Sie sind hier:

Regierungspartei gewinnt Regionalwahl - Regionalwahl vertieft Gräben in Venezuela

Datum:

Die Fronten in Venezuela verhärten sich weiter: Während die regierenden Sozialisten die Regionalwahl laut Behörden gewonnen haben, spricht die Opposition von Betrug und fordert eine Neuauszählung. Für das tief gespaltene Land in der Krise ein weiterer Zankapfel.

Am Sonntag werden in allen Regionen Venezuelas neue Gouverneure gewählt. Das Votum gilt als wichtige Abstimmung über den Kurs von Staatspräsident Maduro. Bei monatelangen Protesten gegen Maduro sind bereits 120 Menschen ums Leben gekommen.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Die Regionalwahl in Venezuela hat die Gräben zwischen Regierung und Opposition weiter vertieft. Nach Darstellung des linientreuen Wahlrats eroberte die Regierungspartei am Sonntag mindestens 17 der 22 Gouverneursposten. Die Opposition sprach von Manipulation und kündigte an, das Ergebnis anzufechten. Ihre Anhänger rief sie zu Protesten auf. Unabhängige Umfragen hatten oppositionellen Kandidaten ein deutlich besseres Ergebnis vorhergesagt.

Land seit Monaten in schwerer Krise

Venezuela steckt bereits seit Monaten in einer tiefen Krise. Bei Protesten gegen die Regierung sind seit April mindestens 120 Menschen ums Leben gekommen. Im August wurde eine Verfassungsgebende Versammlung installiert. Das Gremium, in dem fast ausschließlich regierungstreue Abgeordnete sitzen, hat nahezu uneingeschränkte Vollmachten und steht auch über dem von der Opposition kontrollierten Kongress. Auch bei der von der Opposition boykottierten Wahl der Versammlung hatte es bereits Manipulationsvorwürfe gegeben.

Die Versammlung setzte auch den Termin für die mehrfach verschobene Regionalwahl fest. Daran hätten am Sonntag 61 Prozent der 18 Millionen Wähler des Landes teilgenommen, sagte die Präsidentin des Wahlrats, Tibisay Lucena. Angesichts der Desillusionierung vieler Venezolaner mit den politischen Kräften des Landes war mit einer deutlich niedrigeren Beteiligung gerechnet worden.

Meinungsforscher: Abstimmung nicht frei und fair

Vor allem ist es aber das Ergebnis selbst, das die Opposition stark anzweifelt. Oppositionspolitiker Gerardo Blyde sagte, die Auszählung seines Lagers unterscheide sich sehr vom Ergebnis des Wahlrats. Die internationale Gemeinde sei darauf bereits aufmerksam gemacht worden, sagte Blyde. "Weder das venezolanische Volk noch die Welt kaufen (der Regierung) diese Geschichte ab." Auch der Oppositionelle Ramón Guillermo Aveledo hatte noch vor Bekanntgabe der Zahlen des Wahlrates von einem historischen Sieg für die Opposition und das venezolanische Volk gesprochen.

Er habe absolutes Vertrauen in die Auszählung, sagte hingegen Präsident Nicolás Maduro nach der Bekanntgabe. Er werde die Verfassungsgebende Versammlung veranlassen, die Auszählung einer Prüfung zu unterziehen, um jegliche Zweifel zu beseitigen.

Umfragen unabhängiger Meinungsforscher vor der Abstimmung hatten ergeben, dass die Opposition zum ersten Mal seit fast 20 Jahren unter der sozialistischen Regierung die Mehrheit der Gouverneursposten gewinnen könnte. Es gebe ein Missverhältnis zwischen den Umfragen und den Ergebnissen, das zeige, dass die Abstimmung nicht frei und fair abgelaufen sei, sagte der Präsident des Forschungsinstituts Inter-American Dialogue, Michael Shifter. "Ich denke, das wird die Polarisierung noch verstärken."

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.