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Syrien - UN-Bericht: Chemiewaffen dank Nordkorea

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Hat Nordkorea Syrien bei der Herstellung von Chemiewaffen unterstützt? Ein UN-Bericht legt das nahe. Demnach soll Pjöngjang entsprechende Mittel und Fachkräfte geliefert haben.

UN-Chemiewaffen-Inspektoren bei der Arbeit in Syrien - Archivbild 2013
UN-Chemiewaffen-Inspektoren in Syrien. Quelle: ap

Nordkorea hat offenbar für den Einsatz von ballistischen Raketen und Chemiewaffen benötigte Mittel nach Syrien geschickt. Außerdem soll Pjöngjang auch auf Raketentechnik spezialisierte Fachkräfte in das Bürgerkriegsland geschickt und verbotene ballistische Raketensysteme nach Myanmar überführt haben. Das ging aus einem mehr als 200 Seiten starken Bericht der UN-Experten hervor, der der Nachrichtenagentur AP vorlag. Damit habe Pjöngjang gegen UN-Sanktionen verstoßen, teilten Experten der Vereinten Nationen mit. Sie sind für die Überwachung der Strafmaßnahmen gegen Nordkorea zuständig. Aus ihren Untersuchungen ging hervor, dass das Land zwischen 2012 und 2017 mehr als 40 bisher nicht verzeichnete Ladungen nach Syrien bringen ließ. Dazu gehörten säurefeste Kacheln, Ventile und Thermometer, meldete die "New York Times", die sich ebenfalls auf den UN-Bericht bezog.

Lieferungen zwischen 2012 und 2017

Der Bericht wendet sich an den UN-Sicherheitsrat und enthält Informationen über Beziehungen zwischen Nordkorea und Syrien, die bis ins Jahr 2008 zurückreichen. Diplomaten rechnen Mitte März mit der Veröffentlichung des Berichts. Autoren des Berichts waren UN-Experten, die die Sanktionen gegen Nordkorea überwachen. Die Teile hätten zu mindestens 40 Lieferungen gehört, die zwischen 2012 und 2017 von Nordkorea an Syrien gegangen seien, meldete die "New York Times". "Das Letzte, was wir in Syrien brauchen, sind mehr Waffen und - Gott bewahre - mehr Chemiewaffen", sagte UN-Sprecher Stéphane Dujarric am Dienstag. Konkret ging er auf den Bericht der Zeitung nicht ein.

Syrien hatte seine Chemiewaffen auf internationalen Druck nach einem Angriff mit Saringas auf das Rebellengebiet Ost-Ghuta im August 2013 vernichtet. Ermittler der UN und der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) machten die Regierung in Damaskus jedoch für einen weiteren verheerenden Angriff mit Saringas auf den Ort Chan Scheichun im April 2017 verantwortlich. Aktivsten werfen der syrischen Armee zudem mehrere Bombardierungen mit Chlorgas vor. Syriens Regierung weist stets alle Anschuldigungen von sich.

Vermutete Chemiewaffen in Syrien
Quelle: ZDF

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