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45 Jahre Umweltbundesamt - Eine Behörde macht Deutschland grüner

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In Deutschland begann 1974 eine ökologische Revolution: Das Umweltbundesamt nahm seine Arbeit auf. Mit seinen Initiativen macht es den Alltag in Deutschland umweltfreundlicher.

Schild Umweltbundesamt
Das Umweltbundesamt gibt es seit 1974.
Quelle: dpa

Sie sehen sich seit Anbeginn als Frühwarnsystem für Mensch und Umwelt – die Mitarbeiter im Umweltbundesamtes (UBA). "1971 wurde erstmals ein Umweltprogramm der Bundesregierung verabschiedet. Der Umweltschutz hatte begonnen, sich in der Gesellschaft und Wissenschaft als Thema zu etablieren. Doch zur Durchsetzung der neuen Umweltpolitik war unabhängige wissenschaftliche Beratung nötig. So kam es zur Gründung einer zentralen umweltwissenschaftlichen Behörde am 22. Juli 1974", so Felix Poetschke, Pressesprecher vom Umweltbundesamt. Das Team, das im Sommer 1974 mit der Arbeit im UBA begann, bestand aus rund 150 Personen.

Heute, 45 Jahre später, arbeiten mehr als 1.500 Menschen im UBA. Die nationale und internationale Umweltpolitik wird immer komplizierter. So legen die Wissenschaftler und Experten aus inzwischen 17 Themenfeldern für praktisch alle bedeutsamen Entscheidungen in der Umweltpolitik die fachlichen Grundlagen. "Das UBA war in den letzten 45 Jahren an etwa 23.000 Publikationen beteiligt und hat um die 5.000 Eigenveröffentlichungen herausgebracht. Mittlerweile publiziert das UBA jedes Jahr bis zu 200 Studien, Ratgeber und Politikempfehlungen," bilanziert Poetschke. Messen, analysieren, wissenschaftliche Arbeiten, Datenbanken sowie Studien erstellen und Empfehlungen für die Politik erarbeiten - nach knapp fünf Dekaden kann das UBA auf einige Errungenschaften zurückblicken.

Fünf Errungenschaften des Umweltbundesamts

Der blaue Engel
Seit 1978 steht der "Blaue Engel" für Umweltfreundlichkeit.
Quelle: pr

1. Der "Blaue Engel: Er wird 1978 aus der Taufe gehoben. Das Umweltzeichen ist zu dem Zeitpunkt weltweit das erste auf dem Markt. Das runde Emblem mit einem blauen Engel auf weißem Grund tragen inzwischen mehr als 12.000 Produkte von 1.600 Unternehmen. Klare Orientierung beim umweltfreundlichen Einkauf bieten, das wollen allerdings inzwischen auch eine Menge anderer Institutionen.

Die Folge: Der Dschungel aus Umweltzeichen verwirrt den Verbraucher. Und eine repräsentative Umfrage des UBA hat ergeben, dass insbesondere die jüngeren Zielgruppen den "Blauen Engel" als nicht mehr zeitgemäß wahrnehmen. Das soll sich ändern. "Der 'Blaue Engel' fokussiert sich bereits stärker auf die junge Generation. Dabei geht es nicht nur um Produkte des täglichen Bedarfs, sondern um eine ganze Lebenseinstellung: Man muss nicht mehr alles besitzen, man kann auch teilen, was nicht häufig verwendet wird. Der 'Blaue Engel' zeichnet deswegen auch gut durchdachte und umweltfreundliche Dienstleistungssysteme aus wie z.B. Carsharing oder Mehrwegbecher-Systeme", so das UBA.

2. Bleifreies Benzin: Seit 1986 ist es Vorschrift im Autoverkehr. Jahrelang registrierten die unabhängigen Messstationen des UBA eine zunehmende Bleibelastung in der Umwelt. Um die Gesundheit der Menschen zu schützen, arbeiteten die UBA-Wissenschaftler an der Entwicklung des bleifreien Kraftstoffs. Verbunden mit der Einführung des bleifreien Benzins musste die Automobilindustrie Neufahrzeuge mit Katalysatoren ausrüsten. Und die Abgassonderuntersuchung – also die ASU - wurde eingeführt. Basierend auf den wissenschaftlichen Arbeiten des UBA wurden später auch Rußpartikelfilter, Tempolimit, Saugrüssel für Zapfpistolen an Tankstellen sowie  Umweltzonen gegen Feinstaub verordnet.

Mülltrennung
Seit den 1990er Jahren gibt es in Deutschland Mülltrennung.
Quelle: dpa

3. Mülltrennung: Sie gibt es seit Beginn der 1990er Jahre in deutschen Haushalten und Produktionsstätten. Abfall muss möglichst vermieden werden, gelingt das nicht, dann steht die Verwertung an nächster Stelle. Mittlerweile ist es Standard, dass alle noch anfallenden Reststoffe sachgerecht beseitigt werden. Zu verdanken ist das den Vorgaben aus dem UBA. So entwickelte sich die Kreislaufwirtschaft – Stichwort: Grüner Punkt. Abfälle sollen recycelt und damit natürliche Ressourcen geschont werden. Und es gibt eine Verordnung zur Rücknahme und Entsorgung von Elektronikgeräten sowie Batterien. Diese und mehr Handlungsanweisungen gehen auf die Anstrengungen des UBA zurück.

4. Emissionshandel: Für dieses Instrument zum internationalen Klimaschutz ist das UBA seit 2004 mitverantwortlich. Bemerkenswert ist, dass bereits 1978 die Umweltbehörde vor den Folgen des Klimawandels gewarnt hatte. Doch erst 17 Jahre später bekannte sich Deutschland anlässlich der ersten UN-Klimakonferenz in Berlin unter Bundesumweltministerin Angela Merkel zu nationalen Klimaschutzbemühungen. Seit Etablierung der Deutschen Emissionshandelsstelle im UBA steuert man hier die Auktionierung von Emissionszertifikaten. "Mittlerweile betreuen rund 180 Kolleginnen und Kollegen den Emissionshandel von rund 1.900 Unternehmen der Energiewirtschaft und Industrie in Deutschland sowie von rund 500 deutschen und internationalen Luftfahrzeugbetreibern," sagt Felix Poetksche vom UBA.

5. REACH (Regulation concerning the Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals): Diese Chemikalienverordnung sichert weltweit seit 2007 die menschliche Gesundheit und Umwelt vor gefährlichen Substanzen. Das UBA ist die Bewertungsstelle von Chemikalien und deren Risiken. Ihre Daten münden im Deutschen Chemikaliengesetz. Dabei wird die Datenlage durch die analytische Arbeit des UBA kontinuierlich verbessert.

Fazit: Die Bedeutung des UBA hat seit seiner Gründung zugenommen. Ausgehend von einer nationalen Behörde ist das Amt inzwischen stark in die internationale Umweltpolitik eingebunden.

Christine Elsner ist Redakteurin der ZDF-Umweltredaktion.

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