüttert. Diese gehen zu einem großen Teil auf das Konto von Banden, die in finanziell lukrative Verbrechen wie Drogenhandel, Entführung und Erpressung verwickelt sind.

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