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Monsunregen in Südasien - Monsun-Flut trifft 16 Millionen Kinder

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Verseuchtes Trinkwasser, zerstörte Häuser, drohende Krankheiten - die verheerenden Überschwemmungen in Bangladesch, Indien und Nepal treffen 40 Millionen Menschen - 16 Millionen davon sind Kinder. UNICEF mahnt eindringlich zu rascher Hilfe. Doch immer noch sind viele Gebiete von der Außenwelt abgeschnitten.

In einigen Regionen in Südostasien herrscht Ausnahmezustand. Mehr als 40 Millionen Menschen sind vom Hochwasser bedroht - sagt ZDF-Korrespondent Normen Odenthal.

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Die Menschen in den Flutgebieten in Südasien bräuchten dringend lebensrettende Hilfe, teilte UNICEF mit. "Kinder haben ihr Zuhause, ihre Schulen, Freunde und Angehörige verloren", sagte Jean Gough, Regionaldirektor für Südasien. Da viele Gebäude zerstört oder schwer beschädigt seien, könnten Hunderttausende Kinder in den kommenden Wochen nicht zur Schule gehen.

Helfer haben zu vielen Gebieten keinen Zugang

Andere Hilfswerke warnten vor einer weiteren Zuspitzung der Lage in den betroffenen Ländern Bangladesch, Indien und Nepal. Das Risiko für Krankheiten durch verseuchtes Wasser steige, teilte die Aktion Deutschland Hilft (ADH) mit. Zudem seien viele Regionen weiterhin von der Außenwelt abgeschnitten. "Die Helfer haben dort kaum Zugang." Daher sei das wahre Ausmaß der Katastrophe noch gar nicht abzuschätzen.

In diesem Sommer erlebt die Region die verheerendsten Monsunregen seit vielen Jahren. Nach jüngsten Angaben der Behörden kamen mehr als 2.100 Menschen ums Leben. Indien hat dabei die meisten Opfer zu beklagen - nach Angaben des Katastrophenschutzes starben dort fast 1.700 Menschen.

Experten rechnen mit Starkregen bis Oktober

Normalerweise dauert die Monsunzeit von Juni bis September. Experten rechnen aber frühestens im Oktober mit einem Ende des Starkregens. Je ein Drittel der Fläche von Nepal und Bangladesch stand zeitweilig unter Wasser. Nach UN-Schätzungen sind in der Region insgesamt rund 40 Millionen Menschen betroffen. Hunderttausende Häuser wurden zerstört oder beschädigt und mehr als eine Million Hektar Ackerland zerstört.

Die am stärksten betroffenen Gebiete in Indien sind ländliche Gegenden im Norden und Osten. Auch an der Westküste gab es Opfer: In der Finanz- und Film-Metropole Mumbai war am Dienstag so viel Regen gefallen wie seit zwölf Jahren nicht mehr an einem Tag. Die Stadt, mit fast 20 Millionen Einwohnern eine der größten der Welt, stand unter Wasser und kam praktisch zum Stillstand.

Indien-Expertin Anna Dirksmeier von Misereor sagte, die wichtigste Aufgabe sei jetzt, die Verbreitung von Krankheiten und Epidemien zu verhindern. "Das Trinkwasser ist durch die Vermischung mit Abwassern zu einer giftigen Brühe geworden, und die Menschen brauchen Wasserreinigungstabletten, um sich vor Cholera und anderen Infektionskrankheiten zu schützen." Zudem würden Moskitonetze verteilt, denn die Überschwemmungen brächten unweigerlich Moskitoplagen und damit Malaria-Gefahr mit sich.

Die Krise nach der Krise

Langfristig drohe noch eine weitere Krise, sagte der Indien-Referent von Caritas international, Peter Seidel, dem Portal weltkirche.katholisch.de. "Normalerweise würden die Bauern jetzt in der Monsunzeit den Reis anpflanzen, damit die Menschen im nächsten Jahr etwas zum Essen haben." Wenn die Reispflanzen zerstört seien, komme als nächstes eine Nahrungsmittelkrise. Viele Bauern hätten wegen der Fluten ihr Saatgut verloren und seien auf Unterstützung bei der Neubeschaffung angewiesen. Die Haupternte von diesem Jahr sei verloren.

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