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Umstrittene Praxis - Apple stoppt Siri-Auswertung

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Dass Aufnahmen von Sprachassistenten von Menschen abgetippt werden, um die Spracherkennung zu verbessern, schockierte viele Nutzer. Apple will künftig die Erlaubnis dazu einholen.

Archiv: Jugendlicher mit Smartphone, aufgenommen am 08.07.2017
Jugendlicher mit Smartphone (Archivbild)
Quelle: dpa

Apple setzt weltweit die Praxis aus, Fragmente von Aufnahmen seiner Sprachassistentin Siri nachträglich von Menschen auswerten zu lassen. In einem späteren Software-Update sollen die Nutzer ausdrücklich um Erlaubnis dazu gefragt werden, heißt es im Tech-Blog "TechCrunch".

Bei Assistenzsoftware werden Fragmente von Mitschnitten zum Teil auch von Menschen angehört und abgetippt, um die Qualität der Spracherkennung zu verbessern. Die Anbieter betonen, dass die Aufnahmen anonymisiert werden.

Private Details zu hören

Den Nutzern war die Praxis weitestgehend nicht bewusst, bis vor einigen Monaten erste Medienberichte dazu auftauchten. Apple verwies schon länger in einem Sicherheitsdokument darauf, dass auch "eine geringe Anzahl von Transkriptionen" zur Verbesserung des Dienstes eingesetzt werden könne. Nach dem Papier im Bereich für Entwickler musste man allerdings suchen - und die Nutzer werden bei der Einrichtung von Siri bisher nicht explizit auf diese Möglichkeit hingewiesen.

In einem Bericht der Zeitung "Guardian" vergangene Woche erzählte der Mitarbeiter eines Apple-Dienstleisters, auf den Aufnahmen seien zum Teil sehr private Details zu hören. So schnappe Siri auch Fragmente von Gesprächen mit medizinischen oder geschäftlichen Inhalten, mögliche kriminelle Aktivitäten oder auch Nutzer beim Sex auf, sagte er.

Inzwischen hat beinahe jedes Smartphone Sprachassistenten. Oftmals kommt es zu Fehlaktivierungen und zum „Mithören“, auch bei diskreten Gesprächen. Google-Mitarbeiter haben bisher Mitschnitte ausgewertet, die Hamburger Datenschutzbehörde geht dagegen …

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2 min
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Weniger als ein Prozent ausgewertet

Die fehlerhaften Aktivierungen, bei denen die Software glaubt, die Weckworte "Hey, Siri" gehört zu haben, sind dabei ein besonderes Problem. Denn dabei können Sätze und Unterhaltungen aufgezeichnet werden, die nicht an die Sprachassistentin gerichtet waren. Beim nachträglichen Anhören sollen die Mitarbeiter herausfinden, welche Worte oder Geräusche die versehentliche Aktivierung auslösten, um die Software entsprechend anzupassen.

Nach früheren Angaben von Apple wurde weniger als ein Prozent der Aufnahmen in meist nur wenige Sekunden langen Fragmenten von Menschen ausgewertet.

Fast jeder dritte Deutsche nutzt Sprachassistenten

Die Nutzung von Siri und Co. ist laut einer Postbankstudie in Deutschland weit verbreitet. 32 Prozent nutzen 2019 Sprachassistenten, zwölf Prozent als im letzten Jahr. Unter den unter 40-Jährigen (Digital Natives) nutzt fast jeder zweite Siri, Google Assistent oder Alexa (48 Prozent).

Von den Assistenten wird Google Assistant am häufigsten genutzt, dicht gefolgt von Apples Siri. Amazons Alexa schneidet bei den drei verglichenen Diensten am schlechtesten ab.

Auch Google setzt Auswertung durch Menschen aus

Erst am Donnerstag war bekannt geworden, dass Google nach einem ähnlichen Bericht über seinen Assistant bereits Anfang Juli das Anhören der Mitschnitte durch Menschen in der EU ausgesetzt hat.

Dieser Stopp gilt noch mindestens bis Ende Oktober, wie der Hamburger Datenschützer Johannes Caspar mitteilte. Er leitete wegen der Praxis ein Verwaltungsverfahren gegen den Internet-Konzern ein, um das Anhören der Mitschnitte durch Google-Mitarbeiter oder Dienstleister zu untersagen.

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