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Streiks bei Germanwings über Silvester

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Aufruf der Gewerkschaft Ufo - Streiks bei Germanwings über Silvester

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Die Flugbegleitergewerkschaft Ufo hat über Silvester zu dreitägigen Streiks bei der Lufthansa-Tochter Germanwings aufgerufen. Für den Konzern ist die Aktion "absolut unangemessen".

Die Gewerkschaft UFO hat die Flugbegleiter der Lufthansa-Tochter Germanwings zum Streik aufgerufen. Bis einschließlich Neujahr soll gestreikt werden.

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Fluggäste müssen sich zum Jahreswechsel auf Einschränkungen im Flugverkehr einstellen. Die Gewerkschaft Ufo hat zu Streiks bei der Lufthansa-Tochter Germanwings aufgerufen, wie sie am Freitagnachmittag auf ihrem Youtube-Kanal bekannt gab. Der Streik erstreckt sich auf den Zeitraum von Montag, 30. Dezember, 0 Uhr bis zum Dienstag, 1. Januar, 24 Uhr. Weitere Streiks bei der Lufthansagruppe werde man frühestens nach dem 2. Januar verkünden, sagte Ufo-Vize Daniel Flohr.

Die Gewerkschaft hatte zuvor mitgeteilt, es habe über die Weihnachtsfeiertage weitere Versuche der Schlichter für kurzfristige Lösungen gegeben. Auch am Freitag wurde dem Vernehmen nach noch intensiv telefoniert, die Versuche sind aber wohl erfolglos geblieben. ZDF-Korrespondent Peter Wagner erklärt in diesem Video, wer von dem Streik betroffen ist:

Die Lufthansa-Tochter Germanwings wird drei Tage lang bestreikt. Wer genau ist vom Streik betroffen? Peter Wagner mit Antworten vom Frankfurter Flughafen.

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Lufthansa und Eurowings reagieren mit Unverständnis

Die Lufthansa-Tochter Eurowings reagierte mit Unverständnis. Es gebe "keinen inhaltlichen Grund" für einen Streikaufruf, da die Forderungen der Ufo bereits umgesetzt würden, teilte das Unternehmen mit. Ein dreitägiger Streik zu diesem Zeitpunkt sei "unangebracht, unverhältnismäßig" und fuße "lediglich auf vorgeschobenen Streikbegründungen". Die Airline erarbeite für den Streik-Zeitraum einen Sonderflugplan, hieß es weiter.

Offizieller Streikgrund sind Regelungen zur Teilzeit, die laut Konzern bereits seit einem Jahr umgesetzt sind. "Der Streikaufruf ist absolut unangemessen", erklärte ein Unternehmenssprecher des Lufthansa-Konzerns. Noch am Montag habe man der Ufo eine Moderation angeboten, was abgelehnt worden sei. Der entsprechende Tarifvertrag liege unterschriftsreif vor. Allerdings hatte auch Germanwings wie der Mutterkonzern Lufthansa die Vertretungsberechtigung der Ufo-Funktionäre bezweifelt.

Seit Monaten anhaltender Tarifkonflikt

Die Lufthansatochter Germanwings ist laut Konzernangaben noch mit 30 Flugzeugen und 1.400 Mitarbeitern, davon 800 in der Kabine, für die Nachfolgemarke Eurowings unterwegs. Sie soll aber perspektivisch mit dem Eurowings-Flugbetrieb verschmolzen werden.

Einen eigenen Markenauftritt gibt es nicht mehr. Das Management gebe den Mitarbeitern keine klare Perspektive für die Zukunft ihres Flugbetriebs, erklärte Ufo-Vize Flohr. Diese Perspektivlosigkeit zeige sich auch in den Tarifthemen am Verhandlungstisch.

Fachportal: 229 Flüge aus Deutschland gefährdet

Nach Berechnungen des Fachportals "austrianaviation.net" soll Germanwings an den drei Streiktagen ein knappes Drittel des geplanten Eurowings-Flugprogramms absolvieren. Gefährdet sind demnach 229 von 795 Starts aus Deutschland.

Bereits beim ersten Warnstreik bei vier Lufthansa-Töchtern im Oktober war die Streikbeteiligung bei der Germanwings am höchsten gewesen. Damals waren innerhalb von 19 Stunden rund 150 Flüge ausgefallen, unter anderem in Berlin-Tegel, Köln/Bonn, München, Stuttgart und Hamburg.

Ufo verlangt Rücknahme von Kündigungen und Klagen

Beide Seiten betonen immer wieder, eine möglichst umfassende Einigung mit einer Vielzahl tariflicher Themen anzustreben. Auf Grundzüge hatte man sich bereits im November bilateral geeinigt, war dann aber im gegenseitigen Misstrauen doch nicht zueinander gekommen.

Die Gewerkschaft verlangt unter anderem eine Rücknahme von Kündigungen und Klagen gegen frühere und aktuelle Vorstandsmitglieder sowie eine Aufarbeitung des heftigen Konflikts der vergangenen Monate.

Bereits im November Streik mit rund 200.000 Betroffenen

Vor Weihnachten hatten die beiden Schlichter - der frühere Chef der Arbeitsagentur, Frank-Jürgen Weise, und der ehemalige brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) - die seit Monaten zerstrittenen Tarifparteien zu einem weiteren Schlichtungsvorgespräch eingeladen. Dabei sollte der genaue Umfang der Themen festgelegt werden.

In dem Konflikt hat es bereits einen Warnstreik bei vier Lufthansa-Töchtern sowie einen zweitägigen Streik bei der Kerngesellschaft Lufthansa gegeben. Hier waren im November rund 1.500 Flüge mit rund 200.000 betroffenen Passagieren ausgefallen.

Friedenspflicht für kleinen Teil der Ufo-Forderungen

Für die Ufo besteht eigentlich eine Friedenspflicht. Dieses Streikverbot erstreckt sich allerdings nur auf einen kleinen Teil der Ufo-Forderungen bei der Kerngesellschaft Lufthansa, die so genannte "kleine Schlichtung". Konkret sind das neben einer Lohnsteigerung um zwei Prozent noch höhere Spesen und Zulagen sowie eine Regelung für Saisonkräfte, damit diese einfacher in reguläre Angestelltenverhältnisse wechseln können.

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