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UN-Sondergipfel zum Klima - Guterres warnt: Klima ändert sich schneller als wir

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Experten warnen vor einer Klimakrise. Vor dem UN-Sondergipfel zum Klima mahnt auch UN-Generalsekretär António Guterres: Die Welt riskiere den Point of no Return zu überschreiten.

UN-Generalsekretär Antonio Guterres. Archivbild
UN-Generalsekretär Antonio Guterres mahnt Klimagerechtigkeit an. Archivbild
Quelle: Li Muzi/XinHua/dpa

Der Erde droht nach Berechnung des Weltklimarates IPCC eine Drei-Grad-Erwärmung, obwohl sich die Staats- und Regierungschefs 2015 zum Pariser Klimaschutzabkommen bekannten und nationale Klimaschutz-Zusagen machten. Die gemachten Zusagen scheinen zu verpuffen. Indes werden die Folgen des Klimawandels spürbar. Die Wetterextreme nehmen zu. So gilt die besonders starke Ausprägung des Hurrikans "Dorian" in der Karibik als Folge des Klimawandels.

Appell an die Staaten

Die Welt riskiere, den Punkt zu überschreiten, an dem es kein Zurück mehr beim Klimawandel gibt, meinte jüngst UN-Generalsekretär António Guterres. So lädt er nun die Staats- und Regierungschefs nach New York ein. Die Weltstaatengemeinschaft solle den richtigen Kurs einschlagen.

Der UN-Sondergipfel zum Klima hat symbolischen Charakter. "Der UN-Generalsekretär versucht die Klimakrise auf die höchste diplomatische Ebene zu ziehen. Das ist richtig. Es scheint ihm jedoch nicht gelungen zu sein, viele Länder davon zu überzeugen, dass sie mehr Klimaschutz ankündigen müssen", bemängelt Ann-Kathrin Schneider vom BUND. Sie wird den Verlauf des Gipfels beobachten. António Guterres wird alle Staaten dazu auffordern, die Nationally Determined Contributions (NDCs) zu verbessern. NDC heißt übersetzt "national festgelegte Klimaschutzbeiträge".

"Was muss die Politik tun, um den Klimawandel aufzuhalten, Harald Lesch?"

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Die NDC formulieren Ziele vor allem für die Minderung von Treibhausgasemissionen und die Anpassung an den Klimawandel. Dabei müssen die einzelnen Staaten ihre politischen Rahmenbedingungen immer weiterentwickeln und verschärfen. Seit 2018 gibt es einen Mechanismus zur Überprüfung der weltweiten NDCs. Und schon jetzt zeichnet sich ab, dass die selbstformulierten Klimaziele der einzelnen Länder bei weitem nicht ausreichen.

"Die Industrieländer müssten aufgrund ihrer besonderen Verantwortung für die Klimakrise, weil sie schon jahrzehntelang Kohlekraftwerke betreiben und Auto fahren, zuerst aus Kohle, Öl und Gas aussteigen und die ärmsten Ländern finanziell im Umgang mit den Folgen der Klimakrise unterstützen", meint Schneider. Klar ist jedoch: Dieser Prozess wird nicht so einfach möglich sein.

Zurückhaltung vieler Staaten

Von 196 Staaten wollen bislang 23 Staaten ab 2020 mehr Beiträge leisten, neun Staaten versuchen, ihre NDCs nachzubessern, geht aus Daten des Fachportals climatewatchdata.org hervor. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel wird in New York erwartet und steht auf der Rednerliste. Mit Interesse wird die Erläuterung des neu geschnürten deutschen Klimapakets verfolgt. Insgesamt treten 60 Redner ans Pult. Nicht dazu gehören werden die Staatchefs von den USA, Brasilien, Russland. Diese Länder zählen zu den größten Treibhausgasemittenten, können aber keine nennenswerte Verschärfung der Klimaziele vorweisen und schweigen daher.

Ob der Regierungschef Chinas - dem Land mit den größten Treibhausgasemissionen - ans Rednerpult tritt, steht bislang noch nicht fest. Die EU wird in New York ihr Vorhaben eines klimaneutralen Europas 2050 vorstellen. Verbindliche Rechtsvorschriften zum Erreichen des Ziels gibt es jedoch noch nicht. Bisher sollen in der EU bis 2030 die Treibhausgasemissionen um 40 Prozent im Vergleich zu 1990 sinken, notwendig wären mindestens 55 bis 60 Prozent.

Besondere Verantwortung der Industrieländer

Schließlich wird der UN-Generalsekretär mehr Klimagerechtigkeit anmahnen. Damit unterstreicht er die Forderung vieler Menschenrechts- und Entwicklungsorganisationen. Christoph Bals von Germanwatch bringt es auf den Punkt: "Die Industrieländer haben eine besondere Verantwortung für die Klimakrise, weil sie schon jahrzehntelang Kohlekraftwerke betreiben und Auto fahren. Sie müssen zuerst aus Kohle, Öl und Gas aussteigen und die ärmsten Länder finanziell im Umgang mit den Folgen der Klimakrise unterstützen." So werden die reichen Länder zu mehr Multilateralismus aufgefordert. Partnerschaften mit wichtigen Schwellenländern sollen eingegangen werden, um deren Energie- und Verkehrswenden zu unterstützen. Davon würden alle beteiligten Staaten profitieren.

Für Gastgeber Guterres steht fest: "Wir müssen den gegenwärtigen Trend stoppen, bei dem sich das Klima schneller ändert als wir." Und so erhofft er sich vom Gipfel in New York ein wichtiges Signal, das die Klimadiplomatie auf der nächsten Weltklimakonferenz Anfang Dezember in Chile beflügelt.

Rekordhitze, Überflutungen, Dürre: normale Wetterphänomene oder bereits die Folgen des Klimawandels? Die Dokumentation mit Harald Lesch fasst den Stand der weltweiten Klimaforschung zusammen.

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