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Umweltministerin gegen Müll - Einwegbecher sollen teurer werden

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Allein 2016 wurden in Deutschland 2,8 Milliarden Einwegbecher und 1,3 Milliarden Kunststoffdeckel ausgegeben. Das Bundesumweltamt will die Wegwerf-Produkte nun zurückdrängen.

Umweltministerin Schulze fordert eine Trendwende hin zum Mehrweg-Produkt, um die Abfall-Menge zu reduzieren. Pro Jahr nutzen die Deutschen rund 2,8 Milliarden Einweg-Becher.

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Einwegbecher etwa für Kaffee sollen nach Plänen von Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) für Hersteller teurer werden, um Wegwerf-Produkte zurückzudrängen. Denkbar sei etwa ein Fonds zur Beseitigung des herumliegenden Mülls, in den die Hersteller einzahlen, oder auch eine neue Regelung im Verpackungsgesetz. Zudem strebe sie eine Vereinbarung mit der Gastrobranche an, damit mehr Mehrweg-Becher eingesetzt würden, sagte die SPD-Politikerin am Dienstag in Berlin.

Im gleichen Zug hat die EU-Richtlinie gegen die Verschmutzung durch Einwegplastik heute die letzte Hürde genommen. Die Mitgliedstaaten nahmen den Gesetzestext am Dienstag in Brüssel an und haben nun zwei Jahre Zeit, um die Regelungen in nationales Recht umzusetzen.

Strafabgabe soll Müllproblem lösen

Mit einer Strafabgabe und einem Pfand auf Einwegbecher könnte einer Studie zufolge das Müllproblem in den Innenstädten angegangen werden. Rund 28.000 Tonnen Abfall durch Einwegbecher für Heißgetränke wie Kaffee oder Kakao fallen jedes Jahr in Deutschland an, wie es in der Untersuchung des Umweltbundesamtes (UBA) heißt.

"Einwegbecher sind vor allem in Städten ein wachsendes Umweltproblem", erklärte Ministerin Schulze. Auch der Ressourceneinsatz sei beträchtlich: "Einwegbecher werden nur 15 Minuten genutzt, müssen aber immer wieder neu aus Frischfaserpapier hergestellt werden."

Strafsteuer für Einwegbecher und Deckel

Laut der Studie des Umweltbundesamts sollten Einwegbecher mit einer Strafsteuer von 20 Cent belegt werden, die zugehörigen Deckel mit einer Abgabe von zehn Cent. Über diese Abgabe sollen die Cafés laut den Vorschlägen Geld für die Entsorgung der Becher und die Reinigung der Umwelt beisteuern. Zusätzlich sollen die Einwegbecher mit einem Pfand von 25 Cent belegt werden, um zu vermeiden, dass sie einfach achtlos in die Umwelt geworfen werden.

Die Studienautoren schlagen ein gesetzliches Reduktionsziel der Einwegbecher von 50 Prozent binnen zwei bis drei Jahren vor. Diese Zeit sollte nach Ansicht der UBA-Forscher genügen, um ein "flächendeckendes Mehrwegsystem" aufzubauen. Kaffee im Pfandbecher sollte deutlich günstiger verkauft werden als im Einweggefäß, schlagen die Autoren vor. Das ist der Studie zufolge in vielen Cafés bereits der Fall. Pfandbecher sollten demnach die Regel sein, Einwegprodukte nur noch auf Nachfrage verkauft werden.

Die Becher sollten außerdem mit dem Umweltsiegel "Blauer Engel" gekennzeichnet werden, um die Akzeptanz zu erhöhen, empfahlen die Autoren. Das Start-up "FairCup" erhielt bereits als erster Anbieter die entsprechende Zertifizierung.

Pfandbecher sollten möglichst häufig verwendet werden

Einwegbecher in einem Mülleimer
Rund 28.000 Tonnen Abfall durch Einwegbecher für Heißgetränke fallen jedes Jahr in Deutschland an
Quelle: dpa

Damit Pfandbecher tatsächlich umweltfreundlicher als Einwegbecher sind, müssen sie möglichst häufig verwendet werden. Die UBA-Forscher berechneten, dass ein Pfandbecher mindestens zehnmal, am besten sogar mehr als 25 Mal in Umlauf kommen sollte. Zudem sollten die Becher nicht mit Einweg-Plastikdeckeln versehen werden, da diese die Ökobilanz wieder verschlechtern. Spülmaschinen zur Reinigung der Becher sollten nur mit Ökostrom betrieben werden.

Der Leiter für Kreislaufwirtschaft der Deutschen Umwelthilfe, Thomas Fischer, kritisierte, dass sich große Coffee-to-go-Ketten bislang kaum an besonders verbraucherfreundlichen Mehrwegbechersystemen mit Pfand beteiligten. "Das ist jedoch notwendig, damit eine Flächendeckung bei den Rückgabestellen erreicht wird."

Die Grünen forderten Umweltministerin Schulze zum Handeln auf. "Die Bundesregierung sollte eine Abgabe auf Coffee-to-go-Becher einführen", erklärte die umweltpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion, Bettina Hoffmann. Außerdem müsse die Regierung Handel und Gastronomie die Unsicherheit nehmen, indem sie klarstelle, dass Mehrweg mit den Hygienevorschriften vereinbar sei.

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