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Nach Sturz von Langzeitherrscher - UN rufen zum Ende der Gewalt im Sudan auf

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Nach dem Putsch im Sudan ruft die oberste UN-Menschenrechtlerin die Behörden zum Gewaltverzicht auf. Die neue Militärregierung kündigt indes an, Al-Baschir nicht auszuliefern.

Angesichts der andauernden Proteste gegen die neue Putschregierung im Sudan hat die oberste UN-Menschenrechtlerin Michelle Bachelet die Behörden vor Gewalt gegen friedliche Demonstranten gewarnt. "Wir sind sehr besorgt, dass es zu einer Eskalation kommen kann", sagte eine Sprecherin ihres Büros in Genf.

Ich rufe die Regierung auf, auf die Forderungen der Menschen einzugehen.
Michelle Bachelet, UN-Menschenrechtskommissarin

"Ich rufe die Regierung auf, auf die Forderungen der Menschen einzugehen", sagte Bachelet. "Es müssen gemeinsame Anstrengungen unternommen werden, unter sinnvoller Beteiligung der Zivilgesellschaft, um die beklagten Missstände zu beseitigen."

Sudan will Al-Baschir nicht ausliefern

Derweil kündigten die neuen Machthaber im Sudan an, Al-Baschir nicht an den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag ausliefern zu wollen. "Wir werden keine sudanesischen Staatsbürger ausliefern", sagte der Leiter des politischen Gremiums der Militärführung, Omar Sain al-Abdin. Al-Baschir werde im Sudan "vor Gericht gestellt".

Karte des Sudan mit der Hauptstadt Khartum
Karte des Sudan mit der Hauptstadt Khartum
Quelle: ZDF

Die Streitkräfte hatten Al-Baschir nach 30 Jahren an der Macht am Donnerstag abgesetzt. Der 75-Jährige wird von dem Internationalen Strafgerichtshof per Haftbefehl gesucht. Ihm werden unter anderem Verbrechen gegen die Menschlichkeit in dem 2003 ausgebrochenen Darfur-Konflikt im Westen des Sudans vorgeworfen. In dem Konflikt, in dem Regierungstruppen und Milizen brutal gegen Volksgruppen vorgingen, kamen schätzungsweise 300.000 Menschen ums Leben.

Das Militär will nach eigenen Angaben zwei Jahre an der Macht bleiben, um den Weg für freie Wahlen zu ebnen. Der neue starke Mann ist der bisherige Vizepräsident und Verteidigungsminister Awad Ibn Auf, der jahrelang eng an al-Baschirs Seite arbeitete. Er verhängte für drei Monate den Ausnahmezustand und ordnete eine Ausgangssperre an. Oppositionsgruppen verurteilten den Putsch, forderten eine zivile Übergangsregierung und kündigten weitere Proteste an. Zudem kamen etliche kritischen Stimmen aus dem Ausland. Die Afrikanische Union (AU) etwa erklärte, eine Machtübernahme des Militärs sei nicht die "angemessene" Reaktion auf die Proteste.

Militärführung: Keine Ambitionen für Machterhalt

Kritik wies die neue Militärführung am Freitag zurück: "Wir haben überhaupt keine Ambitionen, an der Macht festzuhalten", sagte der Leiter des politischen Gremiums der Militärführung, Al-Abdin. Die Streitkräfte würden lediglich für Sicherheit und Stabilität sorgen. "Ich schwöre, wir werden die Forderungen der Menschen unterstützen. Wir werden die Forderungen der Menschen beschützen." Man habe als Reaktion auf die Demonstranten agiert, sagte er. Er bat die Bürger, das Militär zu unterstützen.

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