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UNESCO-Ultimatum - Welterbe bedroht: Wien auf Roter Liste

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Stephansdom, Hofburg, Staatsoper und Fiaker - die imperiale Pracht des einstigen Kaiserreichs in Wien bezaubert viele. Die UNESCO zeigt der Stadt trotzdem die Rote Karte: Ein geplantes Hochhaus ist schuld. Es gefährdet den Weltkulturerbe-Status der malerischen Altstadt.

Die Deutsche Unesco-Kommission hat der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek in Hannover die Urkunde zur Aufnahme des sogenannten "Goldenen Briefs" in das Weltdokumentenerbe übereicht. Er sei ein einzigartiges Zeugnis der birmanischen und europäischen …

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Das gesamte Ensemble sei in Gefahr, seinen Charakter zu verlieren, begründete das UNESCO-Komitee am Donnerstag in Krakau seine Entscheidung. Die Verringerung der ursprünglich geplanten Höhe des Wohnturmes von 75 auf 66,3 Meter sei unzureichend, befand die UN-Organisation. Vielmehr müsse sich der Bau an der Höhe eines benachbarten Hotels von 43 Metern als Maximalhöhe orientieren. Der Gemeinderat im rot-grün regierten Wien hatte die Baupläne am 1. Juni abgesegnet.

Kritik am Gebaren der UNESCO

Die Stadt Wien bedauerte den Schritt und versprach das Nachreichen wichtiger Unterlagen. Die UNESCO habe offenbar auf Grundlage falscher Informationen entschieden, hieß es. Der Schritt war aber auch Anlass grundsätzlicher Kritik an der UNESCO.

Auch andere Städte stießen an Grenzen der Dialogfähigkeit mit dem Weltkulturerbe-Komitee, teilte die Stadt mit. Weder könne der eigene Fall grundlegend vorgetragen werden, noch werde ein Austausch im eigentlichen Sinn gepflegt. "Wird dies weiter so gehandhabt, sehe ich große Schwierigkeiten, nicht nur für Wien, den Status Weltkulturerbe in einem urbanen Kontext auf Dauer vereinbaren zu können", sagte die grüne Vize-Bürgermeisterin Maria Vassilakou.

Frist bis Februar 2018

Die schnell wachsende 1,8-Millionen-Metropole hat nun noch eine Frist bis Februar 2018, auf die Vorstellungen der UNESCO einzugehen. Der Tourismusverband hatte aber bereits zu erkennen gegeben, dass die Attraktivität von Österreichs Hauptstadt auch bei einer Aberkennung des Welterbe-Status' nicht leiden werde.

Das historische Zentrum von Wien war 2001 in die Welterbeliste als einzigartiges Stadtdenkmal aufgenommen worden. Als Mittelpunkt des Habsburgerreiches zeugen die vielen Monumentalbauten von einer großen Vergangenheit.

Insgesamt gelten 55 der weltweit 1.052 Stätten als akut gefährdet - darunter alle sechs Stätten in Syrien wie etwa Aleppo, Damaskus und die Wüstenstadt Palmyra. 2009 war Dresden nach dem Bau einer Straßenbrücke über das Elbtal der Status als Weltkulturerbe entzogen worden.

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