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Nahost-Konflikt - UN-Sicherheitsrat will Gewalt am Tempelberg stoppen

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Die Gewalt in Nahost eskaliert - die Lage ist so explosiv wie lange nicht mehr. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen will am Montag in einer Sondersitzung darüber beraten, wie der Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern wieder eingedämmt werden kann.

Palästinenserpräsident Abbas hat alle diplomatischen Kontakte zu Israel eingefroren. Der Abbruch gelte, bis Israel den Einsatz von Metalldetektoren am Eingang zum Tempelberg wieder aufhebe. Bei Ausschreitungen in Jerusalem gab es drei Tote und hunderte …

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Bei der Dringlichkeitssitzung gehe es in erster Linie um die Frage, "wie Appelle zu einer Deeskalation unterstützt werden können", sagte der schwedische UN-Botschafter Carl Skau, dessen Land gemeinsam mit Frankreich und Ägypten das Krisentreffen beantragt hatte. Zuvor hatte der Konflikt um den Zugang zum Jerusalemer Tempelberg zu einem neuen Gewaltausbruch geführt.

Sechs Tote in weniger als 24 Stunden

Der seit Tagen schwelende Streit über Metalldetektoren und zusätzliche Überwachungskameras am Eingang zum Tempelberg - auf Arabisch Al-Haram Al-Scharif (edles Heiligtum) - war am Freitag eskaliert. Binnen weniger als 24 Stunden wurden in dem Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern sechs Menschen getötet - unter ihnen drei Israelis, die von einem palästinensischen Angreifer in einer Siedlung im besetzten Westjordanland erstochen wurden.

Die Auseinandersetzungen gingen am Samstag weiter. Dabei wurden nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums zwei Palästinenser im Westjordanland getötet. Ein 17-Jähriger wurde demnach bei Zusammenstößen in Al-Asarija östlich von Jerusalem von israelischen Sicherheitskräften angeschossen und erlag später seinen Verletzungen. Im nahe gelegenen Abu Dis starb ein 18-jähriger Palästinenser, als der Molotow-Cocktail, mit dem er israelische Sicherheitskräfte bewerfen wollte, vorzeitig explodierte.

EU: Spannungen nicht weiter anheizen

Das Auswärtige Amt appellierte am Samstag an alle Beteiligten, zu einer Deeskalation beizutragen. Niemand dürfe "denjenigen das Wort überlassen, die zur Gewalt aufrufen oder diese in Kauf nehmen", erklärte es in Berlin. Vielmehr sei es "dringend nötig, Gesprächskanäle nicht abreißen zu lassen" und nach einer gemeinsamen Lösung zu suchen.

Die EU rief ihrerseits Israel und Jordanien auf, gemeinsam nach Wegen zu suchen, wie sich die Sicherheit auf dem Tempelberg für alle gewährleisten lasse, ohne den dortigen Status quo zu verändern. Gleichzeitig rief die EU die betroffenen "politischen und religiösen Führer" auf, alle Handlungen und Erklärungen zu unterlassen, die die Spannungen weiter anheizen könnten. Entscheidend für ein Ende der Gewalt sei auch eine fortgesetzte Zusammenarbeit zwischen Israel und der Palästinenserbehörde, erklärte sie in Brüssel.

Sämtliche Kontakte auf Eis

Israel hatte nach einem Anschlag arabischer Israelis auf zwei israelische Polizisten in der Jerusalemer Altstadt in der vergangenen Woche die Kontrollen zum Tempelberg verschärft. Die Palästinenser sehen darin einen Versuch Israels, mehr Kontrolle über den Tempelberg zu übernehmen, der Juden, Muslimen und Christen gleichermaßen als bedeutendes Heiligtum gilt. Verwaltet werden die muslimischen Stätten von einer jordanischen Stiftung.

Wegen der Verschärfung der Zugangskontrollen zum Tempelberg fror Palästinenserpräsident Mahmud Abbas inzwischen alle Kontakte der Palästinenserführung zu Israel ein.

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