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Öffnen von Sarkophag bringt keine Gewissheit

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Bischofsgrab in Mainz entdeckt? - Öffnen von Sarkophag bringt keine Gewissheit

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Der mittelalterliche Sarkophag in einer Mainzer Kirche ist geöffnet. Die Forscher rätseln noch, ob es sich um ein Bischofsgrab handelt. So auch über die Frage nach dem "Alten Dom".

Sarkophag in der St. Johanniskirche in Mainz wird geöffnet
Die Forscher dokumentieren genauestens die Öffnung des Sarkophags in der Mainzer Johanniskirche. Später soll
Quelle: dpa

Die 700 Kilogramm schwere Steinplatte ist gehoben. Doch auch nach der spektakulären Öffnung eines mittelalterlichen Sarkophags in der evangelischen Mainzer Johanniskirche bleibt vorerst offen, wer darin bestattet wurde. "Es ist eine Priesterbestattung mit höchster Wahrscheinlichkeit", sagte Forschungsleiter Guido Faccani.

Auch das genaue Alter des Grabes muss demnach noch bestimmt werden. Die Bestattung sei zwischen dem 10. und 13. Jahrhundert erfolgt. Weitere Erkenntnisse erhoffen sich die beteiligten Forscher von Gewebeuntersuchungen und Analysen der aufgefundenen Textilreste.

Reste einer Goldbordüre

Außerdem soll das Innere des Sarkophags mit einem Metalldetektor abgesucht werden. Bei der Untersuchung des Grabes seien außer den stark zersetzten sterblichen Überresten des Bestatteten auch Stoff- und Schuhfragmente sowie die Reste einer Goldbordüre gefunden worden, bei denen es sich um Verzierungen eines liturgischen Gewands handelte. Dass es sich bei Goldfragmenten im Kopfbereich um die Reste einer Bischofsmitra gehandelt haben könnte, bestätigte Faccani nicht.

Der Tote sei offenbar bei der Bestattung mit Ätzkalk bedeckt worden, um die Verwesung zu beschleunigen. Daher gebe es nur noch Knochenreste in dem Sarkophag. So sei der Schädel mitsamt den Zähnen komplett zersetzt, und auch von den Händen des Toten gebe es bislang keine Spuren. Der Verstorbene sei mit Blickrichtung nach Osten bestattet worden, mit dem Kopf zwischen drei Steinplatten gebettet worden und auf den damaligen Hauptaltar der Kirche hin ausgerichtet gewesen.

Grab von Erzbischof Erkanbald?

Vor Beginn der Sargöffnung hatten die Forscher die These vertreten, dass in dem Grab der 1021 verstorbene Mainzer Erzbischof Erkanbald bestattet wurde. Falls sich die These belegen lässt, dass es sich bei dem Sarkophag in St. Johannis um ein Bischofsgrab handelt, wäre dies der letzte Beweis dafür, dass St. Johannis der Vorgängerbau des benachbarten Mainzer Doms ist. "Es ist immer noch möglich, dass er es ist", sagte Faccani. Bislang gebe es zumindest keine Funde, die gegen ein Bischofsgrab sprechen.

Die evangelische Kirche ist nicht enttäuscht darüber, dass es vorerst keine Klarheit über die Identität der in St. Johannis bestatteten Persönlichkeit gibt. "Uns ist ein Erzbischof genauso lieb wie jeder andere Kleriker oder auch Laie", erklärte der evangelische Mainzer Dekan Andreas Klodt.

Forscherteams bereitet das Abheben des Sarkophag-Deckels vor, aufgenommen am 04.06.2019
Die Forscher bereiten das Abheben des Sarkophag-Deckels vor.
Quelle: dpa

Der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung, der die Forschungsarbeiten am Morgen zusammen mit dem katholischen Mainzer Bischof Peter Kohlgraf vor Ort verfolgte, sprach von einem bewegenden Ereignis. Er halte die Vermutung, dass es sich um ein Bischofsgrab handele, für naheliegend.

St. Johannis - eine der ältesten Kirchen Deutschlands

Nach einer Reihe bedeutender archäologischer Entdeckungen in St. Johannis steht bereits fest, dass es sich um eine der ältesten Kirchen Deutschlands handelt. Immer neue Funde hatten mehrjährige Grabungen im Inneren des Baus zur Folge. Teile der erhaltenen Kirchenmauern können mittlerweile auf das 5. oder 6. Jahrhundert datiert werden. "Wir wollen, dass diese Kirche als Kirche erhalten bleibt, und nicht ein Museum daraus machen", so Jung.

Fortführung und Abschluss der Arbeiten würden allerdings noch viel Zeit und erhebliche Mittel erfordern. Bislang haben allein die 2013 begonnenen archäologischen Grabungen rund sieben Millionen Euro gekostet.

Die evangelische St. Johanniskirche in Mainz
Mehrere Entdeckungen der letzten Jahre belegen, dass St. Johannis in Mainz eine der ältesten Kirchen Deutschlands ist.
Quelle: dpa
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