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Welche Ängste die Deutschen plagen

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Umfrage zeigt mehr Optimismus - Welche Ängste die Deutschen plagen

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Die Deutschen sind einer Umfrage zufolge so gelassen wie seit 25 Jahren nicht mehr. Aber Zuwanderung und die Politik von US-Präsident Trump bereiten vielen die größten Sorgen.

Menschen auf der Wiese vor dem Reichstag in Berlin, aufgenommen am 14.08.2019
Politische Entwicklungen bereiten mehr als jedem zweiten Bundesbürger erhebliche Sorgen.
Quelle: imago

Vor welchen Bedrohungen haben Menschen Angst? Und wie viele haben Befürchtungen, wenn sie an die Zukunft denken? Bei der Umfrage der R+V-Versicherung zeigen sich deutliche Unterschiede zu den vergangenen Jahren.

Im Schnitt sind die Deutschen deutlich optimistischer und haben weniger Ängste als in den vergangenen Jahren. Die Stimmung sei insgesamt so gut wie seit 25 Jahren nicht mehr, heißt es in der Umfrage "Die Ängste der Deutschen", die jetzt in Berlin vorgestellt wurde. Duchgeführt wurde sie im Sommer dieses Jahres, in Auftrag gegeben von der R+V-Versicherung, die die Erhebung seit 1992 veröffentlicht.

Zuwanderung großes Sorgenthema

Demnach bereiten besonders die Ängste vor Terroristen und der Politik von US-Präsident Donald Trump heute weniger Menschen Sorgen als noch vor einem Jahr. 30 Jahre nach dem Mauerfall wurde ein Unterschied aber wieder größer: In Ostdeutschland sind alle Ängste weiter verbreitet als in Westdeutschland.

Insgesamt fürchtet mehr als jeder zweite der rund 2.400 befragten Bundesbürger ab 14 Jahren, dass der Staat durch die große Zahl von Flüchtlingen überfordert ist und dass es mehr Spannungen zwischen Deutschen und eingewanderten Ausländern gibt. Die Angst vor der Politik von Trump wird ähnlich oft genannt. Das Thema steigende Mieten wurde erstmals abgefragt und landete auf Platz sechs, der Klimawandel erst auf Platz zwölf.

Die Anteile der Menschen mit verschiedenen Ängsten sanken im Vergleich zu 2018 deutlich. Im Durchschnitt aller abgefragten Ängste fühlten sich 39 Prozent der Befragten betroffen. Das ist der niedrigste Wert seit 1994. Vor drei Jahren waren es noch 52 Prozent.

Seismograph der Befindlichkeiten

Die Umfrage gilt Wissenschaftlern als Seismograph der Befindlichkeiten rund um Politik, Wirtschaft, Umwelt, Familie, Gesundheit und privater Sorgen - samt Langzeit-Effekt. Nach der Einschätzung von Experten aus den vergangenen Jahren sorgen vor allem zwei Rahmenbedingungen dafür, dass Angst erzeugt wird: dass die Medien regelmäßig und mit Nachdruck über ein Thema berichten. Und dass die Politik in großem Umfang eingeschaltet ist, so dass man persönlich wenig Einfluss hat. Ängste bei gesellschaftlichen Themen sind daher verbreiteter als bei privaten Themen.

Von den Befragten antworteten 56 Prozent (Vorjahr: 63 Prozent), dass der Staat durch die große Zahl der Flüchtlinge überfordert sei und dass der weitere Zuzug von Ausländern zu Spannungen führt (55 Prozent). Ebenfalls 55 Prozent befürchten, dass die Politik von Trump die Welt gefährlicher macht. Vor einem Jahr waren es noch 69 Prozent.

Es folgen die Ängste vor einer Überforderung der Politiker (47 Prozent), Extremismus (47 Prozent), unbezahlbaren Mieten (45 Prozent) und einem Leben als Pflegefall (45 Prozent). Höhere Steuern wegen der EU und steigende Preise sind auch für knapp über 40 Prozent der Befragten ein Thema.

Angst vor Klimawandel rangiert weiter hinten

Weiter gesunken ist die große Angst der vergangenen Jahre: Terroristische Anschläge fürchten nur noch 44 Prozent der Befragten. Vor zwei Jahren waren es noch 71 Prozent - nach den blutigen Anschlägen im Jahr 2016 in Frankreich und Deutschland.

Die Angst vor dem Klimawandel und mehr Wetterextremen spielte im Vergleich zu anderen Ängsten nur für 41 Prozent der Menschen eine Rolle. Noch weniger Ängste gibt es angesichts einer stabilen Wirtschaftslage. Knapp jeder vierte Deutsche (24 Prozent) fürchtet, seinen Job zu verlieren. So gering war dieser Wert seit Beginn der Umfrage noch nie. Vor Kriminalität haben 23 Prozent der Menschen Angst, fünf Prozentpunkte weniger als vor einem Jahr.

Ängste im Osten weiter verbreitet

Die Unterschiede zwischen West- und Ostdeutschland zeigen sich besonders an der Veränderung der Werte der vergangenen Jahre. Die Zahl der Menschen mit Angst vor Terrorismus, Trumps Politik und Problemen durch Ausländer sank in ganz Deutschland - allerdings im Westen deutlich stärker als im Osten. Mehrere Jahre nach der Wahl Trumps, nach den großen Terroranschlägen und den vielen Flüchtlingen haben im Westen mehr Menschen ihre akute Angst vor diesen Problemen verloren als im Osten, wo die Ängste offenbar länger andauern.

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