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Tötungsdelikte weltweit: Das steht im neuen UN-Bericht

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Interaktive Grafik - Tötungsdelikte weltweit: Das steht im neuen UN-Bericht

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Die Vereinten Nationen haben ihre globale Studie zu Tötungsdelikten vorgestellt. Die Ergebnisse: Verbrechen sind tödlicher als Kriege. Und der sicherste Kontinent ist nicht Europa.

Der Bericht des UN-Büros für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) in Wien zeigt: Insgesamt geht die Gefahr, einen gewaltsamen Tod zu sterben, zurück. Sind im Jahr 1993 noch 7,4 Menschen je 100.000 Einwohner Opfer eines Tötungsdelikts geworden, waren es im Jahr 2017 nur noch 6,1 Menschen. Dabei gibt es allerdings große regionale Unterschiede. So ist Asien die weltweit sicherste Region. Dort sterben insgesamt nur 2,3 Menschen je 100.000 Einwohnern. Ozeanien (2,8) und Europa (3) sind ähnlich sicher. Deutlich gefährlicher ist es dagegen in Afrika (13) sowie Nord-, Latein- und Südamerika (17,2).

Menschen fallen eher einem Verbrechen als einem Krieg zum Opfer

Insgesamt wurden laut Bericht 2017 weltweit 464.000 Menschen Opfer von Tötungsdelikten. Durch Mord und Totschlag seien viel mehr Menschen gestorben als in allen bewaffneten Konflikten im selben Zeitraum (89.000). Banden wie die Mafia - also die organisierte Kriminalität - seien für 19 Prozent aller Tötungsdelikte verantwortlich. Seit Beginn des 21. Jahrhunderts habe die organisierte Kriminalität so viele Menschen getötet wie alle bewaffneten Konflikte im selben Zeitraum zusammen.

Ein weiterer Schwerpunkt der UN-Studie: Gewalt gegen Frauen, vor allem in der Partnerschaft. So sind 2017 etwa 50.000 Frauen von ihrem Partner oder von einem Familienangehörigen getötet worden. Insgesamt starben demnach 87.000 Frauen durch ein Tötungsdelikt. "Viele werden von ihren aktuellen oder früheren Partnern getötet, aber auch von Vätern, Brüdern, Müttern, Schwestern und anderen Familienmitgliedern wegen ihrer Rolle oder ihres Rangs", stellt der Bericht fest.

Wenn es sich um Partner oder Ex-Partner handle, seien die Taten meist nicht spontan, sondern stünden am Ende einer langen Gewaltspirale. Unter den Motiven spielten Eifersucht und Angst vor der Trennung eine wichtige Rolle. Vergleichszahlen von 2012 legten nahe, dass die Zahl der Opfer leicht steige, hieß es.

Die Gründe für Gewalt gegen Frauen

Beim Vergleich der Kontinente fällt auf, dass sich die meisten Fälle tödlicher häuslicher Gewalt in Asien abspielen. Dort verzeichnete die UN-Behörde im Jahr 2017 rund 20.000 von Partnern oder Familienangehörigen getötete Frauen. In Afrika wurden 19.000 Fälle gezählt, auf dem amerikanischen Kontinent 8.000, in Europa 3.000 und in Ozeanien 300. Werden die jeweiligen Einwohnerzahlen der Regionen berücksichtigt, ist die Situation für die Frauen in Afrika am gefährlichsten, in Europa leben sie vergleichsweise sicher.

Die Gewalt gegen Frauen wurzle oft in stereotypen Ansichten zur autoritären Rolle des Mannes, so die Autoren des Berichts weiter. Wer glaube, der Mann habe das Recht auf Sex oder das Recht, die Frau zu dominieren, neige eher zur manchmal auch tödlichen Gewalt. Bei den Tätern seien geringe Bildung, Misshandlungen in der Kindheit, Alkohol und die Erfahrung geringer Gewaltgrenzen wichtige Faktoren.

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