ZDFheute

Ukraine: Offenbar keine Deutschen unter Opfern

Sie sind hier:

176 Tote bei Flugzeugabsturz - Ukraine: Offenbar keine Deutschen unter Opfern

Datum:

176 Menschen sterben beim Absturz eines ukrainischen Flugzeugs im Iran, entgegen erster Angaben aus Kiew sind darunter offenbar keine Deutschen.

Inmitten der militärischen Eskalation des Konflikts zwischen den USA und Iran ist nahe Teheran ein Passagierflugzeug abgestürzt. Bei dem Absturz kamen mehr als 170 Menschen ums Leben – unter den Opfern sollen auch Deutsche sein.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Inmitten der militärischen Eskalation in der Golfregion sind beim Absturz eines ukrainischen Passagierflugzeugs im Iran alle 176 Menschen an Bord ums Leben gekommen. Deutsche befinden sich entgegen ersten Angaben aus Kiew offenbar nicht unter den Opfern. Die Ursache des Boeing-Absturzes kurz nach dem Start in Teheran am Mittwochmorgen war zunächst unklar. Die meisten Todesopfer stammten nach Angaben der ukrainischen Regierung aus dem Iran und aus Kanada.

Der Bundesregierung lägen keine Hinweise vor, nach denen sich deutsche Staatsangehörige unter den Todesopfern befänden, hieß es am Abend aus dem Auswärtigen Amt in Berlin. Eine vom ukrainischen Außenministerium veröffentlichte Passagierliste hatte zuvor drei Deutsche unter den Todesopfern aufgeführt.

Nach Angaben des ukrainischen Außenministers stammten die Opfer aus sieben verschiedenen Ländern. 82 seien Iraner gewesen, 63 stammten aus Kanada. Unter den Opfern seien auch Briten, Schweden, Ukrainer und Afghanen. Die Behörden in Kiew kündigten an, die Passagierliste zu veröffentlichen. Russischen Medien zufolge war die Maschine von Ukraine International Airlines auf dem Weg von Teheran nach Kiew und stürzte kurz nach dem Abflug ab.

"Überall lagen Leichenteile herum" 

Die um kurz nach 06.00 Uhr Ortszeit gestartete Maschine mit der Flugnummer PS752 stürzte ersten Erkenntnissen zufolge in ein offenes Feld nahe dem Teheraner Vorort Parand. Das Flugzeug hätte gegen 08.00 Uhr Ortszeit in der ukrainischen Hauptstadt Kiew landen sollen. Was genau in den wenigen Minuten vom Start auf dem Imam-Chomeini-Flughafen bis zum Aufschlag bei Teheran geschah, blieb unklar. Ein Sprecher des iranischen Verkehrsministeriums, Kassem Binjas, sagte, es sehe so aus, als ob ein Triebwerk Feuer gefangen habe. Der Pilot habe dann die Kontrolle verloren und die Boeing sei abgestürzt, zitierte die iranische Nachrichtenagentur Irna den Sprecher. Der Leiter des Ermittlerteams, Hassan Rasaeifar, sagte, in den letzten Augenblicken des Fluges sei offenbar die Kommunikation zwischen Pilot und Fluglotsen am Flughafen abgebrochen.

Zuerst dachte ich, (die Amerikaner) haben hier mit Raketen zugeschlagen und ging in den Keller, um Schutz zu suchen. Nach einiger Zeit sah ich, dass da ein Flugzeug abgestürzt war.
Din Mohammed Kassemi, Augenzeuge

Anwohner der Absturzstelle dachten zunächst an einen militärischen Hintergrund. "Ich habe eine schwere Explosion gehört und alle Häuser bebten", sagte Din Mohammed Kassemi der Nachrichtenagentur AP. "Überall war Feuer. Zuerst dachte ich, (die Amerikaner) haben hier mit Raketen zugeschlagen und ging in den Keller, um Schutz zu suchen. Nach einiger Zeit sah ich, dass da ein Flugzeug abgestürzt war. Überall lagen Leichenteile herum." 

