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Fast jeder Dritte ohne sauberes Trinkwasser

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Unesco-Weltwasserbericht - Fast jeder Dritte ohne sauberes Trinkwasser

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Gut zwei Milliarden Menschen weltweit haben der Unesco zufolge keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Vor allem trifft es diejenigen, die ohnehin schon benachteiligt sind.

Verschmutztes Trinkwasser
Kein sauberes Trinkwasser: Es trifft vor allem die Armen
Quelle: reuters

Weltweit haben 2,1 Milliarden Menschen keinen Zugang zu sauberem und durchgängig verfügbarem Trinkwasser. Das teilt die Unesco in ihrem jährlichen Weltwasserbericht mit. Besonders betroffen seien dabei ohnehin diskriminierte Gruppen. "844 Millionen Menschen müssen mindestens eine halbe Stunde täglich für die Wasserbeschaffung aufwenden oder sie haben gar keinen Zugang", so Ulla Burchardt, Vorstandsmitglied der Deutschen Unesco-Kommission.

Afrikanische Länder besonders betroffen

Ein Junge im Südsudan holt Wasser
Mitunter weite Wege zum Wasser: Südsudan
Quelle: dpa

Die Hälfte der Menschen, die weltweit einen unzureichenden Zugang zu sicherem Trinkwasser haben, lebt nach Angaben der Uneso in afrikanischen Ländern. Bewohner von Slums zahlten dort häufig zehn bis zwanzig Mal so viel für Wasser wie Bewohner von wohlhabenden Vierteln - oftmals für Wasser von schlechterer Qualität.

Auch die Unterschiede zwischen Stadt und Land sind in den betroffenen Regionen groß. Im Jahr 2015 hätten nur zwei von fünf Personen in ländlichen Regionen Zugang zu fließendem Wasser gehabt, in urbanen Regionen hingegen vier von fünf Personen. In Städten seien 63 Prozent der Haushalte an ein Abwassersystem angeschlossen gewesen, in ländlichen Gebieten dagegen nur neun Prozent, heißt es im Bericht.

Spannungen zwischen Flüchtlingen und Anwohnern

Sicheres Wasser und sichere sanitäre Einrichtungen sind Menschenrechte.
Ulla Burchardt, Vorstandsmitglied der Deutschen Unesco-Kommission

Neben sicherem Trinkwasser weist die UN-Organisation auf ein weiteres Problem hin: Sechs von zehn Menschen hätten dem Bericht zufolge keinen Zugang zu sicheren Sanitäranlagen - 4,3 Milliarden Menschen weltweit. Jeder Neunte verrichte seine Notdurft im Freien. "Sicheres Wasser und sichere sanitäre Einrichtungen sind Menschenrechte. Doch für Milliarden Menschen sind diese Rechte nicht verwirklicht", sagt Burchardt. Sie fordert "höhere und effektivere Investitionen in die Infrastruktur wie Wasseranschlüsse und Sanitärversorgung, gerechte Gebühren sowie mehr Forschung und Innovation".

Ein besonderes Augenmerk richtet der Bericht auf Flüchtlinge und Binnenvertriebene. Für diese Gruppe bestünden häufig hohe Hindernisse beim Zugang zu Wasserversorgung und Abwasserentsorgung, hieß es. Etwa in den kolumbianischen Grenzstädten, wo im vergangenen Sommer hunderttausende Menschen aus dem benachbarten Venezuela ankamen, fehle eine ausreichende sanitäre Infrastruktur. Auch in Flüchtlingslagern sei die Situation oftmals besorgniserregend. Teils komme es zu Spannungen, wenn Flüchtlinge wie im Südsudan Wasser erhielten, die Anwohner es jedoch per Hand aus Brunnen gewinnen müssten.

Gute Situation in Deutschland

Selbst in Europa und Nordamerika hätten 57 Millionen Menschen keine Wasserleitungen in ihren Häusern heißt es weiter. Der Zugang zu grundlegenden Sanitäranlagen bleibe auf den beiden Kontinenten 36 Millionen Menschen verwehrt. In Deutschland hingegen sei die Situation gut: "Fast 100 Prozent aller Haushalte sind an die öffentliche Wasserversorgung angeschlossen und haben Zugang zu sicheren sanitären Anlagen. Unser Trinkwasser erfüllt laut Umweltbundesamt nahezu alle Qualitätsanforderungen", betont Burchardt.

Handlungsbedarf gebe es in Deutschland aber dennoch. "Nur sieben Prozent der deutschen Flüsse und Bäche sind in einem guten oder sehr guten ökologischen Zustand", sagt Burchardt. Es brauche daher eine neue Landwirtschaftspolitik. Weltweit seien den Autoren des Berichtes zufolge bis zum Jahr 2050 etwa 40 Prozent der Getreideproduktion durch Umweltschäden und mangelnde Wasserressourcen bedroht.

Der Weltwasserbericht der Vereinten Nationen wird seit 2014 jährlich von der Unesco vorgelegt. Am 22. März ist Weltwassertag.

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