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Dutzende Attacken - UN: 27 Giftgasangriffe der syrischen Armee

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Die syrischen Streitkräfte haben nach Angaben der Vereinten Nationen (UN) mehr als zwei Dutzend Mal Giftgas in dem seit sechs Jahren dauernden Bürgerkrieg eingesetzt. Insgesamt seien 33 Giftgas-Einsätze dokumentiert, von denen 27 auf das Konto der syrischen Truppen gingen, heißt es in einem UN-Bericht.

Nach Angaben von Aktivisten in Syrien hat die syrische Armee die Dschihadistenmiliz IS aus der Stadt al-Suchna vertrieben. Damit haben sie die letzte Stadt in der Provinz Homs erobert, die noch von Extremisten gehalten worden war.

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Darunter sei auch der Angriff auf die Rebellenhochburg Chan Scheichun in der Provinz Idlib, bei dem über 80 Zivilisten getötet wurden. Unklar sei, wer für sechs weitere Giftgasangriffe verantwortlich sei.

Internationale Proteste

Die syrischen Regierungstruppen hielten am Einsatz von chemischen Waffen gegen Zivilisten in Rebellengebieten fest, heißt es in dem Bericht. Bei dem schlimmsten Einsatz dieser Art habe die syrische Luftwaffe im April 2017 das Nervengas Sarin über Chan Scheichun abgeworfen. Dies sei ein Kriegsverbrechen. Die Attacke hatte breiten internationalen Protest ausgelöst. Die USA griffen als Reaktion darauf eine syrische Luftwaffenbasis in dem Bürgerkriegsland an.

Die Regierung von Präsident Baschar al-Assad hat wiederholt Vorwürfe zurückgewiesen, Chemiewaffen einzusetzen. Zum Angriff von Chan Scheichun hatte sie erklärt, dort sei ein Waffenlager der Aufständischen getroffen worden, was die UN-Ermittler allerdings als haltlos verwerfen. Für ihre Untersuchungen befragten die UN-Ermittler 43 Zeugen, Opfer und Ersthelfer. Zudem werteten sie Satellitenbilder, Fotos von Bombenresten und Frühwarnberichte aus.

Sorge um Zivilisten

Ernsthaft besorgt äußerten sich die UN-Ermittler auch über die Auswirkung von Angriffen der von den USA angeführten internationalen Koalition in Syrien auf die Zivilbevölkerung. Bei einem US-Luftangriff auf eine Moschee in der Ortschaft Al-Dschina nahe Aleppo im März seien entgegen dem humanitären Völkerrecht keine Vorkehrungen getroffen worden, um Zivilisten zu schützen. Bei dem Angriff wurden nach UN-Angaben 38 Menschen getötet, darunter zahlreiche Kinder. Ein US-Militärermittler hatte hingegen im Juni erklärt, bei dem "legitimen Angriff" auf ein Treffen von Al-Kaida-Kämpfern seien etwa zwei Dutzend Kämpfer und nur ein Zivilist getötet worden.

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