Sie sind hier:

Unfallserie im Pazifik - "Vertrauen verloren": US-Kommandeur abgelöst

Datum:

Zweimal auf hoher See mit Handelsschiffen kollidiert - das war wohl zu viel: Wegen der jüngsten Unfallserie von US-Kriegsschiffen im Pazifik hat der zuständige Kommandeur, Vizeadmiral Aucoin, seinen Posten verloren. Das Vertrauen "in seine Fähigkeiten als Befehlshaber" sei verlorengegangen, so die US-Marine.

Nach der Kollision eines US-Kriegsschiffes mit einem Tanker östlich von Singapur werden weiterhin Seeleute vermisst. ZDF-Korrespondent Normen Odenthal mit aktuellen Informationen zum Unfallhergang.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Mit sofortiger Wirkung übernimmt Konteradmiral Phil Sawyer das Kommando. Aucoin hatte den Oberbefehl über die 7. Flotte seit September 2015 inne.

Kollision mit einem Öltanker

Am Montag war der Lenkwaffen-Zerstörer "John S. McCain" vor Singapur mit einem Öltanker zusammengestoßen. Dabei kamen vermutlich bis zu zehn Soldaten ums Leben, fünf Soldaten wurden verletzt. Das Schiff wurde schwer beschädigt.

Erst im Juni war das Schwesterschiff des Zerstörers, die "Fitzgerald", vor der japanischen Küste mit einem philippinischen Containerschiff zusammengestoßen und wäre fast gesunken. Sieben Soldaten wurden dabei getötet. Mehrere Offiziere verloren danach ihre Posten. Eigentlich sind Kollisionen von Kriegsschiffen mit anderen großen Schiffen extrem selten.

Herzstück der US-Militärpräsenz

Die 7. Flotte ist das Herzstück der US-Militärpräsenz in Asien, das Hauptquartier befindet sich in Japan. Aucoin wurde im September 2015 als Kommandeur berufen, er war seit fast vier Jahrzehnten bei der US-Marine und sollte laut US-Medienberichten bald pensioniert werden.
Der Chef der US-Marineoperationen, Admiral John Richardson, ordnete an, dass mit den Besatzungen der Schiffe innerhalb einer Woche Besprechungen über die Arbeitsweisen auf den Kriegsschiffen anberaumt werden müssten, um Fehlerquellen ausfindig zu machen. Er wollte nicht ausschließen, dass eine Cyberattacke hinter dem jüngsten Unglück stehen könnte. "Wir gehen allen Eventualitäten nach", sagte Richardson. "Das haben wir schon im Fall der 'Fitzgerald' gemacht."

Hohe Spannung in der Region

Zur 7. US-Flotte gehören je nach Lage 50 bis 70 Schiffe, darunter ein Flugzeugträger, rund 140 Flugzeuge und Hubschrauber sowie 20.000 Soldaten. Die Flotte deckt von Stützpunkten in Japan, Südkorea und Singapur aus ein Gebiet von 124 Millionen Quadratkilometern ab. Die Schiffsunfälle ereigneten sich in einer Zeit hoher Spannungen in der Region. Die "John S. McCain" hatte erst kürzlich die Zwölf-Meilen-Zone einer künstlichen chinesischen Insel im Südchinesischen Meer durchfahren, um damit Stärke gegenüber der Regierung in Peking zu demonstrieren.

Die USA werfen China Bestrebungen vor, das strategisch wichtige Gewässer unter seine Kontrolle zu bringen. China kritisiert die Patrouillen der US-Kriegsschiffe in der Gegend seinerseits als Provokation. Zuletzt eskalierte auch der Nordkorea-Konflikt. US-Präsident Donald Trump und die Regierung in Pjöngjang drohten sich gegenseitig mit Militärangriffen.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.