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Umfrage unter Volkswirten - Konjunkturprognosen bleiben düster

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Handelsstreit und Brexit-Unsicherheiten machen auch der deutschen Wirtschaft das Leben schwer. Volkswirte erwarten keine rasche Konjunkturbelebung.

Arbeiter im Werk eines Autozulieferers. Archivbild
Zur Klimakrise gesellt sich die Konjunkturflaute: Autozulieferer
Quelle: Julian Stratenschulte/dpa

Die Konjunkturwolken über Deutschland verdunkeln sich nach Ansicht von Volkswirten im Herbst weiter. Von einer Herbstbelebung auf dem Arbeitsmarkt könne keine Rede sein, die Situation vor allem in der Industrie sei schwierig, ergab eine Umfrage unter Volkswirten führender Institute.

Die Probleme der Autoindustrie, die Flaute beim Export und politische Risiken wie Welthandel und Brexit drückten auf die Stimmung. "Wir sehen kein Licht am Ende des Tunnels", sagte Marc Schattenberg von der Deutschen Bank.

Kein Zugpferd mehr

Die Allianz rechne für Deutschland im laufenden und im nächsten Jahr mit einem Plus von 0,6 Prozent bei der Wirtschaftsleistung. Dies bedeute, dass Deutschland nur halb so schnell wachse wie der Rest der Eurozone. "Deutschland ist von einem Zugpferd zu einem Land geworden, das hinterherhinkt", sagte Utermöhl.

Konjunktur und Arbeitsmarkt würden gegenwärtig noch vom beschäftigungsintensiven Baugewerbe und vom Dienstleistungssektor gestützt, sagte Deutsche-Bank-Volkswirt Schattenberg. Es sei aber zu erwarten, dass die Schwäche der bereits in der Rezession befindlichen Industrie irgendwann übergreife. Die Hoffnung auf eine Belebung am Jahresende werde sich nicht erfüllen - zumal mit den Risiken aus den internationalen Handelskonflikten und dem Brexit große Unwägbarkeiten noch immer nicht ausgeräumt sind. Die Chance auf einen Brexit ohne Abkommen mit dann unvorhersehbaren Folgen für die Wirtschaft taxiert Schattenberg derzeit auf 50 Prozent.

Arbeitsmarkt noch stabil

Wenig Grund zum Optimismus sieht auch Martin Müller von der Bankengruppe KfW. "Der leichte Rückgang des Bruttoinlandsprodukts im zweiten Quartal wird sich in der zweiten Jahreshälfte voraussichtlich fortsetzen. Die Aussichten für die konjunkturelle Entwicklung sehen deutlich schlechter aus als noch im Frühjahr", betonte er. Verantwortlich dafür seien der Handelskonflikt zwischen den USA und China und der noch immer mögliche "No Deal"-Brexit.

Auf den Arbeitsmarkt schlagen die Probleme vorerst noch nicht maßgeblich durch. Die Experten sehen für das Jahr 2019 sinkende Arbeitslosenzahlen - wenngleich längst nicht mehr in dem Tempo, wie dies noch im vergangenen Jahr und in den ersten Monaten 2019 zu beobachten war. "Der Konjunkturabschwung macht dem Arbeitsmarkt zwar zu schaffen, aber der hält sich nach wie vor gut", sagte Enzo Weber vom Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit. Der Stellenindex BA-X sank im September leicht. Die Bundesagentur stellt ihre Statistik für September am Montag vor.

Auch KfW-Experte Müller rechnet vorerst mit einem weiteren Anstieg der Erwerbstätigkeit. "Nach unserer Prognose dürfte die Zahl der Erwerbstätigen für das Gesamtjahr 2019 gegenüber dem Vorjahr um 380.000 von 45,2 Millionen steigen. Das ist ein neuer Rekordstand". Die Arbeitslosigkeit dürfte in der zweiten Jahreshälfte weiterhin moderat zunehmen. "Für das Gesamtjahr dürfte die Arbeitslosenquote mit 5,2 Prozent aber noch auf dem Stand des Vorjahres bleiben."

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