Behörden vermuten technisches Versagen

Ein Zusammenhang mit den massiven Spannungen zwischen Iran und den USA nach der Tötung des iranischen Generals Kassem Soleimani wurde zunächst nicht gesehen. Sowohl iranische als auch ukrainische Regierungsstellen erklärten, es werde ein technisches Versagen vermutet. Boeing reagierte kurz nach dem Absturz mit einem Tweet: "Uns sind die Medienberichte aus dem Iran bekannt und wir tragen gerade mehr Informationen zusammen."

Ein Klick für den Datenschutz

Erst wenn Sie hier klicken, werden Bilder und andere Daten von Drittanbietern nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server (Facebook, Google, Instagram, Twitter, etc.) übertragen. Über den Datenschutz dieser Anbieter können Sie sich auf den jeweiligen Seiten informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in einem 'ZDF-Cookie'. Diese Zustimmung können Sie in den Einstellungen unter 'Mein ZDF' jederzeit widerrufen. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warnte nach dem Flugzeugabsturz vor "Spekulationen" und der "Verbreitung unbestätigter Theorien" über die Absturzursache. Wegen des Unglücks brach Selenskyj eine geplante Reise nach Oman ab.

US-Behörde untersagt weitere Flüge in der Region

Wenige Stunden zuvor hatte es einen iranischen Vergeltungsangriff auf US-Soldaten im Irak gegeben. Die vom US-Verteidigungsministerium bestätigten Attacken auf die amerikanisch genutzten Militärstützpunkte Ain al-Assad im Zentrum des Iraks und eine Basis in der nördlichen Stadt Erbil in der Nacht zum Mittwoch gelten als Revanche für die Tötung des iranischen Top-Generals Ghassem Soleimani durch einen US-Luftschlag. Der oberste geistliche Führer des Iran, Ayatollah Ali Chamenei, bezeichnete die Raketenangriffe als "Schlag ins Gesicht" der Vereinigten Staaten. Teheran hatte nach der gezielten Tötung des iranischen Generals Kassem Soleimani "Vergeltung" angekündigt.

Die amerikanische Luftfahrtbehörde FAA hat bereits auf die politischen Spannungen reagiert: Für amerikanische Piloten und Airlines gelte ein Flugverbot über dem iranischen und irakischen Luftraum, ordnete sie an. Tabu seien auch Teile des Persischen Golfs. Grund sei das Risiko, das zivile Flugzeuge inmitten der erhöhten Spannungen zwischen den USA und dem Iran verwechselt werden könnten.

Von der Leyen kondoliert Angehörigen der Opfer

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sprach allen Menschen, die Angehörige bei dem Absturz verloren haben, ihr "tiefstes Beileid" aus. Es sei jetzt die Aufgabe von Flugsicherheitsfachleuten, die Ursachen des Absturzes zu untersuchen und so Antworten zu der schrecklichen Tragödie zu geben. Auch die Bundesregierung hat ihre Anteilnahme bekundet. Die Nachrichten seien erschütternd, schrieb Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch bei Twitter. "Wir nehmen Anteil an der Trauer um die Menschen an Bord." Ihren Angehörigen gelte tiefes Mitgefühl.

Ein Klick für den Datenschutz

Erst wenn Sie hier klicken, werden Bilder und andere Daten von Drittanbietern nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server (Facebook, Google, Instagram, Twitter, etc.) übertragen. Über den Datenschutz dieser Anbieter können Sie sich auf den jeweiligen Seiten informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in einem 'ZDF-Cookie'. Diese Zustimmung können Sie in den Einstellungen unter 'Mein ZDF' jederzeit widerrufen. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Die ukrainische Fluggesellschaft Ukraine International Airlines hat nach dem Absturz ihres Passagierflugzeuges im Iran alle Flüge nach Teheran eingestellt.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.