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Fluten in Texas - Lage in Houston "besorgniserregend"

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Houston unter Wasser - neben den Überschwemmungen kämpfen die Behörden jetzt gegen Plünderungen. Sie haben eine nächtliche Ausgangssperre verhängt. ZDF-Reporter Alexander Gebhard berichtet von einer weiterhin "besorgniserregenden Lage" in der Stadt.

ZDF-Reporter Alexander Gebhard berichtet von einer leichten Entspannung der Lage in Texas. Hurrikan "Harvey" ziehe weiter nach Osten. Tausende müssen vorerst weiter in Notunterkünften ausharren.

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Im Kongresszentrum in Houston, der größten Notunterkunft, kommen weiterhin sehr viele Menschen an, sagt Gebhard. Drinnen sei die Situation angespannt. Es sei Platz für etwa 5.000 Menschen, aber doppelt so viele seien gekommen. In Houston warteten noch viele Menschen auf ihre Evakuierung, viele seien geflüchtet.

Allerdings hat es inzwischen aufgehört zu regnen, dadurch lasse der Druck auf die Dämme nach, berichtet Gebhard weiter. Damit verlagere sich das Geschehen Richtung Osten.

Louisiana rüstet sich für "Harvey"

Der Nachbarstaat Louisiana, in der Gegend um New Orleans bereits im Jahr 2005 von Wirbelsturm "Katrina" verwüstet, rüstet sich für starke Regenfälle und Hochwasser. Schulen und Behörden blieben in New Orleans geschlossen. Bürgermeister Mitch Landrieu empfahl den Bewohnern, ihr Haus nicht zu verlassen und Essen, Getränke und Medikamente für mindestens drei Tage vorrätig zu haben. Gouverneur John Bel Edwards sagte, Louisiana stehe das Schlimmste aller Wahrscheinlichkeit nach noch bevor.

Die Behörden in Texas gehen laut einem Bericht der "New York Times" inzwischen von etwa 30 Toten durch Hurrikan "Harvey" aus. Unter den Toten sei ein Polizist aus Houston, der am Sonntag auf dem Weg zur Arbeit von den Fluten erfasst worden sei. "Wenn die Straßen in Texas erst einmal wieder passierbar sind, erwarte ich einen signifikanten Anstieg der Todeszahlen", sagte ein Gerichtsmediziner der Zeitung. Klarheit dürfte aber erst herrschen, wenn die Fluten zurückgegangen sind und die Bergungstrupps Zugang zu den überfluteten Häusern bekommen. In Houston verhängte Bürgermeister Sylvester Turner am Dienstagabend eine Ausgangssperre, um Plünderungen zu verhindern.

Trump lobte Einsatzkräfte vor Ort

US-Präsident Donald Trump hatte sich am Dienstag in der vom Hochwasser betroffenen Stadt Corpus Christi ein Bild von der Lage verschafft. Trump besuchte eine Feuerwache und lobte die Arbeit von Helfern und Behörden. "Texas kommt mit allem zurecht", sagte der Präsident. Zahlreiche Wirtschaftsführer und Prominente spendeten zum Teil große Summen für die Hochwasseropfer. Hollywood-Star Sandra Bullock wollte mit einer Million Dollar helfen. Viele Menschen sind nicht gegen Flutschäden versichert.

Verwirrung gab es um einen Dammbruch in der Nähe von Houston. Die Behörden im Brazoria County hatten den Bruch bekanntgegeben und die Bewohner unterhalb des Dammes zum sofortigen Verlassen ihrer Häuser aufgefordert. "Macht, dass ihr wegkommt!" Anschließend hieß es, der Damm sei stabilisiert, die ausgetretene Wassermenge sei vernachlässigbar. Auch in Brazoria County wurde eine Ausgangssperre zum Schutz vor Plünderern für die Gegenden verhängt, wo eine Zwangsevakuierung angeordnet worden war.

Die sintflutartigen Regenfälle führten zu einem Rekordwert: In der Stadt Pearland im Südosten von Houston wurden seit Freitag insgesamt Niederschlagsmengen von 125 Zentimetern gemessen, wie der Nationale Wetterdienst mitteilte. Das markiere einen Rekord bei einem Tropensturm auf dem US-Festland. Im Jahr 1978 waren demnach beim Sturm "Amelia" 124 Zentimeter gemessen worden.

Weitere Notquartiere in Houston

In Houston kündigte Bürgermeister Sylvester Turner an, weitere Notquartiere für Schutzsuchende zu öffnen. Nach Angaben des Roten Kreuzes suchten in Texas bereits in der Nacht zum Dienstag rund 17.000 Menschen Zuflucht in Notunterkünften. Die Infrastruktur in und um die Metropole ist weitgehend zusammengebrochen. Rettungskräfte kämpften sich mit Booten durch die braunen Wassermassen, um festsitzende Menschen aus ihren Häusern zu befreien.

Nach Angaben von Meteorologen ist "Harvey" der zweitstärkste Wirbelsturm seit "Katrina" vor zwölf Jahren in der Gegend um New Orleans. Der Sturm sog über dem sehr warmen Golf von Mexiko extrem viel Feuchtigkeit auf, die er nun als Regen abgibt.

Zusammenhang mit Klimawandel

Klimaforscher Mojib Latif sieht einen Zusammenhang zwischen "Harvey" mit seinen verheerenden Regenfällen und dem Klimawandel. Dieser habe schon eine gewisse Rolle gespielt, sagte Latif im Deutschlandfunk: "Wir warnen schon lange genau vor solchen Situationen." Auf die Frage, ob sich US-Präsident Donald Trump irgendwann der Meinung anschließen werde, dass solche Katastrophen Teil des Klimawandels seien, sagte er: "Ich glaube es nicht." Trump sei aus seiner Sicht "absolut beratungsresistent". "Auch dieses Ereignis wird die Meinung des Präsidenten nicht verändern."

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