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Warum Francos Leichnam umgebettet wurde

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Exhumierung des Diktators - Warum Francos Leichnam umgebettet wurde

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40 Jahre lang herrschte Franco in Spanien als Diktator, nun wurden seine Gebeine von einem Mausoleum in ein "normales" Grab überführt. Das gibt dem Nationalismus im Land Aufwind.

Der spanische Diktator Franco starb vor über 40 Jahren, doch er wird noch immer von manchen verehrt. Um den Personenkult zu bremsen, wurde Franco nun umgebettet.

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Die sterblichen Überreste des spanischen Diktators Francisco Franco (1892-1975) sind trotz aller Proteste in seinem gigantischen Mausoleum aus dem Grab geholt worden. Der Sarg Francos wurde von der monumentalen Grabstätte im "Tal der Gefallenen" nordwestlich von Madrid per Hubschrauber zum Friedhof El Pardo-Mingorrubio am Nordrand der Stadt geflogen.

Die Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez hatte trotz der Proteste der Familie Franco und konservativer Parteien die Umbettung beschlossen. Unweit des Mausoleums, das bisher ein Pilgerort für Anhänger des faschistischen Machthabers war, kam es zu Demonstrationen. Die Exhumierung dürfte kein Ende der Debatte über Franco und dessen Auswirkungen auf die heutige Politik bedeuten. Erst recht nicht, da am 10. November erneut Parlamentswahlen anstehen.

Wer war Franco?

Nach dem Ende des Bürgerkriegs 1939 herrschte Franco bis 1975 über Spanien. Gemeinsam mit anderen Offizieren hatte er 1936 einen militärischen Aufstand gegen die spanische demokratische Regierung angeführt, was drei Jahre Krieg nach sich zog. Als überzeugter Katholik sah Franco den Krieg und die Sicherstellung der Diktatur in gewisser Weise als Kreuzzug gegen Anarchisten, Linke und säkulare Tendenzen in Spanien. Seine autoritäre Herrschaft isolierte Spanien politisch, wirtschaftlich und kulturell praktisch fast 40 Jahre.

Spaniens Ex-Diktator Franco
Spaniens Ex-Diktator Franco
Quelle: imago

Drei Jahre nach seinem Tod 1975 kehrte Spanien zurück zur Demokratie.
Die Popularität des Diktators hat in den vergangenen Jahren zwar drastisch abgenommen. Allerdings ist die Exhumierung seines Leichnams von Francos Angehörigen, drei rechtskonservativen Parteien und einigen Katholiken als Öffnung alter Wunden kritisiert worden.

Warum geschieht die Umbettung der Überreste jetzt?

Das Oberste Gericht Spaniens erlaubte die Exhumierung im September, nachdem Francos Angehörige monatelang dagegen vorgegangen waren. Grundlage der Umbettung sind Änderungen an einem Gesetz von 2007, das den geschätzt 100.000 Opfern des Bürgerkriegs und der Franco-Ära Entschädigung bieten soll. Mit dem Gesetz wurde die Bettung von Francos Überresten an einem öffentlichen Platz verboten, der ihn als politische Figur hervorhebt.

Überreste Francos werden aus dem Tal der Gefallenen in eine Familiengruft überführt.
Überreste Francos wurden aus dem Tal der Gefallenen in eine Familiengruft überführt.
Quelle: dpa

Wer war dabei?

Die spanische Regierung hat die Umbettung als privat deklariert. 22 Familienmitglieder durften teilnehmen, aber lediglich zwei waren tatsächlich zum Zeitpunkt der Exhumierung in dem Mausoleum. Anwesend waren außerdem Justizministerin Dolores Delgado und andere Regierungsvertreter. Anschließend begleiteten die Angehörigen den Sarg zu einem Platz, wo auch TV-Kameras aufgebaut waren, um die weitere Überführung festzuhalten.

Ein Bestattungswagen brachte den Sarg zu einem von zwei wartenden Hubschraubern. Gegen 13.45 Uhr stieg ein weißer Helikopter mit den Gebeinen an Bord genau vor dem mächtigen Granitkreuz in den blauen Himmel und flog den Toten noch einmal an seinem Mausoleum vorbei.

Neben wem wurde Franco beigesetzt?

Francos Familie wollte ihn in der Almudena-Kathedrale in Madrid beisetzen, aber die spanische Regierung befürchtete, der Ort könne zu einer neuen Pilgerstätte für Faschisten werden. Stattdessen wurde er nun neben seiner Frau Carmen in der Gruft bestattet.

Das Grab des ehemaligen spanischen Diktators Franco.
Besucher legen immer noch Blumen auf das Grab des Diktators und huldigen ihm.
Quelle: Manu Fernandez/AP/dpa

Politische Relevanz

Normalerweise würde die Exhumierung von Francos Gebeinen wohl die Umfragewerte der Sozialisten steigern. Aber Spanien wird derzeit von dem innenpolitischen Konflikt in Katalonien bestimmt. Der geschäftsführende Ministerpräsident Pedro Sánchez ist beschuldigt worden, zu lasch mit der Unabhängigkeitsbewegung umgegangen zu sein, um wiederum Unterstützung im Parlament zu erhalten.

Die Katalonienfrage ebenso wie die Exhumierung Francos haben dem spanischen Nationalismus Aufwind gegeben. Vor der Parlamentswahl könnte das die rechtskonservativen Parteien stärken.

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