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Kinder auf der Flucht - UN fordern mehr Schutz

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Flüchtlingshilfswerk UNHCR - Kinder auf der Flucht - UN fordern mehr Schutz

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Ein Viertel der Mittelmeerflüchtlinge, die nach Europa gelangen, sind Kinder - viele ohne Eltern. Für sie fordert das UNHCR mehr Schutz. "Ihr Leiden hört nicht an der Grenze auf".

Flüchtlingskinder im Lager Moria (Lesbos, Griechenland)
Flüchtlingskinder im Lager Moria (Lesbos, Griechenland)

81.000 Menschen sind im laufenden Jahr über das Mittelmeer nach Europa gekommen, ein Viertel von ihnen Kinder. Das geht aus dem am Montag veröffentlichten Bericht "Desperate Journeys" des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR hervor. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum seien es 103.000 Menschen gewesen. Viele der ankommenden Kinder seien von ihren Eltern getrennt worden - und ihr Leid ende nicht an der Grenze, sagte die Direktorin des UNHCR-Europabüros, Pascale Moreau.

Ihr Leiden hört nicht an der Grenze auf.
Pascale Moreau, Direktorin des UNHCR-Europabüros

In ganz Europa würden Kinder "in großen Zentren mit minimaler Aufsicht untergebracht, wodurch sie weiterem Missbrauch, Gewalt und psychischen Belastungen ausgesetzt werden und das Risiko steigt, dass sie weiterziehen oder verschwinden", so Moreau weiter. Diese Kinder seien häufig vor Konflikten geflohen, hätten Familienmitglieder verloren, waren monatelang oder sogar jahrelang unterwegs und haben auf ihrem Weg häufig Schreckliches erlitten, so Moreau. "Aber ihr Leiden hört nicht an der Grenze auf". Das UNHCR forderte die europäischen Staaten auf, Kinder nicht länger bei der Einreise zu inhaftieren, ausgebildete Vormünder und Sozialarbeiter zu ernennen sowie Bildungsmöglichkeiten für die Kinder sicherzustellen.

Die meisten Ankünfte in Griechenland

Die meisten Ankünfte im Mittelmeerraum verzeichnete dem Bericht zufolge in diesem Jahr Griechenland. Dort seien fast 13.000 Kinder auf dem Seeweg angekommen, darunter fast 2.100 unbegleitete Kinder. Sie stammten vor allem aus Syrien oder Afghanistan. Die Bedingungen in den überfüllten Aufnahmezentren seien "äußerst besorgniserregend", hieß es weiter. Vorgesehen sei zwar, dass die Kinder in Pflegefamilien untergebracht werden, bis Ende September hätten sich die meisten von ihnen aber "noch in ungeeigneten Unterkünften" befunden, bemängelte das Hilfswerk.

Gefordert seien jedoch auch die anderen europäischen Staaten, so das UNHCR: Sie müssten Plätze für die Umsiedlung der Kinder zur Verfügung stellen und die Verfahren zur Familienzusammenführung beschleunigen.

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